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das verflixte siebente bier

8. Januar 2008 von herr vogel

Eine neue Schreibwut scheint die Welt, oder zumindest mein unmittelbares Umfeld, gepackt zu haben. Alle schreiben. Romane, Drehbücher, Hausarbeiten oder Blogeinträge. Oder alles zugleich. Sogar ich bin in einer halbwegs produktiven Phase, die Konzentration auf Blogeinträge nach Aufgabe diverser Journalistenjobs scheint zu funktionieren, und sei es nur der anfänglich gestellten Aufgabe geschuldet, am Schreiben zu bleiben. Auch merke ich, dass sprachlich-stilistisch ein Bißchen was passiert; Formulierungen wie »und sei es nur der anfänglich gestellten Aufgabe geschuldet« hätte ich vor der Oktober/November-Auszeit kaum geschrieben. Auch wenn ich noch immer nicht weiß, ob besagter Halbsatz grammatikalisch korrekt ist oder – viel schlimmer – überhaupt Sinn ergibt. Doch darum geht’s wohl nicht. Schließlich soll in diesem Blog experimentiert werden. Und so musste es schließlich sein. Die Distanz zum journalistischen Schreiben war von Nöten, zur Befreiung vom Korsett der Floskeln und totgeschriebenen Vokabeln (ich erinnere an die Initiative »Neue Adjektive für Herrn Vogel«). Denn wenn meine Journalistenvergangenheit aus jeder noch so kleinen Geschichte tropft wie Nutella aus einem heißen Toast, dann stimmt was nicht. Aber genug der Nabelschauerei. Es gilt in die Zukunft zu blicken, und die heißt 2008. Schon allein in diesem Blog geht so einiges: neue Autoren, neue Texte, neue Ideen, mehr Kommentare. Und Russischbrot retten wir auch noch. Überhaupt, da wartet so einiges, soviel kann ich versprechen. Wenn wir nur die Hälfte von dem umsetzen, was gerade geplant wird, dann bin ich mehr als zufrieden, denn das hieße im vogel’schen Gesamtkontext, einen geklauten Lieblingsschlachtruf zitierend: »Es geht voran!«

Auch möchte ich meine Eltern grüßen, die mir gestern am Telefon berichteten, dass sie seit kurzem dieses Blog verfolgen. Ich denke, sie sind stolz auf mich. Nicht jeder kann der Verwandt- und Nachbarschaft schließlich von einem Sohn berichten, der sich gut tausend Kilometer entfernt mit Leib und Seele der Analyse lebenswichtiger Fragen wie der Stephansdom/Vagina-Debatte, seinem Neurosenzyklus oder dem gepflegten Indietanz im »B« widmet.
Ehe ich’s vergesse: der Titel dieses Eintrags, »Das verflixte siebente Bier« spielt selbstverständlich auf das ›verflixte siebente Jahr‹ an (und auf einen Nils-Song), und dient einzig und allein dem Zweck, dass ich mir dieses nette Wortspiel im Gedächtnis bleibt. Als Titel für irgendwas.

2 Reaktionen zu “das verflixte siebente bier”

  1. Johnny Trotz

    ich stimme beim schlachtrufen mit ein und grüße die erweiterte Familie Vogel! Danke nochmal für die Waschmaschine!

  2. Chrischel

    mmmmh! tropfendes nutella auf heißem Toast! (hier bitte kopf in nacken legen, zunge raushängen lassen,sabbern und verträumt-benebelt schauen)

    apropos toast:

    ein toast auf die neue Befindlichkeit! mag ich!
    und bitte endlich wieder abc-kekse! da gefällts mir nämlich auch! so! genug ausrufezeichen!