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	<title>Die Brigade &#124; blog-briga.de &#187; Läscher4all</title>
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		<title>I, 11 &#8211; Ein kleiner Exkurs</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Apr 2007 04:27:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>LeisureLorence</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausgedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Läscher4all]]></category>

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		<description><![CDATA[Was bisher geschah: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10.
&#0187;Ich finde es toll, dass du ein Malzbier trinkst!&#0171;, ließ mich Sinje wissen, als ich mich mit einem Malzbier und 10 Stangen Lakritze am Bistrotisch neben ihr niederließ. Wer einmal Sinje in sein Leben gelassen hatte, war gezwungen, sich ihr Urteil über jede [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Was bisher geschah: <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2006/11/i-1-hier-schmissigen-titel-einfuegen/">1</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2006/11/i-2-reich-mir-die-hand-mein-leben/">2</a></em>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2006/12/i3-please-mtv-pimp-my-kapitelueberschrift/">3</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2006/12/i-4-ich-bitte-um-ihre-konsternation/">4</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2007/01/i-5-got-lost-on-a-path-called-life-today/">5</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2007/01/i-6-what-a-weird-way-to-kick-me-when-im-down/">6</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2007/02/1-7-auaauaauahilfehilfehilfe/">7</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2007/02/18-joa-is-denn-heut-scho-weihnachten/">8</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2007/03/i-9-eine-tuer/">9</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2007/03/i-10/">10</a>.</p>
<p>&#0187;Ich finde es toll, dass du ein Malzbier trinkst!&#0171;, ließ mich Sinje wissen, als ich mich mit einem Malzbier und 10 Stangen Lakritze am Bistrotisch neben ihr niederließ. Wer einmal Sinje in sein Leben gelassen hatte, war gezwungen, sich ihr Urteil über jede für die normale menschliche Wahrnehmung selbstverständliche Handlung anzuhören. Und auch dieses scheinbare Lob musste sie noch cum grano salis versehen, indem sie hinzufügte: &#0187;Aber nur, wenn du es nicht genommen hast, um zu posen. Des weiteren wirst du nicht diese ganzen Lakritzstangen hier fressen, ansonsten läuft deine Verdauung wieder Amok!&#0171; Normalerweise hätte ich mir jede Einflussnahme in meine Verdauung verboten und meinen Anteil am weiteren Verlauf des Gesprächs auf das Schmatzen von Lakritze und das Lauschen auf neue Geschichten aus der Welt des Irrsinns beschränkt. Glücklicherweise war aber dieser Frühlingsnachmittag im Unicafé nicht normal. Denn ich hielt aus dem Stehgreif eine Rede. Und weil ich sie hielt, kann ich sie hier wiedergeben und so endlich mal wieder ein Kapitel beisteuern!</p>
<p><strong>Ist das Leben nicht manchmal so irrsinnig toll, dass man am liebsten sein Hirn durch einen alkoholfreien Strawberry-Daiquiri ersetzte!!!</strong></p>
<p>Dann lichten sich die Nebel, alle Puzzleteile greifen ineinander, und alles ergibt einen Sinn.</p>
<p>Doch wir sprachen gerade</p>
<p><strong>Vom Posen! </strong></p>
<p><span id="more-546"></span></p>
<p>&#0187;Sieh dieses Malzbier, Weib!</p>
<p>Sieh das Kondenswasser an der Flasche, es ist perfekt gekühlt!</p>
<p>Sieh diesen Zitronenschnitz, der das Geschmackserlebnis vollendet!</p>
<p>Sieh das Etikett! Es ist das edle Erzeugnis der HER-VOR-RA-GEN-DEN Flensburger Brauerei und keines dieser überzuckerten Billigbiere.</p>
<p>Dieses Malzbier in diesem Biergarten an diesem sommerlichen Frühlingsnachmittag trinken zu dürfen, könnte man in einem unbedachten, vom Erlebnis überwaltigten Moment fast die Vollendung menschlichen Glücks &#8211; ja sogar menschlichen Seins! &#8211; nennen.</p>
<p>Doch gleichwohl!</p>
<p>Nicht zu Unrecht äußerst du einen Verdacht, meine sommersprossige innere Stimme!</p>
<p>Natürlich bin ich mit diesem Bier neben all den widerwärtigen Bionadeschlürfern [ab diesem Moment genoss ich die ungeteilte Aufmerksamkeit aller Biergarteninsassen] nicht nur der Vollendung menschlichen Glücks teilhaftig sondern auch der Vollendung menschlicher Coolness. Was die Frage aufwirft: Kalkül?<br />
[An dieser Stelle zeigte mir ein Rümpfen von Sinjes Schweinchennase, an der, wie immer wenn es heiß war, zahlreiche Schweißperlen angedockt hatten, dass es der rhetorischen Ausgestaltung meiner Rede besser getan hätte, wenn ich eine ganze Frage formuliert hätte.]</p>
<p>Und zu diesem Vorwurf kann ich nur sagen: Ja.</p>
<p>Seit jenem Tag, als ich mein gesamten Gesangbuch aus dem Musikunterricht durchsang und durchblockflötete und damit eine Kassette bespielte, die ich meiner Mutter zum Geburtstag schenkte und sie nach 30 Sekunden auf Stop drückte und sagte, &#0187;Das ist ja nur im Suff zu ertragen.&#0171; und sie nie wieder anmachte, seit jenem Tag habe ich nicht eine einzige Tat unternommen, die nicht darauf abzielt, auf andere cool, intelligent, nett oder potent zu wirken &#8211; mit einem Wort, zu posen.</p>
<p>Und ich halte das nicht nur für mein Recht.</p>
<p>Es ist mein verficktes Recht.&#0171;</p>
<p>Diese Rede, auf deren Vortragstag Sinje mit &#0187;Der Tag, an dem du Arschficker auf einmal im Biergarten rumschriest&#0171; referierte, mag manchen vielleicht etwas wahnhaft und bizarr erscheinen. Aber ich denke, dass ich den Wahn einfach kosten musste, bevor ich umkehren konnte. Insofern halte ich persönlich den Tag, an dem ich Arschficker auf einmal im Biergarten rumschrie, für einen Wendepunkt zum Guten, zum Perfekten hin.</p>
<p>Es sollte freilich nicht der einzige bleiben.</p>
<p>Aber so weit sind wir noch lange nicht.</p>
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		<title>I, 10</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Mar 2007 08:14:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>LeisureLorence</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausgedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Läscher4all]]></category>

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		<description><![CDATA[Was bisher geschah: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9.
Spätestens jetzt, werte Leser, kann ich es gut verstehen, wenn Ihr mir abhold werdet.
