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Anna und der Sonnenschirm: Das dynamische Duo jetzt ein Trio. Mit Erektionen! (Windmühlen, Kapitel 12)

10. April 2008 von herr vogel

»Road-Trip!«, schrie Herr Vogel auf. »Road-Trip«, bestätigten Hans und auch Anna. Gerade hatten sie sich beim Kaffee beratschlagt, was Natalia wohl dazu bewogen haben könnte, Vitali in Russland aufzusuchen. Und ob überhaupt. Wirklich sicher waren sie sich erst, als sie Annas PC durchsuchten, an dem Natalia am Morgen gesessen hatte. Und tatsächlich, sie hatte einen Online-Routenplaner aufgesucht. St. Petersburg! Verraten durch die Verlaufsanzeige des Browsers. Wie gut, dass heutzutage alles gespeichert wird.
»Auf zum Batmobil!«, sagte Herr Vogel ganz beschwingt. Er war bei mittlerweile bei seiner üblichen Witzelei angelangt, nachdem er seine gefährliche Laberschleife erfolgreich hatte überwinden können. Schönheit macht sowas mit einem.

Hans verkniff sich das Summen der allseits bekannten Titelmelodie nach Herrn Vogels Batman-Kommentar. Nicht so die dritte Person im Bunde, Anna, die summte fröhlich drauf los, lachte und deutete mit der Hand in Richtung Auto. Sie schien begeistert von der Idee mit dem Road-Trip. Ein Flug nach St. Petersburg kam ohnehin nicht in Frage, für keinen der drei, so kurzfristig war das selbst im Billigflugzeitalter zu teuer. Herr Vogel war entzückt von Anna und ihrer euphorischen Freude ob des Road-Trips – und natürlich, weil sie auf seine Batman-Hampelei einstieg. Was ein reizendes Wesen, dachte er sich, während Hans schmollte, hatte der sich das Batman-Summen doch aus Coolnessgründen verkniffen. Doch begeistert war auch er, durchaus. Und trug was Anna betraf mindestens so große Neugier in sich wie Herr Vogel.

Herr Vogel und Hans warteten im Auto, während Anna oben in der Wohnung eine Reisetasche mit Klamotten und Proviant vollstopfte. »Gib’s zu«, sagte Hans zum Vogel, »du hattest auch einen Ständer, als sie die Tür geöffnet hat.«
Nicht, dass ihm dass nicht schon vorher aufgefallen wäre, zumindest an sich selbst hatte er den Effekt von Annas Erscheinung und überhaupt ihrer gesamten Aura bemerkt. Doch nun, dank Hans, dämmerte Herrn Vogel, dass Anna eine dieser Frauen war. Eine, dieser besonderen. Eine, bei der jedem Kerl, egal ob erfahrener Pornoakteur oder erfolgloser Dramaturg, sofort das Herz in der Hose aufging. »Und ich schäme mich kein Bißchen!«, antwortete Herr Vogel nur auf Hans´, wie er fand, unverschämte Frage.
Die Sonne schien, keine Wolke am Himmel. Anna trat aus der Haustür, das Gesicht mit einem Sonnenschirm verdeckt. Ein Accessoire von vielen, mit denen sie sich umgab und die ihre makellose Erscheinung stets gekonnt unterstrichen. Die Tasche lässig über die Schulter schritt sie den kleinen Pfad vom Haus bis zum Auto entlang wie auf einem Laufsteg; das Gesicht verdeckt vom Sonnenschirm, große rote Blumen darauf. Ton in Ton mit Haustür und Top. Kurz hob sie den Schirm an und lächelte darunter hervor. Wäre es ihm bewusst gewesen, hätte Herr Vogel nicht so gestarrt, schon gar nicht mit offenem Mund. Annas Silhouette schritt weiter, schwerelos, makellos, mit langen Schritten. »Du starrst«, wandte sich Hans an am Steuer sitzend an Herrn Vogel. Der antwortete nur: »Und du hast einen Ständer.«

Die gefühlte Ewigkeit, die Annas Weg vom Haus zum Auto andauerte, war dann doch viel zu schnell wieder vorbei. Die Tagträume, die sie durch ihre bloße Anwesenheit auslöste, wusste Anna ebenso schnell wieder zu zerstören. Sie schwang sich auf den Rücksitz, nachdem Herr Vogel ihr die Beifahrertür aufgehalten hatte. Sie bestand darauf, für’s Erste hinten zu sitzen. Und so war das dynamische Trio an Bord, das Batmobil auf dem Weg. Am Steuer ein männlicher Pornostar, am Beifahrersitz sein Dramaturg und auf der Rückbank die rote Anna, Gottes schönstes Geschöpf. Die ersten Kilometer stritten Vogel und Hans noch, wie der mittlere Rückspiegel einzustellen sei, wer von beiden die anwesende Schönheit mehr oder weniger heimlich darin betrachten durfte. Die Winkel des Rückspiegels wechselten alle zwanzig Sekunden, bis sich Anna schließlich in die Mitte der Bank setzte, damit die Streithähne sie beide darin sehen konnten. Dann sagte sie, fröhlich grinsend: »Und jeden Abend frag ich mich, wann nur verliebt sich wer in mich.«

Windmühlen: Vorwort und Kapitelübersicht

2 Reaktionen zu “Anna und der Sonnenschirm: Das dynamische Duo jetzt ein Trio. Mit Erektionen! (Windmühlen, Kapitel 12)”

  1. Chrischel

    arg,dieser spannungsbogen ist unerträglich! :)

    einziger Makel: »(…)sagte Hans zum Vogel (…)«
    Ich nehme an es ist der HERR Vogel…

  2. herr vogel

    Ist schon Absicht, irgendwo gibts auch einen »Herr Hans« … ;)