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never mind christian simon, here’s wolfgang vogel (oder auch: der pseudonym-diskurs)

20. Januar 2008 von herr vogel

Seit einigen Tagen geistert sie wieder im Kopf herum, die Idee eines Pseudonyms. Eines neuen Pseudonyms wohlgemerkt, das immer dringlicher von Nöten wird, denn ich will mein bürgerliches Ich völlig von dem schreibenden lösen. Anders ausgedrückt: Mein bürgerlicher Name klingt einfach zu uncool, um ihn unter derart coole Texte zu setzen. Langjährige Leser werden nun anmerken, dass dieser Gedanke gewiss kein neuer ist, denn schon damals, »Vogelperspektive« und ja, schon damals hat der Vogel dazu … schon rausgekramt: »Pogotanz mit Hildegard«. Schon damals habe ich beschlossen, fortan nicht mehr »Christian Simon« zu heißen und habe nach Alternativen gesucht. Der irgendwo zwischen Pseudoadel und Edeltrash angelegte »Christian von Wolfgang-Simon« hat es allerdings nie über die Grenzen des besagten Eintrages hinaus geschafft – wie übrigens auch die Idee eines persönlichen Bodyguards recht bald ad acta gelegt wurde.

Nun allerdings wird’s ernst. Habe ich vor wenigen Tagen noch, im letzten Brief an Miss Flanders, von der Wichtigkeit dieser Unterscheidung zwischen Christian S. und Herrn Vogel berichtet, ist es nun an der Zeit, dem Kind an richtigen Namen zu geben; sprich: auch einen Vornamen. Auf die Idee, »Vogel« überhaupt als neuen Nachnamen zu verwenden, brachte mich übrigens das Deutsche Literaturarchiv Marbach, das dieses Blog in der »Virtuellen Fachbibliothek Germanistik« listet und mich dort aus undurchsichtigen Gründen als »Christian Simon Vogel« führt. Aber nett. Erste Ideen wie »C. Simon Vogel« und »Christian S. Vogel« wurden jedoch schnell als Bockmist abgetan. »Christian Leberecht Vogel« fand ich dagegen schwerst cool, aber irgendwie war mir das dann doch zu sehr 18. Jahrhundert. Obwohl, das nur nebenbei, ein Buch zu schreiben mit dem Titel »Ideen über die Schönheitslehre in Hinsicht auf sichtbare Gegenstände überhaupt und auf bildende Kunst insbesondere« beweist Stil, da gibt es nix. Doch ich schweife ab. Letztlich, und das ist der aktuelle Stand dieses ungemein wichtigen Pseudonym-Diskurses, fiel die Entscheidung darauf, meinen zweiten bürgerlichen Vornamen als Vornamen des Herrn Vogel zu verwenden, ihn also zu einem »Wolfgang Vogel« zu machen.

Erste Reaktionen waren durchaus positiv. »Wolfgang« hat Stil, überhaupt und insbesondere. Mir schweben dazu Bilder von karrierten Pollundern und Hornbrillen im Kopf rum, und aus irgendeinem Grund denke ich dabei an Jarvis Cocker mit Fünftagebart und einem T-Shirt, auf dem »Mädchenmusik« steht.

3 Reaktionen zu “never mind christian simon, here’s wolfgang vogel (oder auch: der pseudonym-diskurs)”

  1. LMB

    Wuhui!

    Hier gelandet! Schwieriger Spamschutz, meine Fresse, wer soll das denn um diese Zeit noch hinbekommen?

    Jedenfalls…

    Sagt dir »Identitätskrise« etwas? Ich meine klar würde ich mir auch einen neuen Namen ausdenken, wenn man meinen Vor- und Nachnamen immer durcheinander bringen würde… Aber hey… das hat wenigstens Stil »Christian Simon« … Etymologisch gesehen ist Vogel – nun… zumindest als dein Pseudonym – recht interessant!

    Mit Wolfgang habe ich allerdings ein Problem… abgesehen von der Hornbrillen-Konnotation, muss ich dabei immer an einen Nazi denken… der war ziemlich breit und ziemlich blöd… beides kann man von dir nun nicht behaupten – und dann überleg mal… alle werden dich »Wolfi-Vogel« rufen… oder schlimmer »Wolfi-Vogi« … das wäre nicht schön…

    Naja… man soll ja schlechte Erfahrungen bzw. Bekanntschaften nicht mit ihren Namen ewig verbinden… im Prinzip tun es aber doch die meistens, deswegen höre gar nicht auf mich. Sowieso.

    Der Name als letzter Identitätsanker. Anker.

    Wie wärs mit Jürgen Vogel? Aber den gibts schon. Volvo Vogel? Auto. Volker Vogel! Also das ist doch mal etwas… Alliterationen sind klasse!

    Ja… äh. ok..

    LG

    L

  2. herr vogel

    Also Identitätskrisen sind mir völlig fremd!

  3. LMB

    Also doch Viktor Vogel?

    Haben Luxemburger sowas nicht auch – genau wie Südtiroler? *g*

    Franzose? Deutscher? Letzeburger? Österreicher?

    Das muss ganz schön verwirrend sein! ;)