Da habe ich euch einen Dialog angekündigt, der die gegenseitige Zerfleischung zweier geschundener Seelen zeigt und damit die Missstände dieser Welt eindringlich vor Augen führt, anprangert und damit schon zu ihrer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="line-height: normal" class="MsoNormal"><em>Was bisher geschah: <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2006/11/i-1-hier-schmissigen-titel-einfuegen/">1</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2006/11/i-2-reich-mir-die-hand-mein-leben/">2</a></em>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2006/12/i3-please-mtv-pimp-my-kapitelueberschrift/">3</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2006/12/i-4-ich-bitte-um-ihre-konsternation/">4</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2007/01/i-5-got-lost-on-a-path-called-life-today/">5</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2007/01/i-6-what-a-weird-way-to-kick-me-when-im-down/">6</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2007/02/1-7-auaauaauahilfehilfehilfe/">7</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2007/02/18-joa-is-denn-heut-scho-weihnachten/">8</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2007/03/i-9-eine-tuer/">9</a>.</p>
<p style="line-height: normal" class="MsoNormal">Spätestens jetzt, werte Leser, kann ich es gut verstehen, wenn Ihr mir abhold werdet.</p>
<p style="line-height: normal" class="MsoNormal">Da habe ich euch einen Dialog angekündigt, der die gegenseitige Zerfleischung zweier geschundener Seelen zeigt und damit die Missstände dieser Welt eindringlich vor Augen führt, anprangert und damit schon zu ihrer Bereinigung einen großen Schritt tut.</p>
<p style="line-height: normal" class="MsoNormal">Aber, Ihr erratet es sicher schon, Verzögerung und Aufschub kamen mir mal wieder in die Quere. Ich konnte einfach nicht jenen Dialog zwischen mir und Esmeralda so nackt und bloß ausstellen, ohne nicht ein vorheriges, essentielles Gespräch beizugeben, das wir damals in ihrer Wohnung führten.</p>
<p style="line-height: normal" class="MsoNormal">Doch just, als ich es nachreichen wollte, stellte ich fest, dass seine Darstellung meine bescheidenen Kräfte als Erzähler übersteigt. Was ich mir dagegen zutraute, war die Darstellung dessen, was mein guter Freund Toby, einer der feinsten Kerle, die jemals das Angesicht dieser Erde erblickten, mit Esmeraldas Mitbewohnerinnen redete, während ich das bewusste Gespräch im Zimmer nebenan führte. Wie Ihr sicherlich merktet, musste ich hierbei ein wenig blanke Spekulation walten lassen, denn ich konnte es ja nicht hören und sah nur die Folgen, als ich in die Küche zurückkam. Eine Bildzeitung wird unter aller Garantie nicht in dieser linken Burg herumgelegen haben, Toby wird also etwas anderes gesagt haben.</p>
<p style="line-height: normal" class="MsoNormal">Tja, und just, gewissermaßen als Treppenwitz der Erzählung, kommt mir die Erleuchtung.</p>
<p style="line-height: normal" class="MsoNormal">Zu jener Zeit fragte er jede Frau derer er habhaft werden konnte: „Merkst du eigentlich, wenn du deinen Eisprung hast?“</p>
<p style="line-height: normal" class="MsoNormal">Aber zu spät, zu spät, wieder mal musste ich in meine schwächliche Imagination Zuflucht nehmen, weil mir die Wahrheit nicht einfiel. Und online ist online, das vorherige Kapteil holt kein Mensch mehr in meinen Kopf zurück.</p>
<p style="line-height: normal" class="MsoNormal">Doch es hilft nichts, die Fäden lassen sich nicht mehr zusammenführen.</p>
<p style="line-height: normal" class="MsoNormal">Das verlangt eine extreme Reaktion.</p>
<p style="line-height: normal" class="MsoNormal">Meine lieben Leser, wir fangen noch mal an.</p>
<p style="line-height: normal" class="MsoNormal">Erinnert Ihr euch noch an Sinje, jene reizend-debile Kantianerin aus Zufall?</p>
<p style="line-height: normal" class="MsoNormal">Ja?</p>
<p style="line-height: normal" class="MsoNormal">So schlagt mit dem Kopf auf den Tisch, so hart Ihr könnt!</p>
<p style="line-height: normal" class="MsoNormal">Erinnert Ihr euch an die drei Motti, das philosophische, das lustige, das kitschige. Ja?</p>
<p style="line-height: normal" class="MsoNormal">Kopf-Tisch-BUMM-BUMM!</p>
<p style="line-height: normal" class="MsoNormal">Die herzergreifende Geschichte Arthur Kaufmanns, des wohl aufrechtesten Milchmanns ganz Detmolds?</p>
<p style="line-height: normal" class="MsoNormal">Wenn ja, ist die Operation geglückt, und nicht nur das Vergangene gelöscht, sondern auch, auf welchen Wegen auch immer, eine Ahnung des Zukünftigen in euch gepflanzt.</p>
<p style="line-height: normal" class="MsoNormal">Mit solchen Lesern bin ich frohen Mutes ob des Fortgangs dieser Geschichte!</p>
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		<title>I, 9 &#8211; Eine Tür</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Mar 2007 08:08:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>LeisureLorence</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausgedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Läscher4all]]></category>

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		<description><![CDATA[Was bisher geschah: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8.
