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mp3: bromheads jacket – »woolley bridge« / »what if’s + maybe’s«

16. Februar 2007 von herr vogel

Bromheads Jacket – Website

Was die Strokes für 2001 waren, waren die Arctic Monkeys (straight outta Sheffield) für 2006: Vorreiter, Wegbereiter, Bier-getränkter-Disco-Begleiter. Auch 2007 wird Sheffield wird nicht müde, neue Hauptstadt für Post-Britpop UK-Indie zu werden… wie gesagt (Teil 1.2. bald in diesem Theater). Und jetzt, Achtung, Blogwelt horch auf, eine Band namens Bromheads Jacket ist unterwegs, wieder so ein Blogding aus dem allmächtigen Königreich. Auf der offiziellen Homepage gibts jedenfalls zwei Songs aus dem Debüt Dits From The Commuter Belt (VÖ in Deutschland ist 16.3.) geschenkt: »Woolley Bridge« beginnt gut, nervt aber ab dem Refrain. »What If’s + Maybes« nervt dafür die ganze Zeit.

Sheffield hat in den letzten Monaten hiermit fünf Bands hervorgebracht: Eine großartige (Arctic Monkeys), zwei sehr gute, hoffnungsvolle (Long Blondes, Milburn), eine ganz passable (Little Man Tate) und eine, die nach dem Hören von zwei Songs irgendwie schon ziemlich scheiße ist (Bromheads Jacket). Warum ich das dann überhaupt überhaupt erwähne? Irgendwer muss in diesem »Blogding« ja die Opposition bilden. Lieber erstmal bei diesem Hype bleiben, der macht mehr Spaß.

6 Reaktionen zu “mp3: bromheads jacket – »woolley bridge« / »what if’s + maybe’s«”

  1. torsten

    du solltest mit deinen be- bzw. verurteilungen vielleicht etwas vorsichtiger sein.
    die arctic monkeys als grossartige band zu bezeichnen ist ja wohl dieser tage kaum noch als grosse kunst zu bezeichnen. ich finde es auch recht eindimensional, die bewertungsschubladen so vorschnell auf und zu zu schieben.
    milburn sind sicherlich eine sehr gute band und man darf auch die arctic monkeys zu recht scheisse finden, denn über geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. ich für meinen teil bin sehr froh, dass bromheads jacket sich trauen, ihre musikalischen vorbilder auch in der nicht ganz so jungen vergangenheit zu suchen bzw. auch mal über den grossen tellerrand zu schielen. als ich kürzlich mit den jungs persönlich gesprochen habe, was ja im anfangsstadium einer bandkarriere noch durchaus machbar ist, festigte sich mein eindruck, dass bromheads jacket a) viel zu clever sind um sich mit anderen – möglicherweise erfolgreicheren bands – ständig zu vergleichen. und b) sie echte punker sind, die sich einen scheiss um nebensächlichkeiten wie herkunft, konkurrenz und gewaschene haare scheren!
    musikalisch gebe ich noch zu bedenken, dass es, auch wenn momentan viele bands aus dem englischen norden kommen, und diese sich somit gut über einen kamm scheren lassen, zwischen ihnen himmelweite unterschiede bestehen. oder willst du ernsthaft behaupten, dass die arctic monkeys und bromheads jacket die gleiche musikrichtung bedienen?

  2. vogel

    Musikalische Unterschiede bestehen natürlich, habe ich oft genug drüber geschrieben, aber »die gleiche musikrichtung bedienen«?
    Post-Britpop Indiepoprock mit offbeatlastigen Gitarren, netten Rhythmuswechseln und zum Hymnischen neigende Refrains? Machen beide, wüsste nicht wo man da noch differenzieren sollte.

    Prädikate wie »echte Punker« zu verteilen ist irgendwie niedlich, aber total am Thema vorbei (wie auch diese Haare-waschen-Geschichte). Tatsache ist, dass Bromheads Jacket überhaupt ein Thema sind, weil es Wegbereiter in die Öffentlichtkeit gab und gibt, wie zb die Arctic Monkeys. Ist ja nicht verboten, freue mich sowieso über jede gute Band. Ändert aber nichts daran, dass ich Bromheads Jacket (nach 2 gehörten Songs) einfach einfallslos finde. Verurteilung hin oder her, wo viele Bands aus dem Boden schießen ist halt auch mal Rotz dabei. Ich wüsste auch nicht warum ich die Arctic Monkeys nicht großartig finden darf.

