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	<title>Die Brigade &#124; blog-briga.de &#187; Miss Flanders</title>
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		<title>Feel Free to Masturbate: GV-Briefwechsel ohne Fummeln. (10)</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Oct 2008 13:16:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miss Flanders</dc:creator>
				<category><![CDATA[Briefwechsel]]></category>

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		<description><![CDATA[Mon Cher Johnny Trotz,
Ich muss dir Recht geben. Ja, ich hab mich in Paris verkrochen!
Aber nicht nur, wie Sie Monsieur richtig feststellten, um Brot zu photographieren (die schöne, auch französische Schreibweise mit doppel-h! Vielen Dank!), ich befürchte weiters, dass ich mich vor allem aus folgendem Grund natürlich zurückziehen muss: Ich bin in dem(!) GV-Land schlechthin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mon Cher Johnny Trotz,</p>
<p>Ich muss dir Recht geben. Ja, ich hab mich in Paris verkrochen!<br />
Aber nicht nur, wie Sie Monsieur richtig feststellten, um Brot zu photographieren (die schöne, auch französische Schreibweise mit doppel-h! Vielen Dank!), ich befürchte weiters, dass ich mich vor allem aus folgendem Grund natürlich zurückziehen muss: Ich bin in dem(!) GV-Land schlechthin gelandet.<span id="more-876"></span></p>
<p>Lieber Herr Trotz, ich spreche aber weniger von mich möglicherweise einschüchternden, universal zugegenen Kondomautomaten (in U-Bahnstationen oder neben Sitzgelegenheiten vor Cafés) oder phallisch anmutenden Baguettes, die in bestimmt stimulierender Absicht durch die Gegend getragen werden. Ich weiß auch nicht, ob es wirklich Frankreich bzw. Paris ist. Vielleicht ist es eher ein typisches Erasmus-Phänomen. Unterm Strich oder wohl besser gesagt: unter der Gürtellinie, bin ich jedenfalls &#8211; und Oliver wäre es bestimmt auch &#8211; sexuell verunsichert. Zur Abwechslung aber nicht der Orientierung wegen, wie in Olivers Fall, oder der Versagensangst an den eigenen Erwartungen, wie vielleicht in meinem Fall. Ich glaube, es liegt vielmehr an den anderen, mir unbekannten Sex-Codes. Warum wir ohne weiteres eine EU bilden können, mit einheitlicher Währung und Gesetzen und dann daran scheitern, standardisierte, länderübergreifende Euphemismen für &#0187;Willst du mit mir schlafen?&#0171; festzulegen, ist mir und vielleicht auch Ihnen ein Rätsel.<br />
Möglicherweise tue ich diesen Menschen auch Unrecht, wenn ich ihnen schon nach dem ersten Aufeinandertreffen gleich wie folgt, horizontale Gedanken unterstelle.<br />
Folgende Top 3 an GV-Codes haben mich jedenfalls auf eine harte Kombinationsprobe gestellt:<br />
1.&#0171;Ich helf dir die Formulare ausfüllen. Wo ist dein Zimmer?&#0171;<br />
2.&#0171;You wanna see a picture of me with short hair? It&#8217;s in my room on the computer.&#0171;<br />
3.&#0171;Lass uns da (ich ergänze: die gruselige, dunkle Stiege) rauf gehen. Dann zeig ich dir mein altes Chemie-Laboratorium.&#0171;</p>
<p>Was ist nur aus der guten, alten Briefmarken- bzw. Plattensammlung geworden? Glauben Sie eventuell auch, werter Herr Trotz, dass diese GV-Verschleierungstaktiken heutzutage von trauriger Notwendigkeit geworden sind? Müssen Menschen, aufgrund der von uns mehrmals festgestellten rückläufigen Paarungsbereitschaft gezwungenermaßen zu GV-Botschaften greifen, die nur wenige sofort zu decodieren vermögen, um so ihre ohnehin geringen Sex-Chancen etwas zu erhöhen? Ganz im Sinne von &#0187;to trick somebody into sex&#0171;?<br />
Ich glaube, ich vermisse dahingehend wieder einmal die 90er! Ich behaupte, da waren die Sexcodes doch sowohl für Praktizierende, als auch Nicht-Praktizierende entdeutiger zu knacken. Wenn man es treiben wollte, trug man Netzhemden, die die Nippel durchscheinen ließen und hörte E-Rotic zusammen. Wahlweise &#0187;Fred come to bed&#0171; oder &#0187;Help Me Dr. Dick&#0171;. Die, die es tun wollten, taten es daraufhin. Und die, die keinen Bock auf Technoficks hatten, haben ihre Blusen bis nach oben zugeknöpft getragen und hörten lieber weiter Oli P. oder Just Friends.</p>
<p>Tiefe Französische Grüße aus dem Land, wo Smegma und Speichel en masse fließen.<br />
Ihre Miss F.</p>
<p>P.S.: Ich begebe mich bereits auf eine abenteuerliche Recherche bezüglich französischen Bravo-Pendants. Was wäre ich denn für eine Miss F., wenn ich hier in Paris nicht auf das Pferd für inter-nationale GV-Vergleiche aufspringen würde?!<br />
**<br />
P.P.S: Vielleicht sollten wir wieder direkt unser Wort an den lieben Wassertrinker richten. Ein Kommentar wäre uns sicher!</p>
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		<title>Feel Free to Masturbate: GV-Briefwechsel ohne Fummeln. (8)</title>
		<link>http://blog-briga.de/2008/09/feel-free-to-masturbate-gv-briefwechsel-ohne-fummeln-8/</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Sep 2008 21:19:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miss Flanders</dc:creator>