FADE IN: INT. WOHNUNGSTÜR
Eine Tür, eine stinknormale 0815-Wohnungstür mit Türspion schwingt nach innen auf.  Endlich!   Doch zu früh gefreut.  Es ist nicht jene Tür, die unser Held in jenem weitweitweit zurückliegenden ersten Kapitel öffnete und damit der Wahrheit teilhaftig wurde, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Was bisher geschah: <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2006/11/i-1-hier-schmissigen-titel-einfuegen/">1</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2006/11/i-2-reich-mir-die-hand-mein-leben/">2</a></em>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2006/12/i3-please-mtv-pimp-my-kapitelueberschrift/">3</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2006/12/i-4-ich-bitte-um-ihre-konsternation/">4</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2007/01/i-5-got-lost-on-a-path-called-life-today/">5</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2007/01/i-6-what-a-weird-way-to-kick-me-when-im-down/">6</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2007/02/1-7-auaauaauahilfehilfehilfe/">7</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2007/02/18-joa-is-denn-heut-scho-weihnachten/">8</a>.</p>
<p>FADE IN: INT. WOHNUNGSTÜR</p>
<p>Eine Tür, eine stinknormale 0815-Wohnungstür mit Türspion schwingt nach innen auf.  Endlich!   Doch zu früh gefreut.  Es ist nicht jene Tür, die unser Held in jenem weitweitweit zurückliegenden ersten Kapitel öffnete und damit der Wahrheit teilhaftig wurde, die zu übermitteln dieser zerfaserte Sermon überhaupt begonnen wurde.</p>
<p>Denn der Held steht VOR der Tür und hat offensichtlich geklingelt. Es dürfte also nicht seine Wohnung sein.  Der Leser ist also doppelt betrogen, denn um den im letzten Kapitel angekündigten Telefon-Dialog kann es sich ja offensichtlich auch nicht handeln. Kein Fernsprechapparat weit und breit. Dafür ein großer, breit gebauter, fast unverschämt gutaussehender Kerl mit dem selbstsichersten Lächeln der Welt, neben dem unser Held noch verkrampfter, verkorkster, blässlicher ausschaut als sowieso schon.</p>
<p>In der Tür steht eine Musiktherapeutikstudentin im 15. Semester, der einen Namen zu schenken sich nicht lohnt, da sie in dieser Geschichte keine weitere Rolle spielen wird.</p>
<p>Oder in irgendeiner anderen Geschichte.</p>
<p>Jemals.</p>
<p>Sie öffnet, nuschelt so etwas wie einen Gruß, wirft, während sie sich umdreht einen Blick, wie ihn ein Armish auf einen Ferrari Testarossa werfen mag, auf den unverschämt gut aussehenden Begleiter und begibt sich wieder an ihr Kleiemüsli.</p>
<p>DOLLY FOLGT</p>
<p>Das Müsli teilt sie mit zwei ihrer Mitbewohnerinnen, evangelische Theologie und Soziologie, Namen ebenfalls nicht vonnöten. Des Helden Begleiter setzt sich zu dem Trio an den Frühstückstisch und sieht ihnen beim Müslimümmeln zu, die eine hat dazu fettarme Vollmilch (die „Maxifrische“), die andere Milchersatz auf Sojabasis, die dritte schwarzen Tee.  Der Held ist inzwischen in ein anderes Zimmer gegangen, das die Kamera nicht erreicht.  An dieser Stelle kommt die Vorsehung des Helden Begleiter und der Geschichte zur Hilfe: Er greift, um sich der hypnotischen Wirkung der drei Kleiemüsli ruminierenden Mamselln zu entziehen, nach der erstbesten Zeitung, die in Reichweite liegt. Es handelt sich &#8211; gegen alle Wahrscheinlichkeit &#8211; weder um die &#0187;Emma&#0171;, &#0187;TAZ&#0171; oder &#0187;Jungle World&#0171;, sondern um eine Bildzeitung! Licht am Ende des Tunnels und die Chance, ein Gespräch zu beginnen, das zwei Lebenswelten, die unterschiedlicher nicht seien könnten, vereinigt. Des Helden Begleiter schlägt das Titelblatt auf, dreht es den drei Käuenden zu, hält kurz inne, bis sie ihren Blick von ihren Schüsseln auf die Seite1-Dame mit den Traktorventilen auf dem nämlichen Blatt fokussiert haben.</p>
<p>DES HELDEN BEGLEITER</p>
<p>Wenn Eure Glocken nicht SO  (Deutet hektisch auf das Titelblatt) aussehen, dann lasst sie im Dunkeln, wo sie hingehören!</p>
<p>Der Held kehrt zurück. Die Stimmung ist merklich gekippt, doch des Helden Begleiter hat seinen Punkt klargemacht. Zusammen verlassen sie die Wohnung.</p>
<p>FADE TO BLACK.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>I, 8 &#8211; Joa, is denn heut scho Weihnachten?</title>
		<link>http://blog-briga.de/2007/02/18-joa-is-denn-heut-scho-weihnachten/</link>
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		<pubDate>Thu, 01 Feb 2007 04:20:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>LeisureLorence</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausgedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Läscher4all]]></category>

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		<description><![CDATA[Was bisher geschah: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7.
Ihr seht richtig, heute gibt es zwei Beiträge an einem Tag.
Denn: Was soll der Geiz!?
Weisheit, so sagte einst ein kluger Geist oder ich, ist nirgends so sehr der Schlüssel zum Glück wie bei der Partnerwahl. Hätte ich damals schon gewusst, was ich heute weiß, nämlich dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Was bisher geschah: <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2006/11/i-1-hier-schmissigen-titel-einfuegen/">1</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2006/11/i-2-reich-mir-die-hand-mein-leben/">2</a></em>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2006/12/i3-please-mtv-pimp-my-kapitelueberschrift/">3</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2006/12/i-4-ich-bitte-um-ihre-konsternation/">4</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2007/01/i-5-got-lost-on-a-path-called-life-today/">5</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2007/01/i-6-what-a-weird-way-to-kick-me-when-im-down/">6</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2007/02/1-7-auaauaauahilfehilfehilfe/">7</a>.</p>
<p>Ihr seht richtig, heute gibt es zwei Beiträge an einem Tag.</p>
<p>Denn: <a target="_blank" href="http://www.whudat.de/?p=796"><strong>Was soll der Geiz!?</strong></a></p>
<p>Weisheit, so sagte einst ein kluger Geist oder ich, ist nirgends so sehr der Schlüssel zum Glück wie bei der Partnerwahl. Hätte ich damals schon gewusst, was ich heute weiß, nämlich dass ausschließlich 19jährige Tangamodels die Tiefe meiner Seele auszuloten vermögen, mir wäre viel unnötiges Leid erspart geblieben.</p>
<p>Und mir wäre es erspart geblieben, viel unnötiges Leid auszuteilen.</p>