  3. torsten

    »Post-Britpop Indiepoprock mit offbeatlastigen Gitarren, netten Rhythmuswechseln und zum Hymnischen neigende Refrains«
    wenn eine band ihre musik jemals selbst so nennen sollte, sollte man dieser zur strafe sofort die gitarren wegnehmen und stattdessen mit diesen peinlichen
    klavieren zum um den hals hängen ausstatten, wie sie einst um den hals von thomas anders und konsorten gehängt wurden. warum dürfen bands heutzutage nicht einfach eine nicht näher zu kategorisierende art von gitarrenmusik machen? natürlich darfst du die arctic monkeys geil finden, denn das ist einfach mal ne gute band. du wirst allerdings eines zugeben müssen: hättest du vor zwei jahren deinen freunden erzählt, dass es eine total gute band namens »arctic monkeys« gibt, das wär um einiges visionärer gewesen. ich muss jedenfalls heut keinem mehr erzählen, dass die beatles ne wichtige band sind…
    apropos: da gibt es so ne total irre band, die tanzen im video auf laufbändern…
    und der zug ist auch schon abgefahren!

    zu den feinen unterschieden: hör dir mal die englischen punkbands aus den späten siebziger jahren des letzten jahrhunderts an. da gibt es klangliche parallelen, denn auch da gab es gleiche ursprünge. die tatsache, dass die arctic monkeys anderen bands den weg geebnet haben, gründet ja wohl darauf, dass sie es als erste (!) geschafft haben über das internet zum quasi selbstpromoteten risenerfolg zu werden. es sagt aber nichts darüber aus, wie lange es die eine oder die andere band schon gibt.
    das prädikat »echte punker« finde ich auch niedlich und habe es auch deshalb vergeben. haare sind schon wichtig und mir kommt es vor als hätte dem guten alex turner diesbezüglich schon länger niemand mehr »bescheid gegeben«.
    ich bin jedenfalls geneigt zu glauben, dass ein grossteil der bands einfach nur musik machen will, egal wieviele leute das dann gut finden bzw. egal wie groß der schlussendliche erfolg auch sei.
    ich will mich sicher nicht mit dir streiten, denn du wirst die musik hören, die dir gefällt und bei mir wird’s ähnlich laufen, aber die arg resümierende formulierung »Sheffield hat in den letzten Monaten hiermit fünf Bands hervorgebracht: ….« fand ich schon reichlich oberflächlich. wir sind ja hier schliesslich nicht bei einem fussbalspiel: sheffield 5, london 3 oder so ähnlich.

    wahrscheinlich heisst das große vorbild, der große wegbereiter ohnehin joe cocker, der kommt ja immerhin auch aus sheffield.

  4. vogel

    Okay, zusammenfassend:
    - Ich habe die Musikrichtung nicht so bezeichnet, sondern die Musik beider Bands auf einen Nenner gebracht, die sich laut deiner Aussage auf verschiedenen Planeten befinden soll.
    - Den Zusammenhang mit Modern Talking verstehe ich nicht.
    - Ich habe nie behauptet hier visionäre Bandvorschläge zu machen. Dass ich die Arctic Monkeys am 17. Februar 2007 im Nebensatz eines Blogeintrags als »großartig« bezeichnet habe, heißt nicht, dass ich glaube der Welt am 17 Februar 2007 damit etwas neues zu erzählen.
    - Das Ok Go-Video ist toll.
    - Ich habe selbstverständlich noch nie etwas von den »englischen Punkbands des letzten Jahrhunderts« gehört. Aber Danke für den Tipp!
    - Wie bitte kommst du auf die Idee, ich hätte behauptet die Arctic Monkeys hätten das Rad neu erfunden? Ich habe lediglich gesagt, dass der Erfolg der Arctic Monkeys wegbereitend für eine erneute(!) Welle britischer Bands war (3. Generation der neuen, glaubt man den bösen Medien), inbesondere der aus Sheffield. Ich habe nie bestritten, dass es diese Bands nicht auch ohne die Arctic Monkeys geben würde. Dass diese jetzt einem breiteren Publikum bekannt werden ist IMO sehr wohl dem ganzen Hype zu verdanken.
    - Bis die Arctic Monkeys die Beatles sind, dauerts wohl noch.
    - Ich glaube prinzipiell nicht, dass den Bands der »schlussendliche Erfolg« egal ist. Jeder, der von seinem »Hobby« (resp. Leidenschaft, Kunst, blabla) leben könnte, ergreift wohl gerne die Möglichkeit dazu. Prominente Ausnahme sind vielleicht die Thermals, bis zu einem gewissen Grad.
    - Was ich von welchen Bands halte, und wie ich das in meinen Blogeinträgen formuliere ist und bleibt meine Sache. Wenn ich Bromheads Jacket für eine talentfreie Fahrwasserband halte, tue ich das; immerhin bewerben sie sich selbst als »Lieblingsband der Arctic Monkeys«. Ich sehe echt keinen Grund die irgendwie ernst zu nehmen. Egal ob mir irgendein Torsten im Internet erzählt die wären persönlich voll clever und »echte Punker«.

