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blood simple / joel & ethan coen, 1984.

20. September 2006 von herr vogel

»The world is full of complainers. And the fact is, nothing comes with a guarantee.«

Das erste, was einem zur Inszenierung dieses Betrug/Mord- Quartetts einfällt ist Hitchcock. »Hitchcockian«, wenn man so will. Denn wie einst der »Meister« versteht Regisseur Joel Coen es, wichtige Hinweise zu streuen. Hier eine Großaufnahme, dort ein signifikantes Wort – Der Zuschauer wird mit Ahnungen überhäuft und stets mit mehr Informationen versorgt als die Protagonisten: Suspense in Reinform, welche die clever gewählten Überraschungsmomente umso wirkungsvoller werden lässt. Hinzu kommt die typische Coen-Note des Drehbuchs: der dezent schwarze Humor, der in später ausgeprägter Form zum Markenzeichen der Brüder wurde. Das Debüt der Coens ist ein wortkarges Stück Spannungskino, schlüssig in sich selbst, das aus heutiger Sicht fast wie ein Experiment wirkt, welches nicht nur beweist, dass die Hitchcock’sche Art noch immer funktioniert, sondern auch, dass Individualität selbst im Kopierten etwas Eigenständiges entstehen lässt.

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