<p>Nehmen wir zum Beispiel Esmeralda (die natürlich nicht wirklich so hieß). Sie war einsam, ich war einsam, sie fand mich nett, wir kamen zusammen, sie stellte in kurzer Zeit fest, dass ich mindestens so verkorkst wie nett war, sie machte Schluss.</p>
<p>Bis zu diesem Moment war die ganze Chose auf beiden Seiten so bedeutungs- wie schmerzfrei.</p>
<p>Doch in der Trennung offenbarten sich bei uns pathologische Verhaltensweisen, die ineinandergriffen wie zwei Puzzleteile, zueinander passten wie Faust und Auge, Arsch und Eimer.</p>
<p><span id="more-365"></span></p>
<p>Auf meiner Seite war es eine über lange Zeit sorgfältig herangezüchtete, penibelst gepflegte Unfähigkeit, mit Zurückweisung umzugehen, verursacht durch ein Selbstbewusstsein aus Glas (zerbrechlich und hohl), das jeder Windstoß von den wackligen Tonfüßen fegte.</p>
<p>Esmeralda war hingegen von dem Gedanken besessen, dass sie ein Mensch sei, der mit allen supi-dupi auskäme, und ertrug den Gedanken nicht, irgendwo in dieser weiten Welt könnte sich jemand verkriechen, der sie nicht vorbehaltlos verehrte. Ich vermute, dieser Wahn wurde durch ein Selbstbewusstsein aus Glas (zerbrechlich und hohl) verursacht, das jeder Windstoß von den wackligen Tonfüßen fegte.</p>
<p>Mir war es ein elementares Menschenrecht, dass die zurückgewiesene Partei die Demütigung, die jedes Lebenszeichen der zurückweisenden Partei unweigerlich für sie bedeutete, auslöschen durfte. Telefonnummern und Emails löschen, Briefe verbrennen, gemeinsame Freunde schneiden, Partys bei Anblick aus der Ferne fluchtartig verlassen, ihren Wohnungsschlüssel an Zulieferer der Organmafia verschenken.</p>
<p>Sie hingegen bildete sich werweißwas darauf ein, mit allen ihren Ex-Freunden noch Kontakt zu halten.</p>
<p>So verkehrte sich nach der Trennung die Rolle der Parteien, und wir bereiteten uns eine Lebenszeit ungefilterten Wahnsinns.</p>
<p>Den traurigen Höhepunkt bildete ein Telefongespräch, das ich mit ihr führte, während ich eigentlich arbeitete.</p>
<p>Das Handy klingelte, als ich in der Küche stand, völlig durchdrungen von dem Bewusstsein, eine lächerliche, lebensunfähige und -unwerte Kreatur zu sein, und dem Koch dabei zusah, wie er die Oberfläche von Tomaten mit dem Lappen, mit dem ich bis vor kurzem noch die Toiletten zu wischen pflegte, sorgfältig von ihrem feinen Netz aus Schimmelfäden befreite, um sie anschließend in einen Chefsalat zu schneiden.</p>
<p>Ja, ihr habt richtig gehört, zu diesem Zeitpunkt gehörte es insbesondere, soll heißen: ausschließlich, zu meinen Aufgaben, die Toiletten zu reinigen. Genauer: BIS zu diesem Zeitpunkt.</p>
<p>Wenige Minuten zuvor war die Putzfrau, der ich unterstellt war, ins Bad geplatzt und hatte mit ihrem Kampfschrei &#0187;Was dauert das wieder!&#0171; meinen vom Porzellanwiderhall der Badalamenti-Synthies verursachten Seelenfrieden arschgefickt.</p>
<p>Entgeistert sah sie mich mit einem frischen Lappen und Kalkreiniger die Waschbecken schrubben.</p>
<p>&#0187;Neuer Lappen? Kalkreiniger?&#0171;</p>
<p>Ich weiß bis heute nicht, was mir damals die Tracht Prügel meines Lebens ersparte.</p>
<p>Stattdessen stürmte Frau Clausen an mir vorbei in eine der Kabinen und kam mit einer Klobürste wieder hervor, deren Streifenmuster von häufigem Gebrauch Zeugnis ablegte. Diese tauchte sie in einen Eimer, dessen Inhalt das schärfste Desinfektionsmittel der unfreien Welt war, fuhr damit blitzschnell in alle Waschbecken, spülte kurz mit Wasser nach, fertig.</p>
<p>&#0187;Siehst du, Arschloch, so wird das gemacht!&#0171;, tönte es mir in der Melodei des bekannten Fussballfan-Gesangs entgegen. Einwände meinerseits die Hygiene betreffend wurden dank einer höheren Einsicht in die Ordnung der Welt kompromissloser weggefeudelt als gerade die Bakterien aus den Waschbecken:</p>
<p>&#0187;Die ist so vollgesogen mit Desinfektionsmittel, da stört das bisschen Scheiße nicht!&#0171;</p>
<p>Mit diesem Versagen hatte sich meine Inkompetenz zu einem weißen Zwerg zusammengeballt. Es war mir gelungen, von der untersten Stufe der Hierarchie, also dem Erdboden, herunterzupurzeln. Ich befand mich nun außerhalb des im &#0187;Dorfkrug&#0171; geltenden Kastensystems und wurde damit unantastbar, unberührbar.</p>
<p>Als mich Frau Clausen in die Küche schickte, um dort um Arbeit zu bitten, jenen Ort, von dem aus ich mich auf meine Reise begeben hatte, die mich in den Garten und schließlich auf die Toiletten geführt hatte, war mir überhaupt noch nicht klar, welche kosmische Freiheit mit diesem Paria-Status verbunden war.</p>
<p>Stattdessen war ich, wie vielleicht schon erwähnt,  völlig durchdrungen von dem Bewusstsein, eine lächerliche, lebensunfähige und -unwerte Kreatur zu sein. Es war, mit einem Wort, ein &#0187;Meltdown&#0171;-Moment.<br />
Nun muss man dem Leser, der zurecht fragt &#0187;Wieso wurde der Spacko nicht achtkantig gefeuert?&#0171;, noch erklären, dass im &#0187;Dorfkrug&#0171; der Leistungsethos suspendiert war. Der Besitzer, den ich nie kennenlernen sollte, hatte die Gaststätte im doppelten Wortsinne abgeschrieben.</p>
<p>Im übertragenen Sinne hatte er jede Hoffnung fahren gelassen, diese seltene Dreifaltigkeit aus furchtbarer Lage, entgrenzter Einrichtung und furztrockener Servicewüste je rentabel machen zu können.</p>
<p>Im wörtlichen Sinne diente der Krug als steuerliches Abschreibungsobjekt.</p>
<p>Jahrelang verließ also den Krug nur, wer in der wahren Geschäftswelt eine bessere Anstellung fand.</p>
<p>Es sollte an mir sein, den Ausnahmefall für diese Regel darstellen zu dürfen. Aber soweit &#8211; und jetzt alle!- sind wir noch lange nicht.</p>
<p>Denn jetzt gerade stehe ich in der Küche, suhle mich in Selbstmitleid, höre &#0187;Meltdown&#0171; und sehe dem Koch bei seinem unheiligen Werk zu.</p>
<p>Solcherart abgelenkt, vergesse ich für einen Moment, dass ich eine gerade die zweifelhafte Ehre habe, eine Stalkerin mein eigen zu nenen, und nehme den unterdrückten Anruf an.</p>
<p>Es entspinnt sich folgender Dialog:</p>
]]></content:encoded>
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		<title>I, 7 &#8211; auaauaauahilfehilfehilfe</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Feb 2007 01:10:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>LeisureLorence</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausgedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Läscher4all]]></category>

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		<description><![CDATA[Was bisher geschah: 1, 2, 3, 4, 5, 6.
