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the killing of bunny doyle dotson.

15. Mai 2007 von herr vogel

Sechs Uhr morgens und das schwankende Gefühl, nicht genau zu wissen, ob man noch immer oder schon wieder wach ist. Aber wach ist wach, da dürfte es ja keinen allzu großen Unterschied geben. Sonnenaufgang ist ohnehin viel cooler als Sonnenuntergang, nicht nur weil der in der Regel weniger Zeugen hat.

Dafür weiß ich jetzt, was Didaskalien sind (Ein von Anne Ubersfeld geprägter Begriff für den Nebentext eines Theatertextes; warum sie es nicht einfach beim »Nebentext« hat belassen können, habe ich jedoch genauso wenig verstanden wie den Umstand, dass sie kein entsprechend schönes Synonym für den »Haupttext« eingeführt hat). Was ich damit sagen will: a) Lieber Roman Ingarden, ich bleibe deiner Unterteilung in Haupt- und Nebentext treu, b) Ich versuche mir gerade einzureden, auf diese Prüfung heute mittag wenigstens halbwegs vorbereitet zu sein. Dies schließt übrigens den Kreis zum letzten Eintrag hier. Auswendiglernen ist nicht mein Ding, aber gerade die Begriffe, von denen man anfangs glaubte, man merke sie sich nie im Leben (Didaskalien), sind am Ende die, die einem wieder einfallen. Wollen wir nur hoffen dass es nicht die einzigen sind.

Warum ich wieder mit Schlaflosigkeit kämpfe, dürfte vor allem einen Grund haben: Laute Gedanken im Kopf, ich nenne sie mal »Zeug«, die von Maximos Parks »Books From Boxes« auf 3/4 maximum Volume meines CD-Players, genossen durch die Allmacht von Sennheiser-Kopfhörern, nicht haben übertönt werden können. Das ist aber auch verkackt, mit diesen Zukunftsplänen. Und damit meine ich jetzt nicht die ferne Zukunft im Sinne einer gut gehenden Strandbar in Vietnam, sondern eher die unmittelbare Zukunft – nennen wir sie »Sommersemesterferien«. Der Drang, unter anderem aus purer Langeweile etwas ändern zu müssen, kombiniert mit der nicht zu leugnenden Präsenz erster schwüler Sommernächte, ergibt wohl zwangsläufig eine akute Schlafstörung.

Wen der Titel dieses Eintrags verwirrt, »The Killing of Bunny Doyle Dotson« ist der Titel einer Geschichte, die ich noch nicht geschrieben habe und vielleicht nie schreiben werde, weil die Geschichte faktisch noch nichtmal als Idee existiert. Aber einen wohl klingenden Titel hätte sie schon. Übrigens beinhaltet der Titel »The Killing of Bunny Doyle Dotson« eine Vorinformation an den Leser; das heißt, es entsteht allein durch den Titel eine Erwartungenshaltung, da er a) ein wichtiges Handlungs- moment andeutet (the killing), b) auf eine zentrale Figur hinweist (Bunny Doyle Dotson) und c) im Kopf des Zuschauers Assoziationen weckt, mit ihm bereits bekannten Genrekonzeptionen, Atmosphäreszenarien, etc. pp.. Es könnte allerdings auch eine vom Autor intendierte Fehlinformation sein, sprich: Es gibt in der Geschichte gar kein killing und/oder auch keine(n) Bunny Doyle Dotson. Wow, ich werde diese Prüfung sowas von BESTEHEN, Baby.

2 Reaktionen zu “the killing of bunny doyle dotson.”

  1. Marv

    Jetzt mach kein Drama aus der Prüfung :-)

  2. vogel

    Ich durchlaufe vor jeder Prüfung dieselben Phasen:
    1. »Alles halb so wild«, und fange erst drei Tage vorher an zu lernen
    2. Panik, weil das ist ja alles doch viel umfangreicher als erwartet
    3. Verhandeln. Okay, das geht schon irgendwie hin
    4. Nein, doch nicht. Scheißescheißescheiße, beim nächsten Mal fang ich früher an zu lernen!
    5. Im Prinzip ists auch egal, »Ich muss garnix außer schlafen, trinken, atmen und ficken«

    Und am Ende hats noch immer gepasst.

    Abgesehen davon hast du sowieso leicht reden, hätte den Kurs besser bei wem anders belegt. So hab ich drei Teilbereiche, die alle positiv sein müssen, sonst wars das mit der LV. Was in diesem Fall den Abschluss des Grundstudiums um ein Semester verzögern würde, was ärgerlich wäre.

    Aber Übermüdung ist ein völlig unwirklicher Bewusstseinszustand, ich werd dann immer so redselig. Sodass ich auch tolle Wortspiele erstmal überlese, wie deins im Kommentar grad.

    Will sagen: Alles im grünen Bereich :-D