				<category><![CDATA[Briefwechsel]]></category>

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		<description><![CDATA[Mein verehrter Johnny Trotz,
Vielen Dank für Ihre letzten Zeilen. So müsste das in der Bravo stehen! Dann hätte ich schon 12 Jahre früher gewusst, dass hinter Liebe mehr als Händehalten zu Sonnenuntergängen steckt. Auch wenn ich den Unmut unseres Wassertrinkers ein weiteres Mal auf mich ziehe, muss es gesagt werden: Liebe stört, macht blind, blöd [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mein verehrter Johnny Trotz,</p>
<p>Vielen Dank für Ihre letzten Zeilen. So müsste das in der Bravo stehen! Dann hätte ich schon 12 Jahre früher gewusst, dass hinter Liebe mehr als Händehalten zu Sonnenuntergängen steckt. Auch wenn ich den Unmut unseres Wassertrinkers ein weiteres Mal auf mich ziehe, muss es gesagt werden: Liebe stört, macht blind, blöd und abhängig. Das wahrhaftig Faszinierende ist aber, dass Menschen dennoch oder gerade deswegen überall und unaufhörlich schalmeien: „Ich bin zwar sexuell befreit, aber trotzdem, werte Amore, bitte behindere und irritiere auch mich!“. Lieber Nils, vielleicht denkst du immer noch, ich wäre herzenskalt („wie der Winter und Hitler zusammen“), aber was ist, wenn ich sage: Insgeheim schalmeie auch ich?</p>
<p><span id="more-840"></span>Herr Trotz, liebe Leser, ich entschuldige mich sogleich für diese unverzeihliche Rührseligkeit eben. Das muss am wochenlangen Konsum von Monogamie-Werbefilmen liegen! Eklige Perfektionsromantik, vorwiegend aus Hollywood. Da, wo die, die lieben auch immer großartigen Sex haben. Und die, die Sex haben auch immer großartig lieben. Wie in der Bravo! Vielleicht ist die Bravo tatsächlich das verzeitschriftlichte Pendant zu Keinohrhasen und Co., das deutschsprachige Monogamie-Reklameprospekt mit sexy Starschnitt.</p>
<p>Mein ganz persönliches Unverhältnis zu GV hat jedenfalls zu großen Teilen mit der darin befindlichen Rubrik „Das Erste Mal“ zu tun. Aber verstehen Sie mich nicht falsch, Herr Trotz, ich spreche nicht von den Voraussagen kurzer, stechender Schmerzen oder NichtwissenwohinmitdenHänden in diesen Schilderungen von erstem DreimalX (Sex!). Es ist vielmehr der erwartungsvolle Subtext, demzufolge allerhöchste Perfektion an den GV- Ablauf gestellt wird. Eltern ausschalten, die neue Kuschelrock-LP, zu Herzen drapierte Rosenblätter und Unmengen von brennenden Qualitätskerzen. Das Diktat vom Gemeinsamkommen, nicht zu vergessen! Mit den aktiven Jahren entwickelte sich bei mir eine Art Sex-Panik, die Sie sich &#8211; veranschaulicht durch folgenden inneren, präsexuellen Monolog &#8211; ungefähr so vorstellen müssen: „Das Licht ist aber gedämpfter als vorher. Hm, da drüben brennt ja eine Duftkerze. Seit wann läuft eigentlich diese stimulierende CD?“. Kurze Denkpause. „Ach, du Schreck! Jetzt gibt’s gleich Sex!“. Ein Gefühl wie vor der Fahrprüfung. Mit Bloßnichtversagen, weil Allekönnendas. Die Bravo ist also, wieder mal an allem schuld!</p>
<p>Aber so schlimm ist das gar nicht, werter Herr Trotz, denn ich darf Ihnen von einer unglaublichen Entdeckung berichten. Das ultimative Analgetikum (mein neues Lieblingswort) gegen GV-Verdrossenheit! Mit dem Nackt-Scanner von Jamba nämlich, benötigt man jediglich ein Foto seines Schwarms, um jenen daraufhin unverhüllt bestaunen zu können. Herr Trotz, wo ist eigentlich das Brigaden-Familienalbum?</p>
<p>Ich bin übrigens eine schreckliche Fahrerin.</p>
<p>Herzliche Kuschelrockgrüße,<br />
Miss F.</p>
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		<title>Feel Free to Masturbate: GV-Briefwechsel ohne Fummeln. (6)</title>
		<link>http://blog-briga.de/2008/08/feel-free-to-masturbate-gv-briefwechsel-ohne-fummeln-6/</link>
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		<pubDate>Mon, 18 Aug 2008 09:39:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miss Flanders</dc:creator>
				<category><![CDATA[Briefwechsel]]></category>

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		<description><![CDATA[Mein geschätzter Herr Trotz,
Ich freue mich sehr, dass wir uns mit „Is this it“ auf den(!) ultimativen GV-Soundtrack einigen konnten. Auch gefällt mir die von Ihnen umrissene Problematik der u.a. von Musik getragener Beeinträchtigung penetrativer Akte. Ich denke da persönlich, an ein viel zu oft gespieltes Mixtape von 2004, hauptsächlich aufwartend mit den damaligen, alternativen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mein geschätzter Herr Trotz,</p>
<p>Ich freue mich sehr, dass wir uns mit „Is this it“ auf den(!) ultimativen GV-Soundtrack einigen konnten. Auch gefällt mir die von Ihnen umrissene Problematik der u.a. von Musik getragener Beeinträchtigung penetrativer Akte. Ich denke da persönlich, an ein viel zu oft gespieltes Mixtape von 2004, hauptsächlich aufwartend mit den damaligen, alternativen Charthits. Jetzt weiß ich erst: Schon 2 Jahre später hat man es dazu natürlich(!) nicht mehr ordentlich treiben können.<span id="more-834"></span></p>
