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	<title>Die Brigade &#124; blog-briga.de &#187; Johnny Trotz</title>
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		<title>Brigade im Exil: Venedig (finito)</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Oct 2008 16:51:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johnny Trotz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Laut gedacht]]></category>
		<category><![CDATA[gelebt]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Übergang von Österreich nach Italien war erschreckend fließend. Wahlplakate von Faschos, dann die Alpen, dann wieder Wahlplakate von Faschos. Und ob man nun einen Vorarlberger nicht versteht oder einen Venezianer bleibt sich eigentlich auch wurscht.
Aber: Ich war Tourist. Schamlos den Canal Grande geilfinden, auf dem Vaporetto seekrank werden, früh aufstehen zwecks Sonnenaufgang, Cannelunghi fressen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Übergang von Österreich nach Italien war erschreckend fließend. Wahlplakate von Faschos, dann die Alpen, dann wieder Wahlplakate von Faschos. Und ob man nun einen Vorarlberger nicht versteht oder einen Venezianer bleibt sich eigentlich auch wurscht.</p>
<p>Aber: Ich war Tourist. Schamlos den Canal Grande geilfinden, auf dem Vaporetto seekrank werden, früh aufstehen zwecks Sonnenaufgang, Cannelunghi fressen, Rotwein aus großen Gläsern trinken, das hatte schon was.</p>
<p>Natürlich kann man im J-Wagen auf der Josefstädter nicht seekrank werden, aber man könnte doch auch mal den Stephansdom photographieren, in die Gruften lugen oder Saugfischen im Haus des Meeres gegen die Näbel klopfen.</p>
<p>Nur: Das können wir nicht. Als zugereiste Geisteswiener müssen wir, um es mit den Worten Frank Lehmanns aus Regeners &#0187;Der kleine Bruder&#0171; zu sagen <em>Raus aus der Touristenscheiße. </em>Und das ist gut und das ist okay.</p>
<p>Es ist halt Weitergehzwang statt Ausgehzwang.</p>
<p>Und es ist <em>hier daheim zu sein.</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Brigade im Exil: Venedig (4)</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Oct 2008 18:07:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johnny Trotz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Laut gedacht]]></category>

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		<description><![CDATA[
Die Architekturbiennale war mehr so ein Wechselbad, nicht der Gefühle (denn das meiste ließ mich kalt), sondern der Eindrücke. Der lauteste Gedanke war vielleicht folgender: Architekten können nicht ausstellen. In der Tat reicht es nicht, einen Raum mit Bauplänen zu tapezieren und hie und da Hohlphrasen dazu zu sprayen. Schlimm war das.
Aber es gab einige [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-869" src="http://blog-briga.de/content/uploads/2008/10/dsc_8246.jpg" alt="" width="400" height="595" /></p>
<p>Die Architekturbiennale war mehr so ein Wechselbad, nicht der Gefühle (denn das meiste ließ mich kalt), sondern der Eindrücke. Der lauteste Gedanke war vielleicht folgender: Architekten können nicht ausstellen. In der Tat reicht es nicht, einen Raum mit Bauplänen zu tapezieren und hie und da Hohlphrasen dazu zu sprayen. Schlimm war das.</p>
<p>Aber es gab einige Ausnahmen, zuvorderst die Irische Ausstellung &#0187;The Lives of Spaces&#0171; und die von der Universität Venedig kuratierte &#0187;Jörn Utzon: The Architect&#8217;s Universe&#0171; (Jörn Utzon hat das Opernhaus in Sydney gebaut).</p>
<p>Am meisten Eindruck aber machten  bei mir Droogs &amp; Kesselskramer mit &#0187;S1ngletown&#0171;. Die Idee war folgende: Die Realität sieht so aus, dass der Normmensch in zehn Jahren alleine leben wird, dass aber Architektur und Design diesen Fakt in keinster Weise berücksichtigen. Gleichzeitig wurde diese Entwicklung zum Singlehaushalt aber auch aufs Feinste kritisiert.</p>
