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Wir nennen es Reaktivitätsanalytik

23. Juni 2008 von herr vogel

Ich bin seit neun Uhr wach. Herr Trotz stürmte gerade (WIESO HAB ICH DENN VERSCHLAFEN??) unter die Dusche und von da in die Arbeit. Ich arbeite an tausend anderen Dingen, nur nicht an denen, die z.B. morgen abgefragt werden. Hin und wieder fasse ich zusammen, lese nochmal durch und – da Wiederholung der Schlüssel zur Filterbezwingung zwischen ikonischem und Kurzzeitgedächtnis ist – glaube, dass mir das alles einfällt, wenn ichs brauche. Weil interessantes Phänomen: Obwohl man glaubt, praktisch nichts zu wissen, weiß man alles. Das ist so, sagt auch die Heidelbergerin, weil sie hat das auch festgestellt und vertraut darauf – in diesen Minuten auf ihrem Weg zur Prüfung (irgendwas exotisches wie »Reaktivitätsanalytik«). Hängt alles mit Aktivierungsniveau zusammen und Meditiationstechniken. Auch wenn man keine Angst vor Prüfungen hat – wie käme ich denn dazu, diese vom miesen System erdachten Standardisierungsinstrumente als Maßstab meiner persönlichen Fähigkeiten zu akzeptieren – empfehlen sich zur Vorbereitung ähnliche Methoden wie zur Bewältigung von sagen wir Flugangst. Oder Angst vorm Meer. Oder vor Achterbahnen. Oder vor antiken Möbeln.

Was nehmen wir also: »Systematische Desensibilisierung« oder »Flooding«? Für ersteres fehlt die Zeit, der Therapeut und die Phobie. Sowas wie Flooding findet sich aber schon, es nennt sich »X Prüfungen in Y Tagen« und je höher X und je geringer Y, desto Flooding. Oder so. Behaupte ich einfach mal, aber es lesen studierte Publizisten mit, also muss ich aufpassen, ihr Metier nicht zu komplettem Quatsch umzuschreiben. Denn eigentlich handelt es sich beim Flooding ja nur um „ins kalte Wasser werfen“. Totale Reizüberflutung, totale Konfrontation, totale Panik. Aber, sehr schön, diese Panik geht vorbei (physiologische Notfallreaktion) und führt entweder zu (a) einer Beruhigung und einem Annehmen der Situation, man schwimmt ja im Wasser und kann sowieso nichts daran ändern, also alles wird gut und die Phobie ist geheilt oder aber (b) man kollabiert und stirbt.

Ich seh schon, ich muss da nochmal ran. Ich melde mich dann später mit neuen Theorien zum internalen und externalen Attribuieren und erläutere am eigenen Beispiel die Zusammenhänge zwischen gelernter Hilflosigkeit und dem Elende-Welt-Syndrom. »Reaktivitätsanalytik« gibt’s übrigens nicht, steht aber immerhin symbolisch dafür, dass ich besser zuhören muss, wenn andere Menschen über ihr Studium reden. OH MAN WAS EIN NULL-CONTENT-BEITRAG.

NOTIZ: Reaktivitätsanalytik gibts doch.

2 Reaktionen zu “Wir nennen es Reaktivitätsanalytik”

  1. Johnny Trotz

    say what?

  2. miss f

    ich hab sowieso keine ahnung und im namen des faches, das sich ja ganz generell ungeliebt fühlt, freuen wir uns über die Referenz! Ich gebe das gleich weiter an die DGPuK.