Ich muss zugeben, meine Schilderung im letzten Kapitel setzt ein wenig vor dem absoluten Tiefpunkt ein. Etwas muss ja auch noch erzählt werden. In Wahrheit gefiel ich mir in meinem Elend nicht schlecht. Ich sah mich als Lebenskünstler, rechnete mir die Verachtung, die mir die Welt zuteil [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Was bisher geschah: <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2006/11/i-1-hier-schmissigen-titel-einfuegen/">1</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2006/11/i-2-reich-mir-die-hand-mein-leben/">2</a></em>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2006/12/i3-please-mtv-pimp-my-kapitelueberschrift/">3</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2006/12/i-4-ich-bitte-um-ihre-konsternation/">4</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2007/01/i-5-got-lost-on-a-path-called-life-today/">5</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2007/01/i-6-what-a-weird-way-to-kick-me-when-im-down/">6</a>.</p>
<p>Ich muss zugeben, meine Schilderung im letzten Kapitel setzt ein wenig vor dem absoluten Tiefpunkt ein. Etwas muss ja auch noch erzählt werden. In Wahrheit gefiel ich mir in meinem Elend nicht schlecht. Ich sah mich als Lebenskünstler, rechnete mir die Verachtung, die mir die Welt zuteil werden ließ, hoch an und zahlte es eben mit gleicher Münze heim. Wenn ich in der Küche so vor mich hinträumte und derweil einen einzigen Teller mit der Spülbürste bearbeite, während ein Kollege in der gleichen Zeit eine ganze Palette Weingläser polierte, an der Theke zwei Bier ausschenkte, drei Phosphatpimmel in die Mikrowelle schob, wenn der Mittagstisch wieder Kartoffelsalat mit Würstchen sein musste, da der Koch mal wieder keine Pfanne halten konnte, und mir dazu eine höhnische Bemerkung zuteil werden ließ, nahm ich das mit der Gelassenheit des wahren Stoikers hin, und freute mich auch noch, dass ich der einzige im Haus war, dessen Begriffsinventar &#0187;Stoiker&#0171; beinhaltete. Die kleinen Freuden des Losers eben.</p>
<p>Eigentlich störten nur die schon erwähnten Badalamenti-Mansell-Arrangments an den Seitenlinien meiner Wahrnehmung, die ich im nachhinein für einen Ausruf des Unbewussten halte: Das kann ja wohl nicht mein Ernst sein!</p>
<p>Und auch hier hätte sich eine einfache Lösung angeboten: Weniger oder gar keine Filme mehr gucken. Dann hätte sich der Kleister bzw. das Parfüm der Filmkunst, nämlich der Soundtrack, nicht immer wieder vorwitzig in die Wirklichkeit gewagt, und ich hätte mit Mühe und Not eine veritable mangelhafte Servicekraft abgegeben. Mit dem Kleister im Ohr war ich aber nichtmal das. Von Rechts wegen hätte mir der Michelin-Führer die &#0187;goldene Schnecke&#0171;, den &#0187;Elefanten in der Kellerbar&#0171; und den &#0187;Daumen in der Suppe&#0171; am Band in einem Schuhkarton mit brennender Scheiße ins Haus schicken müssen, und das jede Woche.</p>
<p>Aber genausogut könnte man auch uns Doherty-Pete zurufen: &#0187;Jung, mach doch mal ein bisserl piano&#0171; und hätte die selbe Aussicht auf Erfolg gehabt wie bei dem Versuch, mir meinen damaligen Sauerstoff abzudrehen.</p>
<p>10 Und so kellnerte ich<br />
20 und schaute Filme<br />
30 und kellnerte<br />
40 GOTO 20</p>
<p><span id="more-320"></span></p>
<p>Und wie BASIC konnt ich aus diesem Zirkel nur um den Preis eines Systemabsturzes ausbrechen.</p>
<p>Aber, und das soll das Mantra meines kleinen Werks werden, so weit sind wir noch lange nicht.</p>
<p>Noch kellnere ich und schaue Filme und führe kaputte Beziehungen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>I, 6 &#8211; What a weird way to kick me when I&#8217;m down</title>
		<link>http://blog-briga.de/2007/01/i-6-what-a-weird-way-to-kick-me-when-im-down/</link>
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		<pubDate>Tue, 16 Jan 2007 01:58:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>LeisureLorence</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausgedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Läscher4all]]></category>

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		<description><![CDATA[Was bisher geschah: 1, 2, 3, 4, 5.
Ich muss zugeben, im Bemühen um eine ergebnisoffende und sachorientierte (oder war es ergebnisorientiert und sachoffen?) Literaturproduktion, sauge ich gerade ziemlich Arschhaare. Aber ein wenig ist vorhanden, und da ich auch schon ein Fünftel der geforderten 25 Kapitel fertiggemacht habe, fahre ich einfach frohgemut fort, in der Hoffnung, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Was bisher geschah: <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2006/11/i-1-hier-schmissigen-titel-einfuegen/">1</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2006/11/i-2-reich-mir-die-hand-mein-leben/">2</a></em>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2006/12/i3-please-mtv-pimp-my-kapitelueberschrift/">3</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2006/12/i-4-ich-bitte-um-ihre-konsternation/">4</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2007/01/i-5-got-lost-on-a-path-called-life-today/">5</a>.</p>
<p class="MsoNormal">Ich muss zugeben, im Bemühen um eine ergebnisoffende und sachorientierte (oder war es ergebnisorientiert und sachoffen?) Literaturproduktion, sauge ich gerade ziemlich Arschhaare. Aber ein wenig ist vorhanden, und da ich auch schon ein Fünftel der geforderten 25 Kapitel fertiggemacht habe, fahre ich einfach frohgemut fort, in der Hoffnung, dass das fertige Werk durch der Hand eines kundigen Lektoren noch zu Bestsellermaterial getrimmt werden wird.</p>
<p class="MsoNormal">Ich denke, es ist an der Zeit, dass verruchte, verkorkste, nur entfernt menschenähnliche Subjekt dem geneigten Leser vor Augen zu führen, das ich einmal war. Denn nur so entsteht die nötige Fallhöhe oder besser Steighöhe, in der meiner jetzigen Vollkommenheit erst ihre verdiente Wertschätzung zuteil werden kann.</p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal"><em>Es müsste immer Musik da sein </em>(Absolute Giganten).</p>
<p class="MsoNormal">
</blockquote>
<p class="MsoNormal"><span id="more-308"></span></p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Für mich war sie das. Das Leben war mir eine Mischung aus &#0187;Truman Show&#0171; und &#0187;Verstehen Sie Spaß?&#0171; Einerseits war ich mir sicher, dass irgendwo in einem mir verborgenen Studio Ed Harris einen Komponisten &#8211; vielleicht wie bei &#0187;Truman Show &#0171; Philip Glass &#8211; anweist, wann er was wie einzuspielen habe. Dabei hatte dieser Regisseur meiner festen Überzeugung nach eine Vorliebe für die unterschwelligen Synthesizerpassagen Angelo Badalamentis, die David Lynch-Filmen zu ihrer bedrohlichen Atmosphäre verhelfen, egal, ob sich auf der Leinwand zum Beispiel einfach nur zwei Liebende küssen.<br />
Das waren die guten Momente.<br />
Dann gab es noch die &#0187;Meltdown&#0171;-Momente. Dieses Stück von Clint Mansell spielt bei &#0187;Requiem for a dream&#0171; am Ende, während dem Helden der Arm abgetrennt wird, die Heldin sich vor einem geifernden Mob mit einem Dildo penetrieren lässt, die alte Dame von zwei brutalen Pflegern zwangsernährt wird und der Kumpel im Gefängnis Kartoffeln stampft, bis er bricht.
