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06 / wien, 8. januar 2008

9. Januar 2008 von Miss Flanders

Lieber C.,

Ein geheimes Blog zu haben, ist gar nicht so toll wie man zunächst glauben mag. Das meinige befindet sich in einer Community voller Menschen, die jung und selbst schreibend, was zu sagen haben. Hatte ich zumindest gedacht. In Wahrheit handelt es sich bei dieser Plattform um nichts Besseres als ein Studivz für Möchtegern-Literaten, in welchem sich langweilige erstellte Profile, mit langweiligen Bildern und meist langweiligen Texten zusammen finden. Weiters ist es auch nicht so reizvoll ein Blog zu bestreiten, welches niemand liest. Zumindest halten sich Kommentare in Grenzen, da diese Funktion nur Mitgliedern der Community- auch: die Eingeweihten, die Besitzer der einzig wahren Wahrheit- vorbehalten ist. Dieses Sektengehabe geht mir gegen den Strich und ich ziehe ernsthaft in Erwägung das Bloggen entweder ganz sein zu lassen oder mir einen neuen (»schöneren«) Ort dafür zu suchen, welcher selbstverständlich noch viel geheimnisvoller und sagenumwobener sein wird. Letzteres ist der wahrscheinlichere Fall von beiden, da ich mitterweile großen Gefallen am öffentlichen Masturbieren – frei nach Ihrer Blog-Philosophie – vor allem hier (ein wirklich selten großartiges Exemplar, dieses Blog) gefunden habe. Tatsächlich findet Grey’s Anatomy bereits zweimalig Erwähnung in my hidden blog. Auch von der, also meiniger, Bravo Hits 13 (was ich Ihnen übrigens völlig naiverweise anvertraut habe) hätte ich mich gerne beschwingen lassen, aber ein großer Mensch, dessen Pseudonym an ein fliegendes Getier verweist, hat sich vorbehalten mein Exemplar auf unbestimmte Zeit »aufzubewahren«.


Aus diesen Gründen musste eine andere Wiederentdeckung an dieser Stelle herhalten ( »Ein bisschen Spass muss sein«), um für MUSIkalisch unterstützte Inspiration beim Schreiben zu sorgen. Das »MUSI« in »musikalisch« steht hier nicht zufällig groß. Ich habe nur so eben – wie ich finde- eine kleine, aber revolutionäre Entdeckung gemacht, welche ich den Lesern nicht gleich von Vornherein aufs bereits großzügig belegte Brot schmieren möchte. Vielmehr soll hier eine zwar knapp gehaltene, aber immerhin reelle Chance gegeben sein, jene Entdeckung selbst zu machen. So, Chance vorbei. Ich kaue wieder für Sie vor. »Musik« und »Inspiration« haben meine Gedanken zum nicht fernen Begriff der »Muse« gelenkt. Jene Großbuchstaben von oben sollten die überraschende Verwandschaft dieser Wörter unterstreichen. Macht das keinen Sinn für Sie, dann seien Sie unbesorgt. Ich habe wegen zu erledigender, die Frist dafür beinahe übersehene Schreibearbeit nur 4 Stunden geschlafen und bin – wie Herr V. an anderer Stelle bereits bescheinigt- (etwas) verwirrt. Um nun aber endlich wieder zu Ihren stets geschätzten Zeilen zurück zukommen, ein Wort zu Max Goldt: Verehrung, meine. Was ich an seiner Schreibweise schätze, ist wie er den Lesern immer gerne ein Bein stellt, sie über den Jordan jagt und zurück, um am Schluss dennoch trotz (oder gerade wegen) der Einfachheit der von ihm beschriebenen alltäglichen Banalitäten etwas Großes, Zusammenhängendes, in sich Schlüssiges und meine bisherige Denkwelten Veränderndes schafft. Das ist die Kunst. Und mit allem anderen können und wollen wir uns auch nicht zufrieden geben oder Herr Vogel? Jetzt haben Sie mich zu kitschigen Aussagen verführt. Bei Gelegenheit werden Sie mir das freilich büßen müssen. Aber was ich eigentlich – obwohl schon so/zuviel- sagen wollte: Chuck K. ist toll. Wie er es fertig bringt, die Charaktere seines Buches dem Leser so vertraut zu machen. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen ich habe persönlich mit Quincy, Diane und Lenore geredet, gelebt, geschlafen. Viel zu viele Lieblingsstellen (außerdem noch 3 Kapitel ausständig), um sie alle nun zu benennen (Das von Chuck attestierte, kollektive Vortäuschen der Kindern dieser Welt sich vor der Dunkelheit zu fürchten, aber dies in Wahrheit gar nicht zu tun…uvm.). Abschließend (endgültig) sei noch gesagt, dass ich Sie gerne an die brisanteste Debatte Wiens (soo brisant, dass nicht mal darüber gesprochen wird) immer wieder erinnere, Ihr Name doch so einfach ganz in Ordnung ist und ein Ort – wie von Ihnen beschrieben – wohl erst erfunden werden muss.
Zum Schluss sei uns viel versprechensten Jungliteraten Wiens (ein wirklich tolles Blog hie) eine Sekunde lang gehuldigt -denn wir sind ja so gut- und als Belohnung für jene, die sich das hier echt bis zum Schluss angetan haben (und vor allem als kleine erheiternde Aufmunterung für unseren von Sinnkrisen gebeutelten Herrn V.) das, worauf ihr vielleicht sogar wirklich gewartet habt…Der Link zu meinem noch bis eben verstecktem, kleinem »Blog«.

Besteste Grüße,
Miss F.

Eine Reaktion zu “06 / wien, 8. januar 2008”

  1. herr vogel

    Jetzt.de! Ich habs gewusst! Scheißladen!
    Ich geh jetzt Captain Jack hören.