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mando diao – ode to ochrasy, 2006.

19. September 2006 von herr vogel

»I woke up on the kitchen floor / with a headache made in hell«

April, 2004. „Wie geil ist das denn bitte?“ fragte mich ein Zivi-Kollege auf einem Lehrgang in Mainz. Gemeint war „Sheepdog“ von Mando Diao, vom Debütalbum Bring Em In. Arschtritt-Rock’n Roll aus Schweden, die besseren Hives, die Alternative zu den damals schon überstrapazierten Strokes. Und dieses Mainstream-Indie-Ding war ohnehin in voller Fahrt. Sound und Attitüde; Libertines, White Stripes, der Hype kannte kaum Grenzen, und Mando Diao waren mit Abstand diejenigen, die die Klappe am weitesten aufrissen: Ihr Album wäre besser als alles von The Who und runder als manches Stones- oder Beatles-Album. An Selbstvertrauen mangelte es den Schweden nicht, und obwohl diese Vergleiche natürlich absoluter Unfug waren, hatten sie zumindest einen wahren Kern: Mando Diao sind seit ihrem Debütalbum einfach ganz heißer Scheiß. Und mit der Hurricane Bar schlugen sie einen konsequenten Weg ein, den sie nun mit der frisch veröffentlichten Ode to Ochrasy nicht nur weiter verfolgen, sondern entschieden einen drauf setzen: Hymnischer geht derzeit nichts in Indiehausen – die Schweden schwanken zwischen Jung und Wild („Killer Kraczyinski“) und konventionellen, aber eingängigen Indie-Stücken („Welcome Home, Luc Robitaille“), neigen aber auch vermehrt dazu, ihre Songs zum Ende hin in chorale Mitsing-Passagen ausbrechen zu lassen. Textlich gewinnen Mando Diao zwar nach wie vor keinen Blumentopf, aber Ode to Ochrasy ist wie schon die beiden Vorgänger nicht darauf aus, der Welt großartig etwas mitzuteilen. Es soll getanzt und getrunken werden („Tv & Me“, „Song For Aberdeen“), denn Hier sind sie wieder, die neuen Hymnen unserer Zeit.

2 Reaktionen zu “mando diao – ode to ochrasy, 2006.”

  1. eug

    mando diao sind seit ihrem debüt abgefuckte posermucke gemacht von großmäuligen nichtskönnern, die in 5 jahren keine sau mehr kennt!!
    ich frag mich wie du, der eigentlich alles, was irgendwie kommerziell wird pauschal ablehnt, diesen bullshit loben kannst.

  2. Melcore

    Hmm…. ein Herr Flex hätte jetzt wohl die Familienpackung Kekse angeboten.

    Zum Blog: Bring em in kenne ich net aber Hurrican Bar fand ich nicht wirklich gut. War irgendwie mehr Musik für den hintergrund. Ansonsten eher unspektakulär.
    Aber Ode to Ochrasy soll ja ganz toll sein.
    Mal sehen ob der Vogel mich noch auf den MD-Trip bringt .