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Vorwort

9. November 2006 von LeisureLorence

Im folgenden werde ich euch das Abfallprodukt vor Augen führen, das meine Magisterarbeit über Laurence Sterne abwirft.

Dies ist: Der Versuch, Sternes Prosa mit den bescheidenen eigenen Mitteln zu plagiieren.

Dafür bildet dieses Blog den perfekten Rahmen, da Sternes »Tristram Shandy« mit einigem guten Willen als welterstes Litblog durchgehen könnte, würde man dem Werk damit annähernd gerecht werden. Für diese steile These können zwei Belege angeführt werden.

Zum einen haben die Kapitel genau den Umfang eines durchschnittlichen Blog-Eintrags und sind außerdem von derselben reichhaltigen Themenfülle gekennzeichnet; ein Umstand, den Sternes Zeitgenossen des 18. Jhrs. als »oddity« abtaten.

Zum anderen antizipiert Sterne (natürlich nicht gewollt oder bewusst) die Kommentarfunktion der heutigen Blogs, indem er sich auf imaginäre Kommentare seiner Leser einlässt. Literaturwissenschaftlich gesprochen gerät die Narration, also der vermeintliche Schreibakt, immer wieder in den Vordergrund der Erzählung.

Der Sterne-Adept fällt also als solcher gar nicht in der Masse der Litblogger auf, weil ohnehin alle so schreiben, es sei denn, man weist in einem verquasten Vorwort auf dieses Vorbild hin (Ha!). Dies ist aber nicht der einzige Zweck dieser einleitenden Worte, denn zum anderen halte ich es für meine Pflicht, da diese fiktionalen Beiträge ungeschützt zwischen nicht-fiktionalen Beiträgen der beiden Brigadiere auftauchen werden, nocheinmal ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass alle Charaktere dieses Projekts rein fiktiv, soll heißen, erfunden sind, einschließlich des Erzählers.

Die bereits an anderer Stelle erschienenen Kapitel werden in dieser Form nicht noch einmal auftauchen, da sie Arschhaare saugen. Sicherlich wird man aber das eine oder andere Fragment daraus wiederfinden.

Wie das Vorbild Tristram Shandy ist der erste Band von »Läscher4all« (geneigte Leser erkennen die Anspielung auf Rainald Goetzens Abfall für alle) auf 25 Kapitel angelegt, danach sehen wir weiter. An sich sind für die Kapitel schmissige Überschriften geplant, doch wenn mir keine einfallen, gibt es keine. Außerdem würde ich gerne kreative Bilder voranstellen. Habe aber weder Kamera noch Kreativität. Darauf muss die Welt also noch ein wenig warten.

Nun möchte ich aber diese bemühte Vorgeplänkel beenden, »to go on läscherly« (TS, I, xiv).

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