</p>
<p class="MsoNormal">Zum anderen aber erwartete ich jeden Moment, dass Kurt Felix aus einer Torte spränge und riefe: &#0187;Zugegeben, die letzten 15 Jahre Ihre Lebens waren Verarsche! Verstehen Sie Spaß?&#0171; Das passierte zwar nie, aber wenn einer dieser Augenblicke kam, verzögerte es meine Reaktion erheblich, dass mir die gellenden Streicher in den Ohren klangen und ich gleichzeitig zu den Seiten hin nach Kurt Felix schielte, ob er nicht endlich ein Einsehen mit mir hätte. Kein Wunder, dass mich die anderen Angestellten des Restaurants, in dem ich kellnerte, für degeneriert, geisteskrank oder beides hielten.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Es stand also insgesamt nicht gut um mich, und es fehlte nicht viel, und diese Zeilen wären Teil einer Therapie in der Geschlossenen. Glücklicherweise aber kam dieser magische Tag, der alles veränderte.<br />
Der Tag, der damit begann, dass mich die Türklingel weckte (so gegen 15 Uhr) und ich zerknautscht und mosernd zur Tür stromerte, anstatt mir durch ein &#0187;Verficktnocheins&#0171; Luft zu machen, und die Tür aufriss &#8230;
</p>
<p class="MsoNormal">Doch so weit sind wir noch lange nicht.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>I, 5 &#8211; Got lost on a path called life today</title>
		<link>http://blog-briga.de/2007/01/i-5-got-lost-on-a-path-called-life-today/</link>
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		<pubDate>Sat, 06 Jan 2007 00:17:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>LeisureLorence</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausgedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Läscher4all]]></category>

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		<description><![CDATA[Was bisher geschah: 1, 2, 3, 4.
Dass der Radfahrer mit der roten Jacke einen Schuh verlor, als er den Sperlingssturz herunterraste, und es nicht bemerkte, ist an sich nichts Besonderes.
Zum einen ist der Sperlingssturz ein mit Hubbeln und Schlaglöchern übersäter Kiesweg, zum anderen löst sich der Schuh nicht vom Fuß des Radlers, sondern hüpfte aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal"><em>Was bisher geschah: <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2006/11/i-1-hier-schmissigen-titel-einfuegen/">1</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2006/11/i-2-reich-mir-die-hand-mein-leben/">2</a></em>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2006/12/i3-please-mtv-pimp-my-kapitelueberschrift/">3</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2006/12/i-4-ich-bitte-um-ihre-konsternation/">4</a>.</p>
<p class="MsoNormal">Dass der Radfahrer mit der roten Jacke einen Schuh verlor, als er den Sperlingssturz herunterraste, und es nicht bemerkte, ist an sich nichts Besonderes.</p>
<p class="MsoNormal">Zum einen ist der Sperlingssturz ein mit Hubbeln und Schlaglöchern übersäter Kiesweg, zum anderen löst sich der Schuh nicht vom Fuß des Radlers, sondern hüpfte aus einer der beiden Hängetaschen, die am Gepäckträger befestigt waren.</p>
<p class="MsoNormal">Das Besondere und damit Erwähnenswerte ist, dass dieser abgeschabte, braune Herrenlederschuh Größe 46 ausgerechnet Sinje vor die Füße fiel, sie ihn aufhob und vergeblich versuchte, seinem Eigentümer den Verlust anzuzeigen.</p>
<p class="MsoNormal">Denn dass Sinje in diesem Moment mit einem Herrenlederschuh in der Faust im Wald, durch den der Sperlingssturz führte, stand, erlaubt mir, ein Licht auf den Charakter dieser für meine Geschichte wichtigen Person zu werfen.</p>
<p class="MsoNormal">Sinje stand also mit einem Herrenlederschuh in der Hand im Sperlingssturz schaute mit großem Ernst dem roten Punkt nach, wie er aus unserer Geschichte heraushoppelte, dann senkte sie den Blick ihrer untertassengroßen schwarzen Augen auf die Aufgabe, die ihr das Leben so unverhofft vor die Füße geworfen hatte.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal"><span id="more-243"></span></p>
<p>Mutmaßungen betreffs ihres Gedankenganges mussten nun fehlgehen. Ein zufällig des Weges kommender Passant hätte dazu ebensoviel oder -wenig Berechtigung gehabt wie ihre intimsten Freunde oder sogar sie selbst, die ihre Entscheidungsfindungsprozesse als das Tanzen eines Elefanten in ihrem Kopf empfand. Buchstäblich niemand wusste also, wie dieses Mädchen mit dem Schuh in seiner Hand verfahren würde.<br />
Der Passant mag vielleicht mutmaßen, es würde sich nach einer Sekunde des Besinnens entschließen, den Herrenlederschuh wieder dorthin zu legen, wohin er sich selbst gebettet hatte, und dann seiner Wege gehen.</p>
<p class="MsoNormal">Ich hingegen, der das irrwitzige Funkeln in Sinjes Augen kannte, hätte eher vermutet, dass sie sich eines ihrer eigenen Schlappen Größe 37 entledigt, sich den Herrenlederschuh überstreift und dann damit auftippt wie ein ungeduldiger Clown oder wie Goofy. Oder ein paar Meter damit zu rennen versucht. Oder aber den Herrenlederschuh anpisst, sich im Gebüsch versteckt und den zurückkehrenden Radfahrer auslacht, wenn er ihn berührt.</p>
<p class="MsoNormal">Sie aber tat nichts von alldem. Sie behielt den Schuh in der Hand und setzte den Weg mit ihrem leicht watschelndem Gang fort. Irgendwo hinter ihren untertassengroßen Augen hatte sich wie auch immer der Entschluss geformt, diesen Schuh ins Fundbüro zu bringen. Von diesem Moment an war Sinje nicht mehr davon abzubringen. Nach einem Grund für diese Handlung gefragt, hätte sie für einen Moment mit ihrem untertassengroßen schwarzen Augen mit dem braunen Schimmer ins Leere gestarrt, dann dem Fragenden ein Lächeln geschenkt, das durch ihren leichten Überbiss die perfekte Balance aus vierzig Prozent versonnen, fünfzig Prozent süß und zehn Prozent debil hält, und sich vielleicht solcherart geäußert: &#0187;Ich lebte gerne in einer Welt, in der die Leute Schuhe, die sie finden, ins Fundbüro bringen.&#0171; Und manch einer hätte diese scheinbar vernünftige Antwort geschluckt. Nur wie kann eine Rechtfertigung vernünftig sein, die zwar für sich genommen vernünftig scheint, aber in Wahrheit der rein zufälligen Entscheidungslaune eines tanzenden Elefanten entspringt? Nichts weniger als vernünftig war es also, dass Sinje mit dem Herrenlederschuh an ihrer Seite den Berg herunterwatschelte. Aber es könnte auch nichts egaler sein. Denn jeder, der dieser versonnen/süß/debil vor sich hinlächelnden Person mit den Sommersprossen, dem Entengang, dem Überbiss, den untertassengroßen Augen und dem abgeschabten braunen Herrenlederschuh Größe 46 begegnete, konnte nicht umhin, bei sich zu denken: &#0187;In dieser Welt, in der Leute die Schuhe, die sie finden, ins Fundbüro bringen, lebte ich auch gerne. Wenn es nur mit ihr wäre!&#0171;</p>
