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04 / ybbsitz, 30. dezember 07

30. Dezember 2007 von Miss Flanders

Lieber Mister V.,

Sie haben gute Arbeit geleistet. Wie Sie bereits gemerkt haben, tendiere ich doch zum wertschätzenderen »Sie«, ohne dies begründen zu wollen bzw. zu können. Vielleicht können wir damit ja so manche Assoziationen an die deutsche Klassik wecken. Bestimmt sogar. Weiters glaube ich nicht, dass sich die geübten Brigaden-Leser zu sehr an der ein oder anderen hier aufgekommenen Unklarheit durch etwaigen Mangel an Informationen auf ihrer Seite stoßen werden. Vielmehr sehe ich sie schon vor mir wie sie den Kopf etwas geneigt, dabei empor blickend, die Stirn leicht (pseudo-) intellektuell gerunzelt, sich schon alles schon zurecht rücken. Stimmigkeit wollen die Menschen und wenn sie die nicht bekommen, konstruieren sie sich was zusammen, was in der Tat – wie ich gerade feststelle – ein Qualitätsmerkmal literarischer Finesse darstellen könnte.
Interpretationsspielräume liefern wir – so spreche ich auch vermessenerweise in ihrem Namen, Herr V. – immer gerne. Ein ganz brauchbarer Vorschlag ihrerseits auch, eine Art Floridsdorf-Blog-Saga ins Leben zu rufen. Werde mir dies vorbehalten, bin aber unsicher, ob ich zum Bloggen was tauge. Werte Herrschaften legen hier einiges vor. Es sei jedoch jetzt doch schon verraten (Achtung TEASER!), dass ich erste Blog-Gehversuche bereits gewagt habe, wobei ich nicht von meinen läppisch-sporadischen Gastauftritten hier spreche. Tatsächlich gibt es ein hidden blog – wenn man so will – von mir. Unter bewusst beschissenem, noch nie zuvor verwendetem Pseudonym, dass ich jetzt in einem kurzzeitigen (für Frauen typischen) Schwächeanfall fast genannt hätte. Es braucht sich niemand zu bemühen, diesen »Blog« aufzuspüren. Die Welt ist noch nicht bereit dafür. Dennoch sollte der Gedanke einer bloßen, möglichen Existenz eines My Own Blog meinerseits bei den Lesern gewisse begeisterte, körperliche (Vor-)Freuden hervorrufen. Joanne K. dürfte sich nicht weniger billigen Methoden bedient haben, um ihren Potter unter die Leute zu bringen. Obwohl ich ja gerne widerspreche, muss ich Ihnen, geschätzter Herr V., abermals recht geben. Die »Vagina-statt-Stephansdom-Debatte« müss zurück in die Öffentlichkeit gezerrt und vertieft werden. Da gibt es noch so einiges jungfräulich Unerschlossenes, wozu noch niemand vorgedrungen. Deshalb schlage ich vor, dass Sie unsere Leser (meine reißerische Einzelkindnatur zu entschuldigen), die von Ihnen geborene Idee (ihres Lebens!) einführen. Gekonnt werde ich dann sämtliche Ihrer »Argumente« (wieder) ad absurdum führen, die sie zur Planung des wohl größten, öffentlich zugänglichen primären Geschlechtsorgan der Welt vortragen.

Harry P. stirbt übrigens…
Mit besten Wünschen,
Miss F.

P.S.: Können Technologien erfieren? Wenn ja, muss ich vorsichtig sein. O du mein Internet – gefährdet wie nie zuvor.

5 Reaktionen zu “04 / ybbsitz, 30. dezember 07”

  1. herr vogel

    Ich sehe schon, ich muss mir etwas zeit erbeten, hierauf zu antworten. Auch um dieses blog zu finden … unlösbare aufgaben sind mir die liebsten, eine zutiefst menschliche schwäche.

  2. miss f

    Mir richtig eins reinwürgen und ordentlich einschenken, bitte. Keine Rücksicht darauf nehmen, dass ich zum angeblich schwachen Geschlecht gehöre. Würde ja schreiben viel Spaß bei der Schnitzeljagd, aber ich weiß nicht, wie das ankommt in Betracht meiner noch nicht lange gewählten alternativen Ernährungsweise. Nein, ich revidiere. Das gefällt mir doch ganz außerordentlich gut. Also: viel Spaß bei der Schnitzeljagd!

  3. Trotz

    seien sie darauf hingewiesen, dass meine vormalige residenz (toronto) sowohl einen phallus als auch eine vagina, beide begehbar, aufzuweisen hat.

    ich sag nur CN tower und SkyDome! böse Zungen nennen diese Hauptattraktionen Torontos auch zwei Wörter, die mit C anfangen.

    wirklich!

    und ich find den staphansdom garnicht so schlecht. ist halt nicht fertiggebaut, gell. wie übrigens auch die Hofburg. eine Österreicherin nannte dieses Phänomen der Halbfertigen Attraktionen bösartigerweise »die Österreichische Lösung«. Ich würde mir so eine Hochnäsigkeit freilich nicht zumuten, denn ich bin Ausländer, und die Krone tötet mich, wenn ich zu frech werde. Aber jene Frau vor der Hofburg damals schon. Mit nationaler zugehörigkeit im rücken kann man sich so einiges erlauben, habe ich gehört.

  4. miss f

    vielen dank für ein weiteres argument in der vagina-steffl-debatte, das für meine postion in der ganzen angelegenheit sprechen wird. Herr Vogel, Sie werdens nicht leicht haben, aber Sie wussten ja auch worauf Sie sich hier einlassen.
    Zur »österreichischen Lösung« würde ich gerne was gekonnt witziges -gekonnt widerlegendes schreiben, aber mir fällt bei bestem patriotisch gefärbten Willen nichts ein.
    O‹ du mein armes, viel geächtetes Österreich.

  5. herr vogel

    ich sag ja, ich muss mir zeit nehmen, die argumente zurecht legen und dann einen hieb- und stichfesten plan vorlegen, eine projektpräsentation mit allem schnickschnack, die jeden BWL-polohemdträger vor neid erblassen lässt. ich fürchte nur das geht heute nicht mehr, weil aufstehen wenns schon wieder dunkel ist verrät so einiges über den vorabend.
    vielleicht sollte ich also zuerst ein loblied auf das wiener silvester verfassen, wobei dieses im grunde nur auf eins zu reduzieren ist: man war dabei, oder nicht.