<p>Ich befürchte aber weiters, dass die zwischenmenschlichen Sexy Times neben Formatradio-Sing-alongs und Choreographie gestützten Ballermannhits, selbst von durchaus guter Musik empfindlich gestört werden können. Eddie Argos besingt in “Pump Up the Volume”- aus gutem Grund wie ich finde &#8211;  diese Sexsituationen-spezifischen Zwiespälte, denen (Musik-) Liebhaber oft ausgeliefert sind: „I know I shouldn’t and it’s possibly wrong – to break from your kiss and turn up a pop song.“<br />
Die 68er würden uns ein Schnippchen schlagen, wenn sie ahnen könnten, dass wir inzwischen lieber Katzen streicheln, Der kleine Prinz lesen, einen guten Chorus dem Coitus vorziehen oder insgeheim auf Blogs was von Sexbedeutungslosigkeit durch Trennung vom Fortpflanzungskontext (ausgelöst durch die Anti-Baby-Pille und postcoitalen Vaginal-Colaspülungen) erzählen, anstatt es einfach und fortwährend zu tun.</p>
<p>Lasse ich mich gerade zu fragwürdigen Hypothesen hinreißen, wenn ich meine, alles liegt am neuerdings kulturell grundsätzlich verloren gegangenen Sex Drive, vorwiegend beim männlichen Geschlecht? Früher die Entschuldigung Numero Uno nach Seitensprüngen („Sorry, ich musste spermienansammlungsbedingt Druck ablassen.“) und jetzt vergessen, verdrängt oder sublimiert? Reicht es vielen Männern und Frauen inzwischen, sich ausschließlich GV-Gedanken theoretischer Natur zu machen („Beim Intercourse könnte es der Sache vielleicht dienlich sein, fortwährend die Eingangsakkorde von Someday zu vernehmen“)? Warum verhalten Sie sich viele ganz entgegen ihrer natürlichen Bestimmung:  Raus zugehen, um – ich darf Sie zitieren – zu vögeln und/oder zu tanzen? Naht infolge ein Ende des Vollziehen-der Ehe-Paragraphs, sowie der allseits beliebten Missionarstellung?</p>
<p>Die letzte Frage würd ich mir gerne anmaßen, zu beantworten. Ich glaube: Ja.  Und: Mit dieser Korrespondenz kommen wir den goldenen Zeiten ein großes Stück näher.</p>
<p>Hochachtungsvoller als andere,<br />
ihre Miss F.</p>
<p>P.S.: GV-Verdrossenheit! Sehr passende Catch Phrase für das bestimmt demnächst erscheinende, nur für kurze Zeit erhältliche, exklusive T-Shirt zum Briefwechsel!</p>
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		<title>Feel Free to Masturbate: GV-Briefwechsel ohne Fummeln. (4)</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Aug 2008 05:51:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miss Flanders</dc:creator>
				<category><![CDATA[Briefwechsel]]></category>

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		<description><![CDATA[Mein werter Herr Trotz,
Es scheint mir mehr als angebracht, auf die von Ihnen angesprochene, höchst kontroverse GV-Abschweifungsproblematik einzugehen! Auch ich frage mich: Warum können viele einst oder noch sexgeplagte, äußerst fähige Menschen wie Sie und ich, die anfängliche Euphorie von I-wanna-get-physical-physical nicht bis GV-Ende aufrecht erhalten? Soll das heißen: Alle die, die guten Sex suchen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mein werter Herr Trotz,</p>
<p>Es scheint mir mehr als angebracht, auf die von Ihnen angesprochene, höchst kontroverse GV-Abschweifungsproblematik einzugehen! Auch ich frage mich: Warum können viele einst oder noch sexgeplagte, äußerst fähige Menschen wie Sie und ich, die anfängliche Euphorie von I-wanna-get-physical-physical nicht bis GV-Ende aufrecht erhalten? Soll das heißen: Alle die, die guten Sex suchen, sie müssen kapitulieren? Gibt es deswegen kaum Popsongs über erfolgreich absolvierten Intercourse?<span id="more-814"></span></p>
<p>Ich vermute ja mittlerweile, dass viele Praktizierende sowie Nicht-Praktizierende dem Fehlglauben erliegen, GV als zielgerichtete Freizeitaktivität mit Anfassen zu betrachten. Man dürfe hierbei niemanden einen Vorwurf machen, denn egal ob bei der Jagd, bei Magic Cube oder World of Warcraft, überall gibt es Regeln mit klar festgelegtem Beginn, Schluss, Sieg, Niederlage. In Sachen Liebemachen existiert zwar ebenfalls eine Art sexualkulturelles Einverständnis, nach Höhepunkt eines der Beteiligten, automatisch voneinander abzulassen. Wenn aber analog weitergedacht, das A und O im GV, der oft auf sich warten lassende, ein- oder beiderseitige Orgasmus sein soll, können Ihnen – und auch mir, sowie vielen anderen – dann wirklich Vorwürfe gemacht werden, wenn wir bei der langwierigsten Sache der Welt und dem damit einhergehenden Verdruss, nicht unendlich mental anwesend zu bleiben vermögen?</p>
<p>Die Antwort kann nur lauten: Nein und Schluss mit Rein-Raus-GPunkt-O-und-Aus-Vorstellungen! Dem Idealismus im Sexualleben, dem Streben nach Glück (also auch Will Smith-Filmen) muss endgültig entsagt werden. Nicht aber, ohne den mittlerweile wenigen, übrig gebliebenen sexuell aktiven Lesern mit Lösungsvorschlägen aufzuwarten: Für bevorstehenden GV-Aktivitäten sollte künftig eine von beiden Bettgenossen für angemessen befundene Zeitspanne vereinbart werden. Man könnte dafür, als Zeitmessgerät, eine Cd von zunächst nicht allzu einschüchternder Länge wählen. „Is this it“ würde sich jedenfalls eignen. Was bei „Take it or leave it“ nicht geschafft ist, kann zu keinem passenderen Zeitpunkt beendet werden! Die knappen 30 Minuten lassen sich weiters auch ohne – wie meinten Sie noch – Rauchpausen und sonstige Täuschungsmanöver gut überbrücken. Ansonsten könnte bei Bedarf immer noch auf diverse, kürzere Single-Compilations ausgewichen werden. Ich schlage gleich mal Olivia Newton John vor. Was denken Sie?</p>
