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badlands / terrence malick, 1973

17. September 2006 von herr vogel

»Sometimes I wished I could fall asleep and be taken off to some magical land, and this never happened.«

Basierend auf eben jener Begebenheit, die später für Oliver Stones Natural Born Killers Pate stand, erzählt Regisseur Terrence Malick die Geschichte von Kit und Holly; einem Paar, das unterschiedlicher nicht sein könnte. Sie ist fünfzehn und geht noch zur Schule; Er zehn Jahre älter und arbeitet bei der Müllabfuhr. Als Kit Hollys Vater erschießt, da dieser nicht mit deren Liebe einverstanden ist, fliehen die beiden in die Wälder. Als sie auch dort entdeckt werden beginnt eine Jagd quer durch den Süden der USA.

Wie Malicks The Thin Red Line ist auch Badlands durchzogen von einer fast hypnotischen Poesie, die mit jeder Filmminute mehr an schmerzhafter Kraft gewinnt. Motivationen werden hier nie völlig klar, lediglich Ahnungen kommen in Hollys Off-Kommentaren zum Ausdruck. Die Gewalt steht für sich und wird nicht hinterfragt. Zu Beginn tötet Kit Tiere, danach Menschen – scheinbar aus dem selben Motiv: Überleben. Ein Mord führt zum nächsten und die Spirale der Gewalt wird zunehmend enger. Offene und emotionale Reaktionen gibt es nicht, auch hier findet man lediglich Andeutungen. Die erstaunliche Nüchternheit mit der Malick seine Figuren agieren (und töten) lässt beschwört eine Atmosphäre, die frei von Trauer oder Wut fast freundlich scheint.
Zunächst scheint Holly ihrem Geliebten überall hin zu folgen – „A week with someone who loved me for what I am is better than a lifetime of loneliness“ – Jedoch scheint ihre Liebe am Außenseiterleben zu scheitern und vielleicht bleibt am Ende nicht viel mehr als die Erkenntnis unausweichlicher Einsamkeit.

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