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Feel Free to Masturbate: GV-Briefwechsel ohne Fummeln. (4)

3. August 2008 von Miss Flanders

Mein werter Herr Trotz,

Es scheint mir mehr als angebracht, auf die von Ihnen angesprochene, höchst kontroverse GV-Abschweifungsproblematik einzugehen! Auch ich frage mich: Warum können viele einst oder noch sexgeplagte, äußerst fähige Menschen wie Sie und ich, die anfängliche Euphorie von I-wanna-get-physical-physical nicht bis GV-Ende aufrecht erhalten? Soll das heißen: Alle die, die guten Sex suchen, sie müssen kapitulieren? Gibt es deswegen kaum Popsongs über erfolgreich absolvierten Intercourse?

Ich vermute ja mittlerweile, dass viele Praktizierende sowie Nicht-Praktizierende dem Fehlglauben erliegen, GV als zielgerichtete Freizeitaktivität mit Anfassen zu betrachten. Man dürfe hierbei niemanden einen Vorwurf machen, denn egal ob bei der Jagd, bei Magic Cube oder World of Warcraft, überall gibt es Regeln mit klar festgelegtem Beginn, Schluss, Sieg, Niederlage. In Sachen Liebemachen existiert zwar ebenfalls eine Art sexualkulturelles Einverständnis, nach Höhepunkt eines der Beteiligten, automatisch voneinander abzulassen. Wenn aber analog weitergedacht, das A und O im GV, der oft auf sich warten lassende, ein- oder beiderseitige Orgasmus sein soll, können Ihnen – und auch mir, sowie vielen anderen – dann wirklich Vorwürfe gemacht werden, wenn wir bei der langwierigsten Sache der Welt und dem damit einhergehenden Verdruss, nicht unendlich mental anwesend zu bleiben vermögen?

Die Antwort kann nur lauten: Nein und Schluss mit Rein-Raus-GPunkt-O-und-Aus-Vorstellungen! Dem Idealismus im Sexualleben, dem Streben nach Glück (also auch Will Smith-Filmen) muss endgültig entsagt werden. Nicht aber, ohne den mittlerweile wenigen, übrig gebliebenen sexuell aktiven Lesern mit Lösungsvorschlägen aufzuwarten: Für bevorstehenden GV-Aktivitäten sollte künftig eine von beiden Bettgenossen für angemessen befundene Zeitspanne vereinbart werden. Man könnte dafür, als Zeitmessgerät, eine Cd von zunächst nicht allzu einschüchternder Länge wählen. „Is this it“ würde sich jedenfalls eignen. Was bei „Take it or leave it“ nicht geschafft ist, kann zu keinem passenderen Zeitpunkt beendet werden! Die knappen 30 Minuten lassen sich weiters auch ohne – wie meinten Sie noch – Rauchpausen und sonstige Täuschungsmanöver gut überbrücken. Ansonsten könnte bei Bedarf immer noch auf diverse, kürzere Single-Compilations ausgewichen werden. Ich schlage gleich mal Olivia Newton John vor. Was denken Sie?

Ihnen glorreiche Zeiten,
Miss F.

3 Reaktionen zu “Feel Free to Masturbate: GV-Briefwechsel ohne Fummeln. (4)”

  1. LMB

    Pink Floyd – Animals.

    … hier stand ein Absatz über die Fokussierung der Befriedigung des Gegenüber/der Gegenübernden… wegen utopischen Anwandlungen gestrichen.

    Die Ärzte – Yoko Ono.

  2. Der Wassertrinker

    wollte auch grad sagen nur yoko ono von ärzten spieln..was bis dahin nicht geschafft ist…
    ;) naja.
    egal… ansonsten als gegenstück in a gadda da vida

    homie:«hey marge, remeber when we used to make love to this hymn«
    rverend lovejoy: »wait a minute this sounds like rock and OR roll«

  3. miss f

    Ja, Monsieur Boire d’Eau! Für Könner! In the garden of eden! ich hab mich gleich drauf verlinkt.