<p>Ihnen glorreiche Zeiten,<br />
Miss F.</p>
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		<title>Feel Free to Masturbate: GV-Briefwechsel ohne Fummeln. (2)</title>
		<link>http://blog-briga.de/2008/07/feel-free-to-masturbate-gv-briefwechsel-ohne-fummeln-2/</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Jul 2008 19:22:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miss Flanders</dc:creator>
				<category><![CDATA[Briefwechsel]]></category>

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		<description><![CDATA[Mein lieber Herr Trotz,
Es freut mich sehr, dass es nun tatsächlich zu einem thematisch betont horizontalen Briefwechsel zwischen uns gekommen ist. Es war an der Zeit. Die Leute wollen &#8211; nach der Kommerzialisierung des Sex und allgegenwärtiger Digitalpenetration &#8211; endlich wieder über Entsagung plus Spaß am Nicht-Sex lesen. Gute Gründe dafür, werden wir der nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mein lieber Herr Trotz,<br />
Es freut mich sehr, dass es nun tatsächlich zu einem thematisch betont horizontalen Briefwechsel zwischen uns gekommen ist. Es war an der Zeit. Die Leute wollen &#8211; nach der Kommerzialisierung des Sex und allgegenwärtiger Digitalpenetration &#8211; endlich wieder über Entsagung plus Spaß am Nicht-Sex lesen. Gute Gründe dafür, werden wir der nach sexueller Regression fordernden Leserschaft dabei bis zur Wiederherstellung ihrer (geistigen) Virginität en masse liefern. „I don’t feel better when I’m fucking around“, sang ja auch schon Julian Casablanca über die Unlust an der Leibeslust. Sehen Sie, wir befinden uns also in bester Gesellschaft.</p>
<p><span id="more-803"></span> Gehe ich übrigens recht in der Annahme, dass Sie mit Ihrer Frage nach sexuell konnotierten Speisen auf meine sehr persönliche Schwäche für phallisches Obst und Gemüse anspielen wollten? Wenn nicht, so bekenne ich hiermit selbst feierlich: „Ja, ich habe beim Verzehr von Bananen und Karotten regelmäßig unkeusche Gedanken.“ Abgesehen davon, hat vor allem auch das Spritz-und Fun-Getränk Coca Cola eine ganz ähnliche Wirkung auf mich. Gleich einer durch Lawinen ausgelösten Evakurierungspanik hallt es bei dessen Anblick in rouge-noir  „Achtung, GV! Obacht, Sex!“ durch meine Großhirnlandschaft. Vielleicht wussten Sie’s noch gar nicht: Coca Cola tötet nämlich nachweislich Spermien ab und ist daher vermutlich ebenfalls im Stande, ganze aufkeimende Schwangerschaften einfach wegzuspülen (kein Gewähr). Ich merke schon, mein FuckFoodWissen wird für eine zufriedenstellende Beantwortung Ihrer Frage nicht ausreichen.<br />
Vielleicht tröstet Sie aber die Tatsache darüber hinweg, dass ich Ihre &#8250;Theorie von der Abwesenden (Plakatflächen deckenden) Leckmuschel zur Erklärung von den miserablen Sexsituationen europäischer Frauen&#8249; überaus interessant finde. Ich könnte mir sogar gut vorstellen, dass ich geradezu frenetisch für Sex zu begeistern wäre, hätten nicht ausschließlich mit oralen Reizen jener einschlägigen Art geizende CityLights, die Wege meiner Kindheit erleuchtet. In naher Zukunft könnte den bereits erwachsenen, biederen Frauen Österreichs eine regionale Adaption des Nackt-und-glücklich-immerfort-durch-isländische-Wälder-Laufens eventuell zu Coitus-reicheren Leben verhelfen. Die Zivilisation hat aber auch ihre Vorteile! Ganz vorne: Straßen-Verkehr vor Geschlechts-Verkehr. Selbst mit der Bahn kommt irgendwann jede und jeder ans gewünschte Ziel!<br />
Abschließend möchte ich Ihnen gerne unendlich viele Fragen – weit über Ybbsitzer Fensterläden hinauslehnend &#8211; entgegen rufen. Ich belasse es aber zunächst bei einer einzigen, verkehrspsychologischen: Was sind eigentlich Ihre persönlichen GV-Farben, Herr Trotz? Und sagen Sie jetzt nicht: Schwarz-Rot-Gold.</p>
<p>Herzlich, Ihre Miss F.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>10 / ybbsitz, 05. februar 2008</title>
		<link>http://blog-briga.de/2008/02/10-ybbsitz-05-februar-2008/</link>
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		<pubDate>Tue, 05 Feb 2008 11:23:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miss Flanders</dc:creator>
				<category><![CDATA[Briefwechsel]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog-briga.de/2008/02/10-ybbsitz-05-februar-2008/</guid>
		<description><![CDATA[Lieber C.,
die schrecklichen Happy Tree Friends (ich habe auch von ihnen ein T-Shirt ganz nebenbei erwähnt) schreien und verbluten, während ich versuche- möglichst ohne Verlust von Stimmkraft und Körpersäften- einige, wenigere Zeilen an Sie zu richten. Ganz im neuen Sinn von Qualität vor Quantität. 
