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Was war. Was ist. Was ist?

21. Februar 2008 von LeisureLorence

Wie jeder Mensch mit einem Funken Würde im Leib (wie mag das wohl aussehen?) verachten wir Metabloggen. Und doch ist es dann und wann an der Zeit, sich zurückzulehnen, auf das bisher Geschehene zurückzublicken, und darüber metazubloggen, zum Beispiel, wenn einem gerade nichts besseres einfällt. Wie gerade jetzt.

Die Geschichte der Brigade legt vor allem Zeugnis davon ab, wie zu schneller Erfolg korrumpiert und zerstört. Denn am Anfang kamen fast mit dem Startschuss die unausbleiblichen Lobeshmynen. People Magazine nannte die Brigade ein »reizendes verspieltes kleines Etwas«; ein seelenloser Spambot sagte sogar, die Seite sei »die merkwürdigste, die ich in den letzten 3 Monaten besucht habe.« Der vielzitierte Sky schien the limit. Dann im September nach genau einem Jahr der Schlussstrich. Was war geschehen? Zur Beantwortung dieser Frage, muss ich ein bisschen ausholen:

»Vergessen Sie in nächster Zeit nicht, zu blinzeln. Sonst trocknet Ihnen noch das Auge aus.« Solche Sätze sind es, die sich ins Gedächtnis brennen wie Minuten zuvor gebündelte Lichtpartikel in die Netzhaut. Sätze wie dieser, oder auch dieser:«Wenn Sie abtupfen, schließen Sie das Auge, Sie merken nicht, wenn Sie sich den Augapfel abwischen.«, geben immer ein gutes Gesprächsthema ab. Man war nicht im Krieg, aber man hatte einen Laser im Auge. Und eine Betäubungsspritze in den Augapfel. Und den original Augenöffner aus »Clockwork Orange« im – na, Sie wissen schon. Erstaunlich, wie vielen Menschen man mit einer detaillierten Schilderung zu Schweißausbrüchen und Unbehagen verhelfen kann. Veteranengeschichten zum Erzählen haben und ein Blog führen, das ein seelenloser Spambot für das merkwürdigste erklärt hat, das er seit drei Monaten besucht hat. Was für eine Herausforderung soll es da noch geben auf der weiten Welt?

Nun zum einen habe ich das Projekt angegangen, mich vom wohl empathischsten Männeken der Weltgeschichte. Zum Grostadtautisten auszubilden. Wozu man braucht? Richtig, eine Großstadt. Hab mir jetzt auch eine besorgt, fürchte jedoch: Ist eine gebrauchte. Tjo, speaking of neue Herausforderungen, ich bin jetzt bei der nutzlosesten Erfindung seit Urinsteinen mit Erdbeergeschmack angekommen, dem Tramp stamp des Web 2.0: Twitter.

Aber was schimpfe ich auf Web 2.0. Ich höre inzwischen suchtartig Last.Fm, und versuche das isländische Tangamodel, das in meiner Nachbarschaft aufgetaucht ist, mit meinem Musikgeschmack zu beeindrucken.

Und außerdem hätte ich ohne diesen YouTube-Clip zu Zeiten, in denen einem die Worte auf der Zunge zerfallen wie modrige Pilze, keine Möglichkeit, meine Gefühlslage verständlich zu machen:

3 Reaktionen zu “Was war. Was ist. Was ist?”

  1. herr vogel

    Flashing Lights, dabei muss ich jetzt immer an den Mallorca-DJ vor Justice denken.
    Außerdem ernenne ich dich hiermit zum offiziellen Brigaden-Chronisten.

  2. LeisureLorence

    Soll das heißen, ich muss die Konzert-kritik schreiben?
    Wieso gab’s eigentlich keine Fotos?
    Und mag es sein, dass der Animateur, wirklich DJ »Lucky Girl« Mehdi war?

  3. herr vogel

    Der erste Satz dieser Kritik würde sein: »Läscher und ich waren bei Justice. DJ Ötzi Mehdi war auch da.«
    Sollte er es den wirklich gewesen sein, war ich etwas enttäuscht. Justice fand ich dagegen deluxe, das Publikum hätte ich mir ein wenig pickelfreier gewünscht. Hey! Das wars ja eigentlich schon, die »Todesfalle E-Werk-Garderobe« überlasse ich Dir! Ich könnte mich mit einer Paint-Zeichnung aber beteiligen!