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First impressions of Second Life

24. November 2006 von LeisureLorence

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Picture by Cosmic Kitty under CreativeCommons

Wenn ein Thema zeitweilig auf Platz 6 in den Top-Searches bei Technorati schnellt, ist für uns Quotennutten natürlich partizipieren erste Bloggerpflicht.

»Für Leute, die kein erstes haben«, formuliert die Ressentiment-Schleuder unseres Vertrauens abschätzig und beschwört das alte Klischee der pickligen Teenies, die sich in Internet mit Hilfe einer Scheinidentität endlich soetwas wie soziale Anerkennung erzwingen wollen.

»Neue Freunde, guter Sex, echtes Geld« titelt dagegen unwiderstehlich der FOCUS. Also: Führer gelesen, Software runtergeladen und los geht’s.

Den Vornamen kann man frei wählen, den Nachnamen muss man sich aus einer Liste auswählen.
Minuten später erblickt »Leisure Leroy« das Licht der Welt, ein durchtrainierter, braungebrannter Discoboy, ganz wie im richtigen Leben also. Und nach den ersten paar Schritten weiß man, dass Second Life wirklich kein Spiel im klassischen Sinn ist. Denn mit diesem Lag wäre bereits der erste Gegner ein unüberwindlicher Endboss. Auf Händen und Füßen krieche ich von Infostein zu Infostein, und schaffe es tatsächlich, mein Männchen ordentlich umzukneten. Macht Spaß.
Ich schätze, ne Menge macht Spaß an diesem Spiel, aber wenige Minuten später muss ich feststellen, dass Second Life nicht nur vorgibt, mit meiner Grafikkarte nicht kompatibel zu sein, sondern wirklich nicht kompatibel ist und mein Rechner abstürzt wie der HSV. Das zweite Leben ist also in meinem Fall eine Welt, in der Freunde, Sex und Geld mit beiden Händen an alle ausgeteilt wird, während ich auf ein Alter Ego starre, das eingefroren zwischen Himmel und Erde hängt und in allen Farben einer Steintextur schillert.
Also eigentlich alles wie beim ersten.

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