Wo beginne ich nur? Fordern Sie doch so viel! Jedoch nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber C.,<br />
die schrecklichen Happy Tree Friends (ich habe auch von ihnen ein T-Shirt ganz nebenbei erwähnt) schreien und verbluten, während ich versuche- möglichst ohne Verlust von Stimmkraft und Körpersäften- einige, wenigere Zeilen an Sie zu richten. Ganz im neuen Sinn von Qualität vor Quantität. </p>
<p><span id="more-679"></span>Wo beginne ich nur? Fordern Sie doch so viel! Jedoch nicht zu viel für eine Miss Flanders, die es gewöhnt ist, sich in Männerdomänen beweisen zu müssen. Trotzdem fühle ich mich etwas ertappt von Ihnen, wenn Sie doch mein übermotiviertes Bestreben nach Provokation unter anderem ad absurdum führen. Weiters sind Ihnen auch mein gelegentliches Feststellen der Qualität dieses Blogs, diverse einfach-sexistisch fundierte Denkweisen meinerseits und ein, zwei andere Widersprüchlichkeiten nicht entgangen. Natürlich will ich nicht weibisch-feminin kneifen, sondern all dies kurz abhandeln. Beginnend mit meinem jüngst forcierten Provokationsdrang, will ich erwähnen, dass kürzlich lauter werdende Lobesreden auf einige Werke meinerseits (Übertreibung möglich), mich die Zeiten vermissen ließen, als ich mich noch als verkanntes Vielleicht-someday-Genie begreifen konnte (Übertreibung sicher). Außerdem hat es mich doch etwas im kleinen Finger gejuckt, als Sie meinten, ich hätte es zuvor nicht geschafft, Sie zu provozieren. Diese Umstände leiteten mich zurück auf alte, fragwürdige Jetzt.de-Pfade, wobei wir alle dachten, dass Miss F 1, 2 oder 100 diese Jungs- /Mädchenfrage-Scharade längst hinter sich hätte. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich will mich nicht dafür entschuldigen, aber Sie dürfen sich etwas weniger Schwäche zeigendes an dieser Stelle jetzt gerne denken. Will sagen, ich traue Ihnen auf jeden Fall mindestens 7 verschiedene Identitäten zu. Zur Anbiederei will ich nur meinen, dass Sie und die werten Brigaden-Menschen und ihre Leser, dies mir bitte nicht allzu sehr verdenken mögen. Es ist nur so, dass ich dieses Masturbieren auf höchstem Niveau hier- wenn Sie sich denn mit dieser Benennung arrangieren können, Herr V.- so überaus genieße. Eine Wohltat für das oft gebeutelte Ego von Miss F3 (auch von Miss F2 manchmal) sind anerkennende Gesten und Zugeständnisse der Brigadencrew, so auch Trotz (Präposition und Johnny) oder wegen offensichtlicher, goldt’scher Prägung meines Tuns. Sehen Sie mir also ein zu begeistertes und tiefes (meist verbales) In-die-Augen-schauen nach. Was mich wirklich verfolgte war, Ihre Frage nach den Beweggründen meines Bloggens, wenn ich doch Tagebücher doof finden würde. Die tief verwurzelte Abneigung von Tagebüchern meinerseits stützt sich auf Erfahrungen mit den eigenen Teenagerschriftstücken, in welchen seitenweise Typen für Idioten erklärt, um einige Blätter später darauf göttergleich beschrieben zu werden. An instabilere Lebensphasen erinnert zu werden, macht mich -gelinde gesagt- nicht froh und ich fürchte, ich war kein Einzelfall. So bin ich einst in den zweifelhaften Genuss gekommen, in das Tagebuch eines Freundes rein gelesen zu haben, welches ich lachend mit den Worten kommentierte: „Das liest sich ja wie die Kronenzeitung.“ Im Nachhinein finde ich, war diese Äußerung doch etwas unfair. Gegenüber der Kronenzeitung.<br />
Bloggen ist erstens öffentlich und eigentlich ganz was anderes, nur entfernt verwandt mit der ordinären Tagebuchschreiberei möchte ich nun behaupten und alle Parallelen, die ich jemals zwischen Tagebüchern und der ernsthaften Bloggerei gezogen, an dieser Stelle für nichtig und hinfällig erklären. Auf all das dürfen Sie sich jetzt einen frankophilen Reim machen und ein erstes, psychologisches Gutachten erstellen, Herr V. Übrigens habe ich Notizen zur Vagina-Stephansdomdebatte gefunden. „Integration“ ist dabei ein Schlagwort von großer Wichtigkeit. Sowie auch „gusseiserner Penis“.</p>
<p>Grüße, einfache (so wie sie gestrickt)<br />
Miss Flanders</p>
<p>P.S.: Bon Jovi beehren Wien am 4. Juni. Eine Info für alle, die Placebo nur ganz okay finden, aber back to the Roots Music at its best bevorzugen, bevor sie per Nightline 3malig umsteigend wieder nach Floridsdorf grundeln</p>
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		</item>
		<item>
		<title>08 / wien, 24. januar 2008</title>
		<link>http://blog-briga.de/2008/01/08-wien-24-januar-2008/</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Jan 2008 09:02:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miss Flanders</dc:creator>
				<category><![CDATA[Briefwechsel]]></category>

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		<description><![CDATA[Viel gerühmter Herr V.,
Trotz (Präposition, nicht Johnny) sämtlicher Missachtung jeglicher Impulse meiner Briefe, die wohl gemerkt mit jedem Male mehr und mehr gelingen wollen, schätze ich dieses öffentliche, nun regelmäßigere Masturbieren – ich bleibe dabei! – hier auf der Brigade sehr. Im Wesen und in allem anderen auch, bin ich grundsätzlich &#8211; weil unter anderem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Viel gerühmter Herr V.,</p>