<p><span id="more-861"></span></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-872" src="http://blog-briga.de/content/uploads/2008/10/dsc_8240.jpg" alt="" width="400" height="595" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-870" src="http://blog-briga.de/content/uploads/2008/10/dsc_8236.jpg" alt="" width="423" height="400" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-868" src="http://blog-briga.de/content/uploads/2008/10/dsc_8243.jpg" alt="" width="400" height="595" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-871" src="http://blog-briga.de/content/uploads/2008/10/dsc_8242.jpg" alt="" width="500" height="336" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-867" src="http://blog-briga.de/content/uploads/2008/10/dsc_8238.jpg" alt="" width="400" height="595" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-866" src="http://blog-briga.de/content/uploads/2008/10/dsc_8237.jpg" alt="" width="398" height="596" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-865" src="http://blog-briga.de/content/uploads/2008/10/dsc_8241.jpg" alt="" width="400" height="450" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-864" src="http://blog-briga.de/content/uploads/2008/10/dsc_8233.jpg" alt="" width="500" height="336" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-863" src="http://blog-briga.de/content/uploads/2008/10/dsc_8232.jpg" alt="" width="400" height="595" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-862" src="http://blog-briga.de/content/uploads/2008/10/dsc_8225.jpg" alt="" width="400" height="595" /></p>
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		<title>Brigade im Exil: Venedig (3)</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Oct 2008 11:39:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johnny Trotz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Handyfotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Laut gedacht]]></category>
		<category><![CDATA[gelebt]]></category>

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		<description><![CDATA[In einer Stadt wie Venedig, in der alle Gassen gleich aussehen, muss man sich eine Art der Orientierung suchen, die einen mit wenig Umwegen von Punkt A (Hotel) zu Punkt B (Guggenheim) bringt &#8211; und zwar tunlichst, in dem man die Rialto und den Markus Platz großräumig umgeht.
Und nach zwei Tagen der Odyssee sprang mir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In einer Stadt wie Venedig, in der alle Gassen gleich aussehen, muss man sich eine Art der Orientierung suchen, die einen mit wenig Umwegen von Punkt A (Hotel) zu Punkt B (Guggenheim) bringt &#8211; und zwar tunlichst, in dem man die Rialto und den Markus Platz großräumig umgeht.</p>
<p>Und nach zwei Tagen der Odyssee sprang mir eine wunderbare Option in die Iren (Irisse? Ires?): Straßenkunst.</p>
<p>Sehe, LeserIn!</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-859" src="http://blog-briga.de/content/uploads/2008/10/dsc_8031.jpg" alt="" width="400" height="595" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-857" src="http://blog-briga.de/content/uploads/2008/10/dsc_8026.jpg" alt="" width="400" height="595" /></p>
<p><span id="more-860"></span></p>
<p>Das hier gibt es auch in Wien, bilde ich mir ein:</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-855" src="http://blog-briga.de/content/uploads/2008/10/dsc_8055.jpg" alt="" width="500" height="336" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-854" src="http://blog-briga.de/content/uploads/2008/10/dsc_8085.jpg" alt="" width="500" height="336" /></p>
<p>God-Content in der Straßenkunst: Italien machts möglich.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-851" src="http://blog-briga.de/content/uploads/2008/10/dsc_8035.jpg" alt="" width="400" height="595" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-856" src="http://blog-briga.de/content/uploads/2008/10/dsc_8159.jpg" alt="" width="406" height="400" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-849" src="http://blog-briga.de/content/uploads/2008/10/dsc_8125.jpg" alt="" width="400" height="595" /></p>
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		<title>Brigade im Exil: Venedig (2)</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Oct 2008 10:14:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johnny Trotz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Handyfotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Laut gedacht]]></category>
		<category><![CDATA[gelebt]]></category>

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		<description><![CDATA[



Venedig. Du stankst nicht. Ich habe überlebt. Diese Klischees hast du vehement Lügen gestraft. Du warst aber teuer und seltsam vakant was VenezianerInnen angeht. Und die Abwesenheit von Parkbänken und Kneipen ließ mich kultivierter aussehen, als ich es bin.