<p class="MsoNormal">Doch nicht jedem Menschen kann es vergönnt sein, in Sinjes Welt zu leben. Es ist nur wenigen vorbehalten, und auch für diese Glücklichen ist diese Zeit nur knapp bemessen. Doch wenn nach Goethe die Erinnerung an glückliche Tage das zweite Glück ist, so ist das Dritte das davon Berichten. Und deshalb will ich euch von Sinje erzählen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>I, 4 &#8211; Ich bitte um Ihre Konsternation!</title>
		<link>http://blog-briga.de/2006/12/i-4-ich-bitte-um-ihre-konsternation/</link>
		<comments>http://blog-briga.de/2006/12/i-4-ich-bitte-um-ihre-konsternation/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 27 Dec 2006 22:00:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>LeisureLorence</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausgedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Läscher4all]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog-briga.de/2006/12/i-4-ich-bitte-um-ihre-konsternation/</guid>
		<description><![CDATA[Was bisher geschah: 1, 2, 3.
Aufschub! Verzögerung!

Nachdem ich schon den ersten Satz meines kleinen Geschichte in zweiten Kapitel noch einmal revidieren musste, fällt mir jetzt auf, dass ich noch gar kein Motto habe, unter dessen Ägide das Werk gedeihen und wachsen kann.
Was wundere ich mich also, dass die Arbeit nicht vorankommt, ohne die unterstützende Wirkung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm"><em>Was bisher geschah: <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2006/11/i-1-hier-schmissigen-titel-einfuegen/">1</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2006/11/i-2-reich-mir-die-hand-mein-leben/">2</a></em>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2006/12/i3-please-mtv-pimp-my-kapitelueberschrift/">3</a>.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">Aufschub! Verzögerung!</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
<p style="margin-bottom: 0cm">Nachdem ich schon den ersten Satz meines kleinen Geschichte in zweiten Kapitel noch einmal revidieren musste, fällt mir jetzt auf, dass ich noch gar kein Motto habe, unter dessen Ägide das Werk gedeihen und wachsen kann.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">Was wundere ich mich also, dass die Arbeit nicht vorankommt, ohne die unterstützende Wirkung eines Sinnspruches.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">Aber ich werde diesen Mangel nun kompensieren.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">Zum einen muss ein literarisches oder philosophisches Zitat deutlich machen, dass der Autor über die nötige Tiefe verfügt, so dass sich ihm auch der anspruchsvolle Leser gerne anvertraut und er etwas Kredit genießt, falls er sich in den ersten Seiten völlig in irgendwelchen Schwachsinn verheddert (soll ja vorkommen).</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">Pestens geeignet scheint mir dafür folgende Sentenz aus den &#0187;Wahlverwandtschaften&#0171; von Goethe:</p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span id="more-230"></span></p>
<blockquote>
<p style="margin-bottom: 0cm">Das Außerordentliche geschieht nicht auf glattem, gewöhnlichem Wege.</p>
</blockquote>
<p style="margin-bottom: 0cm">
<p style="margin-bottom: 0cm">Nun besteht natürlich die Gefahr, dass der Freund der leichten Unterhaltung bei einem betonschweren Einstieg (am besten irgendwas auf Altgriechisch oder Latein ohne Übersetzung) verschreckt den Wälzer beiseite legt und ohne ihn zur Kasse geht.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">Und da ich ja Niedrigschwelligkeit auf meine Fahnen geschrieben habe, steuere ich natürlich ein Zitat aus der Populärkultur bei, dass so verspielt witzig ist, dass es wiederum den Intellektuellen, dem zuvor das Literaturzitat so gemundet hat, nicht wieder verschreckt.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">Perfektomundo dieses Bonmot, dass Leonard Nimoy in der Simpsons-Episode &#0187;The Springfield Files&#0171; zum Besten gibt:</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
<blockquote>
<p style="margin-bottom: 0cm">The following tale of alien encounters is true. And by true, I mean false. It&#8217;s all lies. But they&#8217;re entertaining lies. And in the end, isn&#8217;t that the real truth? The answer is: No.</p>
</blockquote>
<p style="margin-bottom: 0cm">
<p style="margin-bottom: 0cm">Nun ist eine solche Mischung aus Wissen und Humor natürlich geeignet, den potentiellen Leser glauben zu machen, das Werk sei gefühlskalt. Nichts gilt es mehr zu vermeiden als diesen Eindruck, denn damit handelt man sich schwere Einbußen innerhalb einer wichtigen Untergruppierung des relevanten Marktsegments der 14-49jährigen ein, nämlich den Frauen. Und glaubt man den gängigen Studien, dann können eigentlich nur die Frauen überhaupt noch lesen, so dass sie natürlicherweise Zielgruppe Numero uno für ein literarisches Projekt darstellen. Also muss ein kitschiges Eingangszitat von vornherein klarmachen, dass bei der Lektüre des Werkes das Gefühl nicht zu kurz kommt. Das sollte kein Problem sein, schließlich bin ich doch überaus sensibel und einfühlsam (denn das bringt die Bitches ans Gerät).</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">Ein geeignetes Zitat hierfür drängt sich im Film &#0187;2046&#8243; geradezu auf:</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
<blockquote>
<p style="margin-bottom: 0cm">Man erkennt eine verwandte Seele nicht, wenn man sie zu früh trifft. Oder zu spät.</p>
</blockquote>
<p style="margin-bottom: 0cm">
<p style="margin-bottom: 0cm">Ich denke, nun ist an alle gedacht, und ich fühle mich gerüstet, die Aufgaben anzupacken, die ich schon seit 4 Kapiteln vor mir herschiebe. Zu Beginn bringe ich Euch eine besondere Episode näher.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>I, 3 &#8211; [Please MTV, pimp my Kapitelüberschrift!!!]</title>
		<link>http://blog-briga.de/2006/12/i3-please-mtv-pimp-my-kapitelueberschrift/</link>
		<comments>http://blog-briga.de/2006/12/i3-please-mtv-pimp-my-kapitelueberschrift/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 23 Dec 2006 03:29:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>LeisureLorence</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausgedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Läscher4all]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog-briga.de/2006/12/i3-please-mtv-pimp-my-kapitelueberschrift/</guid>
		<description><![CDATA[Was bisher geschah: 1, 2.
