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die neue befindlichkeit!

1. Dezember 2007 von herr vogel

»Vielleicht solltest du den Vogel wieder suchen«, sagte Tim Bourbon (Läschers neues Pseudonym) vor einer halben Stunde zu mir, nachdem ich nostalgisch in der steinalten Vogelperspektive gelesen habe und mich drüber beschwerte, einfach nicht mehr diese schreiberische Unbeschwertheit zu besitzen. Resultierend daraus habe ich ihm unaufgefordert irgendwelche Passagen aus dem alten Blog um die Ohren gehauen. Das hat ihn dann so sehr genervt, dass er Tee kochen ging und lieber für sein Examen lernt als einem angetrunkenen Wahlwiener nachts um zwei das Ego zu massieren. Insofern sei dieses ganze »Ich bin raus«-Gelaber vom Voreintrag mal aufgehoben und hiermit die »Neue Befindlichkeit« ausgerufen: Keine YouTube-Videos mehr, keine Meta-Scheiße, statt dessen altbewährte Befindlichkeiten aus erster Hand. Ich möchte wieder Blogeinträge schreiben. Ganz klassisch. Obendrein sollen die wieder schöne Titel tragen wie »Durch die Nacht (Bier-Version)« oder »Wir trinken den Eistee schon längst nicht mehr aus Gläsern«. Ich will aus dieser scheinbar schon ewig andauernden Schreibkrise raus – und ein Mittel könnte sein (es liegt so nahe): Schreiben, einfach wieder schreiben. Bloggen sozusagen, aus dem Kopf in die Tasten in die Welt. Kein Nachdenken, kein Lektorieren. Einfach mal wieder reinkommen in den alten Tritt, kein Anspruch mehr, keine literarischen oder journalistischen Hirngespinste. Wenn da was passiert, passiert’s von allein. Da brauch ich auch keine zehnteilige Serie ins fiktive Leben zu rufen, nur um dann nach einem Kapitel keine Lust mehr drauf zu haben.
Schlussfolgerung ohne Zusammenhang: Ich weiß nicht wer ich bin, aber ich weiß definitiv, wer ich nicht bin.

Es sollten ein paar Regeln gelten für die »Neue Befindlichkeit«. Nummer Eins: Kein Eintrag, ohne nicht vorher drei Bier getrunken zu haben. Gut, der Rest ergibt sich dann.

Liebes Befindlichkeitsblog, ich war lange weg. Es gibt viel zu berichten. Viel ist passiert, viel ist nicht passiert und vielleicht sind ja noch ein paar alte Bekannte am Leben. Ich beschließe diesen Auftakteintrag mit den wundervollen Lyrics eines biegetränkten, Mut machenden, kreative Adjektive verschlingenden Wundersongs:

Well desperate times call for desperate men
I’m just a kid, but I’ll pretend
My time will come, but until then
Sun don’t you rise no more

But I see the gallows alter
That circle ’round the sun
They gonna hang me if I stay here
They gonna shoot me if I run

(Two Gallants – Las Cruces Jail)

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