<p>Trotz (Präposition, nicht Johnny) sämtlicher Missachtung jeglicher Impulse meiner Briefe, die wohl gemerkt mit jedem Male mehr und mehr gelingen wollen, schätze ich dieses öffentliche, nun regelmäßigere Masturbieren – ich bleibe dabei! – hier auf der Brigade sehr. Im Wesen und in allem anderen auch, bin ich grundsätzlich &#8211; weil unter anderem dem weiblichen Geschlecht angehörig &#8211; viel komplexer als Sie. Sie glauben beeindrucken zu können, mit ihren zwei Ich-Identitäten? Dann will ich Ihnen jetzt ganz sanft, aber durchaus bestimmt die Augen öffnen. Zuvor aber sei noch angemerkt, dass ich in Zukunft weniger von meinem eigenen Blog sprechen möchte. Das hat schon Ausmaße erreicht, die &#8211; wenn derart weiter betrieben &#8211; bald sogar dem Product Placement in Wayne’s World spotten würden. Für diesen Brief kann die von mir an mich selbst geforderte Regelung leider noch keine Gültigkeit finden, woran nur Sie, mein lieber Herr V., schuld sind. Sie mussten ja schon wieder thematisch das Ruder an sich reißen. Aber reden wir halt schnell von meinem Blog. Dann haben wir es hinter uns und können uns bald schon essentielleren Themen widmen…</p>
<p><span id="more-674"></span>Zugegebenermaßen will es (mein Blog)  ja noch nicht recht in Schwung kommen, was sich aber nur um eine Frage von kürzester Zeit handeln dürfte. Die Tatsache, dass meine Wenigkeit nun wohl ein fixerer Bestandteil der Autorenschaft auf diesem hochwertigeren, literarisch mehr als nur anspruchsvollen – wie ich nicht und niemals müde werde zu betonen – Brigadenblog ist, könnte sich dabei aus verschiedensten Gründen als nicht gerade förderlich herausstellen. Jene Entwicklung bringt nämlich gezwungenermaßen eine weitere Identitätsaufspaltung meiner Person mit sich. Vergleichen wir dieses Blog mit meinem Exemplar ist unweigerlich anzuerkennen, dass die Miss F. der Brigade (infolge Miss F. 1) nicht nur superklug, wunderschön, grazil und aufregend sein muss, sondern vor allem auch mit allen intellektuellen und schreibbegabten Wassern gewaschen ist. Während sich die Miss F. 2 auf ihren eigenen 4 Blog- Wänden viel zu oft und gerne der Versuchung eines öffentlichen Tagebuchschreibens  hingibt. Und Tagebücher fand ich (und auch die beiden nun) schon immer idiotisch. </p>
<p>Was ich mich (oder auch Miss F.1 und vielleicht sogar die emotional instabilere Miss F. 2) nun frage ist, warum Bloggen allgemein regen Zuspruch findet, während Tagebücher ausschließlich von Belang für blonde Mädchen mit weißen Spitzensöckchen und Pferdesport liebende Menschen sein sollen? Vielleicht lehne ich mich weiter aus dem Fenster als eine erst frisch gefangene Brigaden-Autorin auf Probezeit dies tun dürfte, wenn ich hier an Ort und Stelle „unseres Tuns“, genau jenes hinterfrage. Sicher ist die Brigade mehr Lit als alles andere, aber dennoch rüttle ich wuchtbrummig an den digitalen Gemäuern dieses bloggigen Kartenhauses und frage mich, warum es genau so stehen bleiben darf, soll und sogar muss. Und als wäre der flander’schen Frechheiten noch nicht Genüge getan, versuche ich nun auch noch selbst eine Antwort zu geben. Bei jener werde ich Ihnen, geschätzter Herr V., mehr Zustimmung einräumen müssen, als ich im Sinne meiner vermehrt angestrebten Provokationsversuche hier möchte. Sei’s drum! Ich gebe Ihnen, wenn Sie Bloggen mit gutem Sex zwischen den eigenen Identitäten vergleichen, insofern Recht, dass ich allgemeiner von einer Begierdenbefriedigung als höheres Ziel der Bloggerei sprechen will, die &#8211; ihr Konzept erweitert &#8211; auch vor allem fremde Wesen  erfreuen (vgl. „to please“) soll. Denn wenn ich dieser Argumentation zufolge an mein eigenes Blog („Wenn alle es tun, dann tu ich&#8217;s halt auch ODER Das Floridsdorf Blog“) denke, scheint mir der Grund für dortige, ausbleibende Kommentare offensichtlicher denn je. Es ist einfach noch zu unsexy für andere, weshalb ich daraufhin gezwungen bin &#8211; also dem Bestreben nach Befriedigung Willen nachgebend &#8211; viel zu oft selbst Hand anlegen zu müssen. Dieses Blog hier hingegen – so könnte ich mir vorstellen &#8211; erlaubt bereits anständig vollzogenen GV, weil mittlerweile &#8211; ein gewisser C.W.V. hat mir gezwitschert, dass dies nicht immer so war &#8211; genug Menschen sich hier einfinden und ordentlich häufig kommen (-tieren). Tollster Gruppensex und Swingerei ist das also hier! Abschließend wollte ich Ihnen, werter Herr. V., eigentlich befehlen (und das hätten Sie mir wohl kaum abschlagen können, weil eh viel zu tonangebend in dieser virtuellen Briefschaft) endlich und wirklich die Vagina-Stephansdom-Debatte aufzugreifen. Aber jetzt mit neuem Bestreben bzw. Wunsch nach Provokation und Ächtung  meiner Künste finde ich, dass wir die Debatte solange immer wieder anteasen und erwähnen sollten, bis wir uns nicht mehr vor die Türe trauen dürfen. Was halten Sie davon?</p>
<p>Ihnen stets freundlich gesonnen<br />
verbleiben,<br />
Nadine, Miss F. 1 und Miss F. 2</p>
<p>P.S.: „Unser Tun“ klang mir zu religiös, um es nicht unter Anführungszeichen zu setzen. Das ist die unsere, dreifache Logik.</p>
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		<title>06 / wien, 8. januar 2008</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Jan 2008 07:52:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miss Flanders</dc:creator>
				<category><![CDATA[Briefwechsel]]></category>

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		<description><![CDATA[Lieber C.,
Ein geheimes Blog zu haben, ist gar nicht so toll wie man zunächst glauben mag. Das meinige befindet sich in einer Community voller Menschen, die jung und selbst schreibend, was zu sagen haben. Hatte ich zumindest gedacht. In Wahrheit handelt es sich bei dieser Plattform um nichts Besseres als ein Studivz für Möchtegern-Literaten, in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber C.,</p>