Über deine Straßenkunst schreibe ich morgen.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-858" src="http://blog-briga.de/content/uploads/2008/10/dsc_7962.jpg" alt="" width="400" height="595" /></p>
<p><span id="more-847"></span></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-850" src="http://blog-briga.de/content/uploads/2008/10/dsc_7801.jpg" alt="" width="400" height="595" /></p>
<p><a href="http://blog-briga.de/content/uploads/2008/10/dsc_7971.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-848" src="http://blog-briga.de/content/uploads/2008/10/dsc_7971.jpg" alt="" width="388" height="596" /></a></p>
<p>Venedig. Du stankst nicht. Ich habe überlebt. Diese Klischees hast du vehement Lügen gestraft. Du warst aber teuer und seltsam vakant was VenezianerInnen angeht. Und die Abwesenheit von Parkbänken und Kneipen ließ mich kultivierter aussehen, als ich es bin.</p>
<p>Über deine Straßenkunst schreibe ich morgen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Brigade im Exil: Venedig</title>
		<link>http://blog-briga.de/2008/10/brigade-im-exil-venedig/</link>
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		<pubDate>Wed, 01 Oct 2008 22:30:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johnny Trotz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Laut gedacht]]></category>

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		<description><![CDATA[Befinde mich ab morgen in der Stadt, in der man tunlichst nicht sterben sollte. Werde nicht bloggen, aber das 50 mm fleißig in die Gassen halten. Gondel-Content folgt vermutlich nach lebendiger Rückkunft.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Befinde mich ab morgen in der Stadt, in der man tunlichst nicht sterben sollte. Werde nicht bloggen, aber das 50 mm fleißig in die Gassen halten. Gondel-Content folgt vermutlich nach lebendiger Rückkunft.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Feel Free to Masturbate: GV-Briefwechsel ohne Fummeln. (9)</title>
		<link>http://blog-briga.de/2008/09/feel-free-to-masturbate-gv-briefwechsel-ohne-fummeln-9/</link>
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		<pubDate>Thu, 25 Sep 2008 12:38:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johnny Trotz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Briefwechsel]]></category>

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		<description><![CDATA[Miss F.!
Sie verkriechen sich in Paris und photographieren Brot, ich verwandele mich zusehends in eine Catering-Maschine.
Wir haben haben alle unsere Kreuzbalken zu hieven.
Bevor ich mich aber vollends in der Berechnung von Risotto-Verbrauch pro Norm-Mensch verliere, noch einige Worte zum wohlbekannten Untenrum Süd:
Wir haben nun also festgestellt, dass die Bravo sowohl entzaubernd als auch nicht-erfüllbare Erwartungen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Miss F.!</p>
<p>Sie verkriechen sich in Paris und <a href="http://avezvousdupain.wordpress.com/2008/09/21/la-boule-complete/">photographieren Brot</a>, ich verwandele mich zusehends in eine Catering-Maschine.</p>
<p>Wir haben haben alle unsere Kreuzbalken zu hieven.</p>
<p>Bevor ich mich aber vollends in der Berechnung von Risotto-Verbrauch pro Norm-Mensch verliere, noch einige Worte zum wohlbekannten Untenrum Süd:</p>
<p>Wir haben nun also festgestellt, dass die Bravo sowohl entzaubernd als auch nicht-erfüllbare Erwartungen schürend auf unsere längst vergessenen und von Akne geplagten Pubertäts-Ichs wirkte. Würde ich nicht ohnehin schon ihre Meinung teilen, würde mir jetzt ein <em>JA!</em> enträuspern. Anstatt dessen fühle ich mich gezwungen, ihre akzeptierte und mangels Kommentaren auch als bronzene Regel anzusehende Behauptung noch weiter zu unterstützen.</p>
