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Frühlings Gebiete

3. Mai 2008 von Johnny Trotz

Der Buchladen meines Vertrauens tut ja sein Bestes, meine Bibliophilie/Konsumsucht zu füttern. Und weil ich Herrn Vogel bei seiner Liste helfen und ihn in das Frühwerk Wedekinds einführen wollte, fragte ich nach Frühlings Erwachen – aber bitte nicht in der Reclam-Ausgabe. Der Buchhändler kärnterte ein charmantes »Hammaned« und ich wollte mich enttäuscht zum gehen wenden.

Dann aber sprang mir das quietschpink von Charlotte Roches Feuchtgebiete in die Pupillen, und Neugier und Hype-Hörigkeit zwangen mich, es zu kaufen.

Beim Zahlen aber meinte der Buchhändler: »Ach, Feuchtgebiete. Ist ja eigentlich das Frühlings Erwachen des 21. Jahrhunderts.«

Ich war baff. Fand keine Worte. Nur € 15,40 in meinem Geldbeutel. Jetzt aber habe ich Feuchtgebiete gelesen und kann leicht hüstelnd »NEIN« sagen. Bestimmt ist es mutig, vielleicht ist es wichtig und auf jeden Fall ist es verstörend genug, um in Erinnerung zu bleiben.

Aber es ist keine tiefberührende Tragikomödie über die Orientierungslosigkeit des Erwachsenwerdens, die auch nach über 100 Jahren nichts an ihrer Aktualität verloren hat.

Eine Reaktion zu “Frühlings Gebiete”

  1. Chrischel

    ich fands nett..war das spannendste was die buchhandlung flughafen frankfurt-hahn (wer kennts nicht) zu bieten hatte und hat mir die reise bis kurz vor die dubliner haustür versüßt…
    wobei versüßt wohl das falsche wort ist..

    allerdings muss ich zugeben, dass es eine dieser »wie, schon vorbei?!«-handlungen war…allerdings im negativen sinne? irgendwie hat mir da irgendwas gefehlt..

    und erschreckend für mich persönlich finde ich, dass mir als erste szene beim gedanken an das buch immer die aktion am bettrad einfällt, um den aufenthalt zu verlängern…
    jetzt habe ich angst vor mir selber…

    Die Idee, Frühlings Erwachen mit Feuchtgebiete zu vergleichen, ist amüsant, interessant und auf den ersten blick auch sicher nicht komplett falsch…aber dennoch ist das wohl doch noch einmal eine ganz andere kategorie als der eindruck den der roche’sche »ich schreib einfach ma druff los!«-stil erweckt..