<p>Ein geheimes Blog zu haben, ist gar nicht so toll wie man zunächst glauben mag. Das meinige befindet sich in einer Community voller Menschen, die jung und selbst schreibend, was zu sagen haben. Hatte ich zumindest gedacht. In Wahrheit handelt es sich bei dieser Plattform um nichts Besseres als ein Studivz für Möchtegern-Literaten, in welchem sich langweilige erstellte Profile, mit langweiligen Bildern und meist langweiligen Texten zusammen finden. Weiters ist es auch nicht so reizvoll ein Blog zu bestreiten, welches niemand liest. Zumindest halten sich Kommentare in Grenzen, da diese Funktion nur Mitgliedern der Community- auch: die Eingeweihten, die Besitzer der einzig wahren Wahrheit- vorbehalten ist. Dieses Sektengehabe geht mir gegen den Strich und ich ziehe ernsthaft in Erwägung das Bloggen entweder ganz sein zu lassen oder mir einen neuen (&#0171;schöneren&#0171;) Ort dafür zu suchen, welcher selbstverständlich noch viel geheimnisvoller und sagenumwobener sein wird. Letzteres ist der wahrscheinlichere Fall von beiden, da ich mitterweile großen Gefallen am öffentlichen Masturbieren &#8211; frei nach Ihrer Blog-Philosophie &#8211; vor allem hier (ein wirklich selten großartiges Exemplar, dieses Blog) gefunden habe. Tatsächlich findet Grey&#8217;s Anatomy bereits zweimalig Erwähnung in my hidden blog. Auch von der, also meiniger, Bravo Hits 13 (was ich Ihnen übrigens völlig naiverweise anvertraut habe) hätte ich mich gerne beschwingen lassen, aber ein großer Mensch, dessen Pseudonym an ein fliegendes Getier verweist, hat sich vorbehalten mein Exemplar auf unbestimmte Zeit &#0187;aufzubewahren&#0171;. </p>
<p><span id="more-658"></span><br />
Aus diesen Gründen musste eine andere Wiederentdeckung an dieser Stelle herhalten ( &#0187;Ein bisschen Spass muss sein&#0171;), um für MUSIkalisch unterstützte Inspiration beim Schreiben zu sorgen. Das &#0187;MUSI&#0171; in &#0187;musikalisch&#0171; steht hier nicht zufällig groß. Ich habe nur so eben &#8211; wie ich finde- eine kleine, aber revolutionäre Entdeckung gemacht, welche ich den Lesern nicht gleich von Vornherein aufs bereits großzügig belegte Brot schmieren möchte. Vielmehr soll hier eine zwar knapp gehaltene, aber immerhin reelle Chance gegeben sein, jene Entdeckung selbst zu machen. So, Chance vorbei. Ich kaue wieder für Sie vor. &#0187;Musik&#0171; und &#0187;Inspiration&#0171; haben meine Gedanken zum nicht fernen Begriff der &#0187;Muse&#0171; gelenkt. Jene Großbuchstaben von oben sollten die überraschende Verwandschaft dieser Wörter unterstreichen. Macht das keinen Sinn für Sie, dann seien Sie unbesorgt. Ich habe wegen zu erledigender, die Frist dafür beinahe übersehene Schreibearbeit nur 4 Stunden geschlafen und bin &#8211; wie Herr V. an anderer Stelle bereits bescheinigt- (etwas) verwirrt. Um nun aber endlich wieder zu Ihren stets geschätzten Zeilen zurück zukommen, ein Wort zu Max Goldt: Verehrung, meine. Was ich an seiner Schreibweise schätze, ist wie er den Lesern immer gerne ein Bein stellt, sie über den Jordan jagt und zurück, um am Schluss dennoch trotz (oder gerade wegen) der Einfachheit der von ihm beschriebenen alltäglichen Banalitäten etwas Großes, Zusammenhängendes, in sich Schlüssiges und meine bisherige Denkwelten Veränderndes schafft. Das ist die Kunst. Und mit allem anderen können und wollen wir uns auch nicht zufrieden geben oder Herr Vogel? Jetzt haben Sie mich zu kitschigen Aussagen verführt. Bei Gelegenheit werden Sie mir das freilich büßen müssen. Aber was ich eigentlich &#8211; obwohl schon so/zuviel- sagen wollte: Chuck K. ist toll. Wie er es fertig bringt, die Charaktere seines Buches dem Leser so vertraut zu machen. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen ich habe persönlich mit Quincy, Diane und Lenore geredet, gelebt, geschlafen. Viel zu viele Lieblingsstellen (außerdem noch 3 Kapitel ausständig), um sie alle nun zu benennen (Das von Chuck attestierte, kollektive Vortäuschen der Kindern dieser Welt sich vor der Dunkelheit zu fürchten, aber dies in Wahrheit gar nicht zu tun&#8230;uvm.). Abschließend (endgültig) sei noch gesagt, dass ich Sie gerne an die brisanteste Debatte Wiens (soo brisant, dass nicht mal darüber gesprochen wird) immer wieder erinnere, Ihr Name doch so einfach ganz in Ordnung ist und ein Ort &#8211; wie von Ihnen beschrieben &#8211; wohl erst erfunden werden muss.<br />
Zum Schluss sei uns viel versprechensten Jungliteraten Wiens (ein wirklich tolles Blog hie) eine Sekunde lang gehuldigt -denn wir sind ja so gut- und als Belohnung für jene, die sich das hier echt bis zum Schluss angetan haben (und vor allem als kleine erheiternde Aufmunterung für unseren von Sinnkrisen gebeutelten Herrn V.) das, worauf ihr vielleicht sogar wirklich gewartet habt&#8230;Der Link zu meinem noch bis eben verstecktem, kleinem <a target="_blank" href="http://jetzt.sueddeutsche.de/jetztpage/die_scheibenkleister">&#0187;Blog&#0171;</a>.</p>
<p>Besteste Grüße,<br />
Miss F.</p>
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		<title>04 / ybbsitz, 30. dezember 07</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Dec 2007 13:09:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miss Flanders</dc:creator>
				<category><![CDATA[Briefwechsel]]></category>

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		<description><![CDATA[Lieber Mister V.,
Sie haben gute Arbeit geleistet. Wie Sie bereits gemerkt haben, tendiere ich doch zum wertschätzenderen &#0187;Sie&#0171;, ohne dies begründen zu wollen bzw. zu können. Vielleicht können wir damit ja so manche Assoziationen an die deutsche Klassik wecken. Bestimmt sogar. Weiters glaube ich nicht, dass sich die geübten Brigaden-Leser zu sehr an der ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Mister V.,</p>