<p>So meine ich mich zu erinnern, dass ca. 1998 ein gewisser Oliver das Dr. Sommer-Team fragte, ob denn der Umstand, dass er die nachsportliche Schwanz-Parade in den Duschen seiner ungenannten, ostdeutschen Heimatstadt mehr genießt als den Sport an sich, bedeute, dass er jetzt schwul sei und was er denn dagegen machen könne?<span id="more-843"></span></p>
<p>Diesem Oliver wurde, man muss sich das nur mal vorstellen, gesagt, dass das a) wirklich voll okay sei, dass er sich b) keine sorgen machen soll und dass das vielleicht c) nur eine Phase sei.</p>
<p>a) Okay? Okay? Das ist nicht okay, das ist phantastisch! Nicht zeigt das Faktum, dass er noch mit den anderen Fußball spielen darf, dass er &#0187;einer von den Jungs ist&#0171;, nein, auch das Duschen dient nicht nur der persönlichen Hygiene, es macht in Olivers Fall auch ungehörig Spaß! Und wenn man Stephen Fry glauben will (das muss man: &#0187;<a href="http://uk.youtube.com/watch?v=yoN6XfyQsr4">Thou shalt not question Stephen Fry</a>&#0187;) dann eröffnet das &#0187;zu den Jungs gehören&#0171; ungeahnte sexuelle Möglichkeiten.</p>
<p>b) Doch, Oliver! Mach dir Sorgen! Was das kostet! Der Umzug nach Berlin, in einer Werbe-Agentur arbeiten/ Irgendwas mit Mode machen, den komplette Madonna-Backkatalog Kaufen und auf Abba-Reunion-Gig-Tickets auf Ebay bieten. (Tut mir leid, Oliver, aber du kamst mir von Anfang an wie ein zweibeiniges Klischee-Monster vor)</p>
<p>c) Nur eine Phase? Dazu kann ich in Olivers Fall nichts sagen. Oder doch: Wenn das Sichhingezogenfühlen zum gleichen Geschlecht nur eine Phase ist, dann ist sie, genau wie z.B. der Schnitt von Beinkleidern, Trends unterworfen. Miss F., ich wage hiermit zu behaupten, dass die Unmengen sich küssender Mädchen in der U6 meines Vertrauens direkt mit der Chartplazierung von &#0187;I Kissed a Girl (And I Liked it)&#0171; zu tun hat. Deswegen wünsche ich allen Olivers dieser Welt, dass diese Emocoverversion bald viral abgeht wie Schmidts Katze.</p>
<p>Miss F., ich schweifte ab.</p>
<p>Verehrungsvoll:</p>
<p>Ihr Johnny Trotz</p>
<p>P.S: &#0187;Briefe an Oliver: Foliantenweise Ratschlag an die Neunziger&#0171; &#8211; wäre das nicht auch was für uns? Wir könnten kreischenden Mädchen sagen, dass Robbie der mit der Karriere sein wird, könnten Computerblaseninvestoren sagen, dass sie ihre Aktien anders investieren sollen, und könnten verhindern, das Freaks &amp; Geeks abgesetzt wird. Sollten wir?</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Bloß nicht in Venedig sterben!</title>
		<link>http://blog-briga.de/2008/09/bloss-nicht-in-venedig-sterben/</link>
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		<pubDate>Mon, 15 Sep 2008 12:34:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johnny Trotz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Laut gedacht]]></category>
		<category><![CDATA[gelebt]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich erinnere mich dunkel daran, dass mein gutaussehender Mitbewohner die Parole 2008 obsolet machte, als das Jahr noch keine zehn Sekunden alt war &#8211; durch das Küssen der Angebeteten auf der Flex-Brücke. Die Parole hieß: &#0187;2008! Single-Dasein!&#0171;
Und seit nunmehr neun Monaten laufe ich motto- und parolenfrei durch das ereignisreiche Jahr. Natürlich, &#8250;08 war auch das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich erinnere mich dunkel daran, dass mein gutaussehender Mitbewohner die Parole 2008 obsolet machte, als das Jahr noch keine zehn Sekunden alt war &#8211; durch das Küssen der Angebeteten auf der Flex-Brücke. Die Parole hieß: &#0187;2008! Single-Dasein!&#0171;</p>
