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Feel Free to Masturbate: GV-Briefwechsel ohne Fummeln. (9)

25. September 2008 von Johnny Trotz

Miss F.!

Sie verkriechen sich in Paris und photographieren Brot, ich verwandele mich zusehends in eine Catering-Maschine.

Wir haben haben alle unsere Kreuzbalken zu hieven.

Bevor ich mich aber vollends in der Berechnung von Risotto-Verbrauch pro Norm-Mensch verliere, noch einige Worte zum wohlbekannten Untenrum Süd:

Wir haben nun also festgestellt, dass die Bravo sowohl entzaubernd als auch nicht-erfüllbare Erwartungen schürend auf unsere längst vergessenen und von Akne geplagten Pubertäts-Ichs wirkte. Würde ich nicht ohnehin schon ihre Meinung teilen, würde mir jetzt ein JA! enträuspern. Anstatt dessen fühle ich mich gezwungen, ihre akzeptierte und mangels Kommentaren auch als bronzene Regel anzusehende Behauptung noch weiter zu unterstützen.

So meine ich mich zu erinnern, dass ca. 1998 ein gewisser Oliver das Dr. Sommer-Team fragte, ob denn der Umstand, dass er die nachsportliche Schwanz-Parade in den Duschen seiner ungenannten, ostdeutschen Heimatstadt mehr genießt als den Sport an sich, bedeute, dass er jetzt schwul sei und was er denn dagegen machen könne?

Diesem Oliver wurde, man muss sich das nur mal vorstellen, gesagt, dass das a) wirklich voll okay sei, dass er sich b) keine sorgen machen soll und dass das vielleicht c) nur eine Phase sei.

a) Okay? Okay? Das ist nicht okay, das ist phantastisch! Nicht zeigt das Faktum, dass er noch mit den anderen Fußball spielen darf, dass er »einer von den Jungs ist«, nein, auch das Duschen dient nicht nur der persönlichen Hygiene, es macht in Olivers Fall auch ungehörig Spaß! Und wenn man Stephen Fry glauben will (das muss man: »Thou shalt not question Stephen Fry») dann eröffnet das »zu den Jungs gehören« ungeahnte sexuelle Möglichkeiten.

b) Doch, Oliver! Mach dir Sorgen! Was das kostet! Der Umzug nach Berlin, in einer Werbe-Agentur arbeiten/ Irgendwas mit Mode machen, den komplette Madonna-Backkatalog Kaufen und auf Abba-Reunion-Gig-Tickets auf Ebay bieten. (Tut mir leid, Oliver, aber du kamst mir von Anfang an wie ein zweibeiniges Klischee-Monster vor)

c) Nur eine Phase? Dazu kann ich in Olivers Fall nichts sagen. Oder doch: Wenn das Sichhingezogenfühlen zum gleichen Geschlecht nur eine Phase ist, dann ist sie, genau wie z.B. der Schnitt von Beinkleidern, Trends unterworfen. Miss F., ich wage hiermit zu behaupten, dass die Unmengen sich küssender Mädchen in der U6 meines Vertrauens direkt mit der Chartplazierung von »I Kissed a Girl (And I Liked it)« zu tun hat. Deswegen wünsche ich allen Olivers dieser Welt, dass diese Emocoverversion bald viral abgeht wie Schmidts Katze.

Miss F., ich schweifte ab.

Verehrungsvoll:

Ihr Johnny Trotz

P.S: »Briefe an Oliver: Foliantenweise Ratschlag an die Neunziger« – wäre das nicht auch was für uns? Wir könnten kreischenden Mädchen sagen, dass Robbie der mit der Karriere sein wird, könnten Computerblaseninvestoren sagen, dass sie ihre Aktien anders investieren sollen, und könnten verhindern, das Freaks & Geeks abgesetzt wird. Sollten wir?

2 Reaktionen zu “Feel Free to Masturbate: GV-Briefwechsel ohne Fummeln. (9)”

  1. miss f

    wir sollten! die 90er! will sie zurück! dann würd ich wieder keyboard spielen, mich mit bravohits zufrieden geben und wär, dank mama, auch mal wieder gut angezogen.

  2. miss f

    ich musste heute an Oliver denken. Pourquoi? klicken sie auf meinen namen…