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Don Ahab vs. StudiVZ

12. November 2006 von LeisureLorence

Ich bin immer wieder erstaunt, wie schmerzfrei einige Blogger den Mikrokosmos Blogosphäre, der immerhin 99 % der Weltbevölkerung am Arsch vorbeigeht völlig kaltlässt, wie das Zentrum des Universums behandeln.
Über ein schönes Beispiel dafür bin ich gerade gestolpert.

Auf der einen Seite hätten wir Ehssan Dariani, seines Zeichens Gründer von StudiVZ, der buglastigen Studentenplattform unseres Vertrauens. Seit geraumer Zeit werden die Features zurückgefahren (»Kennst du schon«, »Super-Suche«), um die Seite überhaupt noch am Laufen (bzw. Schleichen) zu halten, trotzdem wird munter in Europa herumexpandiert, mit finanzieller Hilfe der Jamba-Brüder und grenzwertigen Geschäftspraktiken, deren Amateurhaftigkeit eigentlich schon Mitleid einflößt. Soviel zum Produkt.

Dariani selbst fiel mir zum ersten Mal überhaupt auf, als er während einer mehrtägigen Downtime glaubte, die damals 250k starke Community mit Pissfleck-Anekdoten aus seiner WG unterhalten zu müssen. Darüber hinaus hat er ein etwas grenzwertiges Verständnis von Privatsphäre anderer Leute, insbesondere Frauen, wie dieses Video zeigt, vielleicht Auswüchse eines »non-pc Humors« (unter »Interessen« in Darianis StudiVZ-Profil), den ich nicht verstehe.
Nun kann man diese Fakten mit einer Mischung aus peinlicher Berührtheit und Fremdscham einfach nur zur Kenntnis nehmen oder, wenn man sie arg strapazieren möchte, allgemeine Betrachtungen zur moralischen Verworfenheit der New New Economy anstellen.

Oder aber man führt sich auf, als habe man gerade das Kennedy-Attentat im Alleingang aufgeklärt, und kleidet die Präsentation der Aufklärung in eine dramatische Szene, die der völligen Bloßstellung des Täters dienen soll.

Kurz: Man macht den Don Alphonso.

Wohl selten in der kurzen Geschichte des Weblogs erblickte wohl eine derartig selbstreferentielle Ausstellung eines Messiaskomplexes das Licht der Öffentlichkeit.

Aber auch auf die Gefahr hin, das »jüngste Gericht 2.0″ zu verärgern, muss doch gefragt werden: Was wäre, wenn das StudiVZ nicht der Moby Dick des Weltozeans WEB 2.0 wäre, sondern sagen wir die halbstarke Kaulquappe im Sumpfloch hinterm Haus? In welchem Licht präsentierte sich wohl dann der Ahab, der diese Quappe bis zum Äußersten jagt?

4 Reaktionen zu “Don Ahab vs. StudiVZ”

  1. Lucomo

    Eine Firma mit einer Millionen Kunden/Nutzern/Personendaten und einigem finanziellem Polster aus den Händen solch eines kleinen Medienkonzerns wie Holtzbrinck ist tatsächlich nicht der Aufregung wert.

    Jeder ist halt selbst Schuld, wem er seine persönlichen Daten überlässt und wem er sein Geld als Investor gibt.

    Hier gibt es nichts zu sehen! Bitte gehen sie weiter!

  2. Don Alphonso

    Um im Nild zu bleiben – dann wärst Du wohl der Schlammspringer. *g*

  3. Der Muckraker

    Der traurige Untergang von DonAlphonso…

    Eine Ironische Satire mit tragisch realem Hintergrund, die den Niedergang des Denkens, die Beeinflussung durch Medien, Wahn, Manie und einfache und banale Dummheit zum Thema hat…..
    Der traurige Untergang eines Bloggers…
    Don Alphonsos Ende

  4. Andi

    Manueller Trackback: http://www.andreas-lazar.de/2006/12/der-beta