<p>Und seit nunmehr neun Monaten laufe ich motto- und parolenfrei durch das ereignisreiche Jahr. Natürlich, &#8250;08 war auch das &#0187;Jahr nach der Kapitulation&#0171;, aber diese Hamburgreferenz beschwiegen Neumenschen mit Unverständnis. </p>
<p>Nun also, da sich der Sommer derart frappant/nass/kalt nach Australien verzogen hat, lief mir eine kleine Parole über den Weg, die ich mir sogleich zu Herzen nahm und die ich, welch Wunder, sogar in meinen MO Einzug halten ließ.<span id="more-841"></span></p>
<p>Die Parole heißt selbstverständlich &#0187;BLOß NICHT IN VENEDIG STERBEN!&#0171; &#8211; und man könnte grundfalsch meinen, dass sich das Sterben in Venedig einfach durch Fernbleiben von der Lagunenstadt lösen ließe. Aber nein doch! Das ist metaphorisch gemeint: Nicht in Venedig sterben heißt, nicht soziale Grundkompetenzen wie Konversation, Smalltalk, Flirten und das eindeutig Kommunizierkönnen von Küssinteresse zu verlieren. Wenn man das tut, stirbt man in Venedig.</p>
<p>Damit ich in meiner (alphabetisch geordneten) Privatbibliothek eben diese Grundkompetenzen nicht verliere, bin ich auf ein Date gegangen. Dazu hat mich auch der Wassertrinker ungewollt angehalten. Ein Date, also: Ein Mensch, nicht schön, nicht interessant aber dafür: Philosophiestudent! Und mit denen, so erscheint es mir nach dieser Stichprobe, kann man nicht diskutieren. Immer diese Dekonstruktionsscheiße! <em>Jeder Versuch sei doch ipso facto schon ein Scheitern!</em> Meint dieser Mensch! <em>Ja doch</em>, sage ich! <em>Heine habe ja die schönste Sprache</em>, sagt er! Ich sage: <em>vielleicht!</em> Und er setzt an &#8211; und zitiert ein komplettes Gedicht!</p>
<p>Und nein, die Nacht war noch nicht vorbei! Der Mensch sagte: <em>Die schönste Sprache sei ja Altgriechisch!</em> Und er hob an und zitierte die Ilias! Im Hexameter! Auf Altgriechisch! Ich war fasziniert! Und angewidert! Es scheint der Mensch hätte nie aufgehört, wenn ich nicht meinen Wein auf dem Tisch ausgeleert hätte und gegangen wäre!</p>
<p>Hier nun sah ich folgendes ein: Ich werde nicht in Venedig sterben. Sondern dieser Mensch, der nicht merkt, wenn sein hochgestochenes Gelabere Würgreiz induziert, er sogar noch mehr auftischt, wo ich doch schon vor Fremdscham im Boden versinke.</p>
<p>Nach der Flucht ging es mir gut. Auch wenn ich für drei bis vier Jahre raus bin aus der Date-Geschichte. Ist ja nicht zum aushalten.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Feel Free to Masturbate: GV-Briefwechsel ohne Fummeln. (7)</title>
		<link>http://blog-briga.de/2008/08/feel-free-to-masturbate-gv-briefwechsel-ohne-fummeln-7/</link>
		<comments>http://blog-briga.de/2008/08/feel-free-to-masturbate-gv-briefwechsel-ohne-fummeln-7/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 23 Aug 2008 20:16:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johnny Trotz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Briefwechsel]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog-briga.de/?p=838</guid>
		<description><![CDATA[Anbetungswürdige Miss F.!
Zur SexTape-Problematik habe ich noch Folgendes hinzuzufügen: Der Höhepunkt (sic!) meines Sex-Soundtracks war nicht etwa Pornöses wie &#0187;Candy Shop&#0171;, sondern vielmehr Neo-Hippie-Pathos aus der Polyphonic-Spree-Kommune. Ziehen Sie daraus ruhig ihre Schlüsse, ich habe nur eine Assoziation: Der Wassertrinker und seine kausalitätsspezifische Frage betreffs der Beziehung zwischen Trieb und Liebe.