<p>Sie haben gute Arbeit geleistet. Wie Sie bereits gemerkt haben, tendiere ich doch zum wertschätzenderen &#0187;Sie&#0171;, ohne dies begründen zu wollen bzw. zu können. Vielleicht können wir damit ja so manche Assoziationen an die deutsche Klassik wecken. Bestimmt sogar. Weiters glaube ich nicht, dass sich die geübten Brigaden-Leser zu sehr an der ein oder anderen hier aufgekommenen Unklarheit durch etwaigen Mangel an Informationen auf ihrer Seite stoßen werden. Vielmehr sehe ich sie schon vor mir wie sie den Kopf etwas geneigt, dabei empor blickend, die Stirn leicht (pseudo-) intellektuell gerunzelt, sich schon alles schon zurecht rücken. Stimmigkeit wollen die Menschen und wenn sie die nicht bekommen, konstruieren sie sich was zusammen, was in der Tat &#8211; wie ich gerade feststelle &#8211; ein Qualitätsmerkmal literarischer Finesse darstellen könnte.<br />
Interpretationsspielräume liefern wir &#8211; so spreche ich auch vermessenerweise in ihrem Namen, Herr V. &#8211; immer gerne. Ein ganz brauchbarer Vorschlag ihrerseits auch, eine Art Floridsdorf-Blog-Saga ins Leben zu rufen. Werde mir dies vorbehalten, bin aber unsicher, ob ich zum Bloggen was tauge. Werte Herrschaften legen hier einiges vor. Es sei jedoch jetzt doch schon verraten (Achtung TEASER!), dass ich erste Blog-Gehversuche bereits gewagt habe, wobei ich nicht von meinen läppisch-sporadischen Gastauftritten hier spreche. Tatsächlich gibt es ein hidden blog &#8211; wenn man so will &#8211; von mir. Unter bewusst beschissenem, noch nie zuvor verwendetem Pseudonym, dass ich jetzt in einem kurzzeitigen (für Frauen typischen) Schwächeanfall fast genannt hätte. Es braucht sich niemand zu bemühen, diesen &#0187;Blog&#0171; aufzuspüren. Die Welt ist noch nicht bereit dafür. Dennoch sollte der Gedanke einer bloßen, möglichen Existenz eines My Own Blog meinerseits bei den Lesern gewisse begeisterte, körperliche (Vor-)Freuden hervorrufen. Joanne K. dürfte sich nicht weniger billigen Methoden bedient haben, um ihren Potter unter die Leute zu bringen. Obwohl ich ja gerne widerspreche, muss ich Ihnen, geschätzter Herr V., abermals recht geben. Die &#0187;Vagina-statt-Stephansdom-Debatte&#0171; müss zurück in die Öffentlichkeit gezerrt und vertieft werden. Da gibt es noch so einiges jungfräulich Unerschlossenes, wozu noch niemand vorgedrungen. Deshalb schlage ich vor, dass Sie unsere Leser (meine reißerische Einzelkindnatur zu entschuldigen), die von Ihnen geborene Idee (ihres Lebens!) einführen. Gekonnt werde ich dann sämtliche Ihrer &#0187;Argumente&#0171; (wieder) ad absurdum führen, die sie zur Planung des wohl größten, öffentlich zugänglichen primären Geschlechtsorgan der Welt vortragen.</p>
<p>Harry P. stirbt übrigens&#8230;<br />
Mit besten Wünschen,<br />
Miss F.</p>
<p>P.S.: Können Technologien erfieren? Wenn ja, muss ich vorsichtig sein. O du mein Internet &#8211; gefährdet wie nie zuvor.</p>
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		<title>02 / ybbsitz, 28. dezember 07</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Dec 2007 14:18:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miss Flanders</dc:creator>
				<category><![CDATA[Briefwechsel]]></category>

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		<description><![CDATA[Lieber Der,
sollten folgende Zeilen sich tatsächlich für eine inkonsistente, weite Masse zugänglich finden, müssen doch einige formale Kriterien, die für das standardgemäße Briefe schreiben essentiell sind, sich hier wiederfinden. Dennoch werd ich es bei der holprigen Anrede, die wahrscheinlich niemanden auch nur ein müdes Schmunzeln abzuringen vermag, belassen. Wie gesagt, du hast deine Bestimmung verfehlt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Der,</p>
<p>sollten folgende Zeilen sich tatsächlich für eine inkonsistente, weite Masse zugänglich finden, müssen doch einige formale Kriterien, die für das standardgemäße Briefe schreiben essentiell sind, sich hier wiederfinden. Dennoch werd ich es bei der holprigen Anrede, die wahrscheinlich niemanden auch nur ein müdes Schmunzeln abzuringen vermag, belassen. Wie gesagt, du hast deine Bestimmung verfehlt. Ich sage dir eine große Zukunft in der alternativen Werbebranche voraus, dieses Notizbuch in jener, dir sehr eigenen Art angepriesen, würde jeder und jede zweifellos haben wollen. Zweifellos cool waren auch die drei intensiven Tage in der Videothek. Am 3. Tag schien mir mein Styling fast schon lächerlich. Wie konnte ich nur mit nicht abrasierten Augenbrauen, unblondierten Haaren und unverbrannter Haut denken, was Passables darzustellen? Auch das riesige Hundsvieh von dort wird mir abgehen, das immerzu an mir persönlich unangenehm intimen Stellen meines Körpers schnüffeln musste. Ich seh schon, es war unüberlegt diese Quelle der Inspiration für wahrscheinlich hunderte Texte vorschnell abzutöten. Nein, Nein&#8230; es war schon recht so. Ich hätte diesen Mädels nicht mehr ins augenbrauenlose Gesicht schauen können, in dem Bewusstsein nach der Arbeit vermutlich Witziges, aber vor allem Bösartiges über sie zu verbreiten. Aber keine Sorge, der Pornogeschichten sind genug vorhanden, um einen elendslangen Monolog zum Thema der (Un)Sinnigkeit von den Verhaltensvorschriften für das Personal zu halten, an die es bei Erotikfilme (Bezeichnung &#0187;Pornos&#0171; ebenfalls verpönt) ausleihenden Kunden zu denken gilt.</p>
<p>Meine Mama hat übrigens Geburtstag und ich denke, hätte es nicht eindeutige, unübersehbare Indizien gegeben (Torte im Kühlschrank, angekündigter Besuch), hätte durchaus die Möglichkeit bestanden, dass ich zum wiederholten Male darauf vergessen hätte. Ich bin einfach unverbesserlich. Haha, diese doofen 50er Jahre Filme der Weihnachtszeit hinterlassen ihre Spuren in meinem primär durch Alkohol ohnehin schon beengteren Wortschatz. Wenn du dennoch meines Hirnes Schund auf der Brigade zu verbreiten wünscht, so tu dies. Wenn du über Bratislava musst, um wieder nach Wien zu kommen, so tu dies auch. Die Weihnachtszeit hat mich großzügig gemacht. Gute Besserung der Noch-Nicht-Erkältung.</p>
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