  5. torsten

    hallo vogel,
    ich will offen sein: es war nie meine absicht, dich irgendwie zu bekehren bzw. dich zu überzeugen, dass bromheads jacket ne tolle band sind, denn es ist nahezu ein ding der unmöglichkeit, andere innnerhalb eines gespräches oder einer diskussion zu einer meinungsänderung zu bewegen. denn man findet seine eigenen ansichten ja total klasse. das geht mir nicht anders.
    verzeih mir bitte die modern-talking-metapher, aber da sind wir uns ja hoffentlich einig, dass das ne scheissband ohne jeden anspruch an irgendeinen aspekt des musikmachens (abgesehen vom geld scheffeln) gewesen ist! daher also dieses bild – einen zusammenhang habe ich nicht hergestellt, denn es gibt keinen.
    ich glaube sehr wohl, dass viele bands ein grundlegendes anliegen mit ihrer musik haben, ja dass es häufig soetwas wie eine »grundmotivation« zum musikmachen gibt, die mit geldverdienen rein gar nichts zu tun hat. sicher, wenn sich erfolg einstellt und man plötzlich nicht mehr nachtschicht bei tescos am würstchenregal schieben muss, dann wird die überwältigende mehrheit der bands dies dankbar annehmen, aber wenn man darüber sein eigentliches anliegen komplett vergisst, dann hat man sich schon ganz gut von der industrie korrumpieren lassen. das mag jetzt etwas pathetisch klingen, aber wir sprechen ja hier auch nicht von den rolling stones, die alle jahre wieder »einfach immer noch tierisch spass am musikmachen haben und sich davon nur abhalten lassen, wenn old keith mal wieder von der palme fällt«. dann sind 100 euro für ne eintrittskarte in irgendeinem stadion oder auch am hockenheimring natürlich voll okay.

    selbstverständlich ist es deine sache, wie du in deinen blogbeiträgen formulierst. denn seien wir doch mal ehrlich: die eigenen gedanken auf dem schirm zu sehen stellt uns doch wohl alle im höchsten masse zufrieden, weil wir ja immerhin einen teil unserer freizeit damit zubringen uns über dieses und jenes zu ereifern. da du aber deine meinung öffentlich machst, musst du es dir schon gefallen lassen, wenn andere dich kritisieren.
    übrigens: die sache mit »lieblingsband der arctic monkeys« kann man ja wohl getrost unter »blogding« verbuchen, denn das glaubst du ja wohl nicht im ernst, dass irgendeine newcomerband sich dieser tage als die lieblingsband der arctic monkeys bezeichnen würde. so dämlich ist keiner! ich weiss, ich weiss, man hat das aber so gelesen. ich sage dir: so dämlich ist keiner!!!

    zu guter letzt: die beatles haben – das behaupte ich jetzt einfach mal – in ihrem werk einiges an minderwertigem mist untergebracht! musikalisch betrachtet waren sie ohnehin eher durchschnitt. was das songwriting angeht waren sie allerdings absolute kings. man muss aber auch bedenken, dass die beatles popper waren, sprich popmusik gemacht haben. diese musikrichtung heisst ja so, weil sie eine breite masse anspricht, was einen kommerziellen erfolg natürlich vereinfacht. daher können wir beide recht beruhigt sein, dass die arctic monkeys niemals »die beatles werden«.

    ich will übrigens hier mal betonen, dass es mir fern liegt, deinen musikgeschmack zu kritisieren, denn ich hab ja meinen eigenen.
    wenn du tatsächlich wenig erfahrung mit englischem punkrock »aus dem letzten jahrhundert« hast, dann kann ich dir nur empfehlen, dich da mal umzuhören. vieles, was jetzt gehypet (schreibt man das so?) wird, ist nämlich schonmal da gewesen. wenn das von dir ironisch gemeint war, dann vergiss die letzten sätze einfach.

    ich frage mich ernsthaft, ob »vogel« ein künstlername, pseudonym oder ähnliches ist, denn immerhin ist mir meine meinung wert genug mit meinem echten namen verziert zu werden…

  6. vogel

    Du scheinst deinen Text wohl selbst ganz gern am Bildschirm zu lesen, wie?

    - zu den Beatles: Nein.
    - zum Rest: Ich habe dir meinen Teil erklärt, die »Diskussion« ist durch. Wenn du gerne weiter diverse Theorien loswerden willst, such Dir doch bitte irgendein Forum, wo du den Leuten deinen Text erzählen kannst oder mach ein Blog auf. Denn hiermit hat das nun wirklich nichts mehr zu tun.