Und in der Tat betreten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anbetungswürdige Miss F.!</p>
<p>Zur SexTape-Problematik habe ich noch Folgendes hinzuzufügen: Der Höhepunkt (sic!) meines Sex-Soundtracks war nicht etwa Pornöses wie &#0187;Candy Shop&#0171;, sondern vielmehr Neo-Hippie-Pathos aus der Polyphonic-Spree-Kommune. Ziehen Sie daraus ruhig ihre Schlüsse, ich habe nur eine Assoziation: Der Wassertrinker und seine kausalitätsspezifische Frage betreffs der Beziehung zwischen Trieb und Liebe.</p>
<p>Und in der Tat betreten wir hiermit, so möchte ich behaupten, eher dünnes Eis. Ich würde gerne diese Frage vertrauensvoll an das Bravo Dr. Sommer-Team weiterleiten, wenn sie mich mit ihrem Penis-Feature in der vorletzten Ausgabe nicht derart geschockt hätten. Fragen sie nicht, ich sage nur soviel: Es waren genug Close-Ups von schlaffen Fleischpeitschen vorhanden, dass ich mich fast im Stande sehe, wissenschaftlich fundiert zu behaupten, dass der Homo Sapiens eher Rechts- als Linksträger ist.</p>
<p><span id="more-838"></span><br />
Aber ich schweife ab. Der Wassertrinker fragte sich in unseren &#8211; einer verlassenen Wild-West-Stadt zur Mittagszeit gleichenden &#8211; Kommentaren ob Männer denn Liebe suchen würden, wenn es den Sex nicht gäbe. Eine zutiefst interessante Frage, und am leichtesten ist sie wohl damit zu beantworten, dass jedem menschlichen Verhalten der Trieb zur Fortpflanzung zumindest anteilhaft zugrunde liegt. Jedoch würde das zwei Dinge unberücksichtigt lassen, und ich hoffe Sie stimmen mir zu, wenn wir das auf keinen Fall zulassen dürfen.</p>
<p>Zunächst, und ich hoffe dass das nicht allzu weit hergeholt erscheint, ist der Begriff der Liebe ein Konstrukt eines kulturellen Diskurses, will sagen nicht etwa dem menschlichen Wesen eingeschrieben, sondern ein Begriff, dessen Inhalt entstanden ist und sich mit den Zeiten wandelt. Die Liebe (hier: romantische Liebe) ist also ein Überbegriff für eine Kombination von sexueller Kompatibilität, gesellschaftlichen Verbindungen, komplementärem Ausfüllen eigener Seelenlöcher, freundschaftlicher Zuneigung und der Möglichkeit, sich beim zweiwöchigen Malle-Urlaub nicht auf die Nerven zu gehen.</p>
<p>Ein anderer Ansatz, lieber Nils, ist der der Memetik. Genetische Imperative (Fortpflanzen! Mit wem starken!) haben sich in memetische Imperative verwandelt oder vielmehr übersetzt. Der Mensch als Tier wollte sich so fortpflanzen, dass die Kinder nicht von Säbelzahn-Tigern gefressen werden; und der Mensch als soziales Wesen will so lieben, dass es zu einem gesellschaftlichen Aufstieg für die Nachkommen kommt. In diesem Fall hat sich also mit dem Wandel der Umwelt von Natur zur Kultur auch der Grund für die Liebe geändert, und der Genplex (Groß! Stark! Breite Hüften! Gute Zähne!) hat sich zum Memplex gewandelt (Attraktivität heißt gesellschaftliches Standing, Spaß am IKEA-Shoppen, prozentualer Anwalts-Anteil in der erweiterten Familie usw.)</p>
<p>Jetzt, lieber Nils, fragst du dich bestimmt, was zur Hölle das alles mit der Liebe und dem Sextrieb zu tun hat. Nun: Die Umwelt hat sich hier von Natur (Alphamännchen haut Beta-Männchen mit einem Knochen auf den Kopf und vögelt dann mit den schönsten Weibchen) zu Kultur gewandelt (Gamma-Männchen will aber auch und gründet deswegen entweder eine Band oder kauft sich einen Porsche. Theta-Männchen: Siehe Dieter Bohlen &#8211; der hat beides gemacht, die Null).</p>
<p>Ausserdem hat sich auch in dieser wilden Theorie der Begriff der Liebe gewandelt, und ist ein derart starkes Mem geworden, dass sie als natürlich und gottgegeben und wahr erachtet wird. Und weil die erzählbarsten und schönsten und kitschigsten Versionen der Liebe weitergegeben werden, wird die Liebe in unseren Köpfen immer mehr von ihrer alten Daseinsform entfernt. Die Liebe hat sich binnen weniger Zehntausend Jahre von „He, Männchen, bring mir Bananen, dann trage ich nur deine Kinder aus“ zu „Love, Actually“ verwandelt. Und ist damit ihrem zutiefst sexuellen Kern entwachsen.</p>
<p>Jetzt findest du das bestimmt zu androzentrisch, lieber Nils, wo bleiben da die Frauen, sagst du. Und ich sage: Das Knochen-auf-den-Kopf-Schema der Höhlenzeiten ist gottsedank vorbei, deswegen dürfen Frauen heutzutage erstens nein sagen und zweitens Porsche fahren.</p>
<p>Bands gründen ist leider immer noch ein Kuriosum.</p>
<p>In ergebener Liebe:<br />
Johnny Trotz</p>
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		<title>Stauverfahren</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Aug 2008 18:47:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johnny Trotz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Laut gedacht]]></category>

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		<description><![CDATA[Mich plagt folgendes, und es würde mich freuen wenn ich bei der werten Leserschaft auf Verständnis stieße: Ich war gedanklich und körperlich unterwegs die letzten Wochen, habe erfahren, habe getan, wurde beeindruckt und berührt und hinterfragt und bestätigt. Das führte zu einem sprichwörtlichen Druck, der nun in der Tat spürbar ist, und nur von einem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mich plagt folgendes, und es würde mich freuen wenn ich bei der werten Leserschaft auf Verständnis stieße: Ich war gedanklich und körperlich unterwegs die letzten Wochen, habe erfahren, habe getan, wurde beeindruckt und berührt und hinterfragt und bestätigt. Das führte zu einem sprichwörtlichen Druck, der nun in der Tat spürbar ist, und nur von einem Korken aus (keine Sorge, gleich endet diese schreckliche Metapher) Zuviel und Allesaufeinmal zurückgehalten wird. Ich plane fest, die Brigade von den unweigerlich folgenden Ausbrüchen zu verschonen; allein es zeigte sich schon öfter, dass gute Vorsätze allzu leicht am Echt zerspleißen.</p>
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		<title>Grandma! I love you in a salad way!</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Aug 2008 09:08:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johnny Trotz</dc:creator>
				<category><![CDATA[gelebt]]></category>

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		<description><![CDATA[Werte Welt: Mein schizophrenes Ich ist wohl entgültig zerrissen. Unfassbar, aber Johnny Trotz wurde von seiner von Kaffee und Zigaretten zerfressenden Hülle in der Donaumetropole zurückgelassen, und ein ungleich animalischerer Charakter bummelzugte nach München. Man könnte sich vorstellen, dass meine Großhirnrinde samt grammatischer Analität in Wien verkommt, und ungleich amphibischere Charakteristika zum Vorschein gekommen sind. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Werte Welt: Mein schizophrenes Ich ist wohl entgültig zerrissen. Unfassbar, aber Johnny Trotz wurde von seiner von Kaffee und Zigaretten zerfressenden Hülle in der Donaumetropole zurückgelassen, und ein ungleich animalischerer Charakter bummelzugte nach München. Man könnte sich vorstellen, dass meine Großhirnrinde samt grammatischer Analität in Wien verkommt, und ungleich amphibischere Charakteristika zum Vorschein gekommen sind. Und man hätte Recht.<span id="more-835"></span></p>
<p>Hinter mir liegen, wie jedes Jahr um diese Zeit, acht Tage Zeltlager; das heißt Sichumkinderkümmern, Schlammbaden, Gräbenziehen, Zelteaufstellen, den Unterschied zwischen 16- und 32-Ampere Drehstromkabel wissen &#8211; mehr noch: repetitives Aufsagen von Catch-Phrases (neu dieses Jahr: &#0187;Bam Oida! Bärig aufladen!), expressive Gummistiefeltänze zu Davendra Banharts &#0187;Carmencita&#0171;, Feuerholzspalten, etc. pp.</p>
<p>Und dieser Typ, der ins Zeltlager gefahren ist, hat vollkommen andere Bedürfnisse als Johnny Trotz. Baustellenbesen statt Standardlesen ist die Devise, und er redet passioniert über die vorteile des Friesennerzes statt über das Wesen der Kunst im zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit.</p>
<p>Überhaupt: Johnny Trotz hat keine Ahnung, wer dieser Typ ist. Aber er freut sich drauf ihn nächstes Jahr wiederzutreffen.</p>
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