Die Tür steht seit 44 Tagen offen. Es zieht wie Hechtsuppe.
Doch was soll ich machen?
Ein Beruf, der mehr Berufung denn reiner Broterwerb ist, eine Familie, deren bloßer Anblick bei der dafür zuständigen Ministerin enthemmtes Frohlocken hervorriefe, die aber dementsprechend viel Zeit in Anspruch nimmt, das alles lässt mir kaum einen Augenblick, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Was bisher geschah: <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2006/11/i-1-hier-schmissigen-titel-einfuegen/">1</a>, <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2006/11/i-2-reich-mir-die-hand-mein-leben/">2</a>.</em></p>
<p>Die Tür steht seit 44 Tagen offen. Es zieht wie Hechtsuppe.</p>
<p class="MsoNormal">Doch was soll ich machen?</p>
<p class="MsoNormal">Ein Beruf, der mehr Berufung denn reiner Broterwerb ist, eine Familie, deren bloßer Anblick bei der dafür zuständigen Ministerin enthemmtes Frohlocken hervorriefe, die aber dementsprechend viel Zeit in Anspruch nimmt, das alles lässt mir kaum einen Augenblick, dem geneigten Leser die großspurig angekündigte Geschichte vom Glück näherzubringen. Doch ist diese Eingespanntheit auch eine gute Möglichkeit, Arbeitsethos und Disziplin zu beweisen. Auch von diesen beiden Tugenden handelt meine Geschichte, wenn auch eher in Form einer negativen Utopie im Adornoschen Sinne.</p>
<p class="MsoNormal">Wir erinnern uns:</p>
<p class="MsoNormal"><span id="more-174"></span></p>
<p class="MsoNormal">Ich war in den Augen der Welt nicht der Checker, der ich in Wahrheit zu sein glaubte.<br />
&#0187;PP &#8211; Persönliches Pech!&#0171;, werden da die Schlagfertigen (und Witzigen) unter Euch einwerfen. Und Recht habt Ihr! Aber laufen wir nicht alle mit Problemen herum, die wir beim besten Willen nicht einfach so wegwischen können, so lächerlich sich auch der Spötter in uns darüber machen mag? Manchmal wissen wir ja sogar die Lösungen unserer Probleme, doch brauchen immer noch einen äußeren Anstoß, sie auch in die Tat umzusetzen. Es ist nunmal nicht dasselbe, den Weg zu kennen und ihn zu gehen, wie der Dalai Lama oder Zlatko so richtig sagt. Akrasia nannten die alten Griechen das Phänomen, dass jemand weiß, was zu tun ist, und es dennoch nicht tut.
</p>
<p class="MsoNormal">Auch die Dame in den besten Jahren wusste sicherlich, was zu tun ist. Sie wusste auch, dass sie Gefahr lief, sich der Lächerlichkeit preiszugeben, wenn sie sich jemandem anvertraute. Und dennoch fasste sie sich ein Herz und sprach zwei Herren an: &#0187;Sie stehen doch mitten im Leben.&#0171;</p>
<p class="MsoNormal">Dass diese beiden Herren &#8211; es handelte sich dabei um mich und meinen damaligen besten Freund Toby &#8211; am Vormittag mit jeweils einer HoPiHaLiDo in der Faust vorm &#0187;Kaisers&#0171; standen, mag vielleicht unterstreichen, in welcher Seelenpein sich die Frau befand. Im Nachhinein betrachtet hatten ihr vielleicht unsere langen schwarzen Mäntel den nötigen Respekt eingeflößt, um uns als Ratgeber oder besser Beichtväter in Betracht zu ziehen. Sobald sie die Gesprächssituation herbeigeführt hatte, platzte es auch schon aus ihr heraus:</p>
<p class="MsoNormal">&#0187;Ich bin verheiratet, habe zwei Kinder und bin in meinen Zahnarzt verliebt!&#0171;</p>
<p class="MsoNormal">Es folgte eine traurige Geschichte von Beengtheit, Frustration (&#0171;Seit über zwei Jahren läuft nix mehr!&#0171;) und einer plötzlichen, hoffnungslosen Leidenschaft.</p>
<p class="MsoNormal">Eine Lösung, die es nicht geben konnte, erwartete die Frau gar nicht von uns. Es reichte aus, ihr zuzuhören und ihre eigene, richtige Intuition zu bestätigen, dass es zuviel sei, denselben Mann ein zweites Mal anzubaggern, wenn bereits ein Liebesbrief unbeantwortet geblieben war.</p>
<p class="MsoNormal">Ganz gegen meine Natur verzichtete ich sogar darauf, meine umfangreiche Allgemeinbildung herauszustellen und zu erwähnen, dass Zahnärzte und Zahnarzthilfen deshalb überproportional Liebeserklärungen und Heiratsanträgen ausgesetzt sind, weil der Mensch dazu neigt, seine Ängste zu rationalisieren, und seine Aufregung vor dem Zahnarztbesuch als eine Verliebtheit interpretiert. Nun gut, Euch musste ich es jetzt auf&#8217;s Brot schmieren, aber der guten Frau hätte diese durch die Blume mitgeteilte Unterstellung, ihre Verliebtheit sei nur missinterpretierte Angst vorm Bohren, kaum weitergeholfen, nicht wahr?</p>
<p class="MsoNormal">Der Grund, weshalb ich, anstatt die Tür endlich zu schließen, wieder einen neuen Faden aufgenommen habe, ist, dass besonders in den nächsten Tagen jeder von uns in die Situation kommen mag, wo er nicht als Macher, als Entwirrer, als Entscheider, als Löser gefragt sein wird, sondern als Zuhörer, Mitfühlender, als Mensch. Ich hoffe, Ihr werdet Euch in diesem Moment dessen bewusst sein.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein frohes Fest. </strong></p>
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		<title>I, 2 &#8211; Reich mir die Hand, mein Leben!</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Nov 2006 09:27:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>LeisureLorence</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausgedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Läscher4all]]></category>

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		<description><![CDATA[Was bisher geschah: 1.


Aufschub, Verzug, Verzögerung sind die Gifte, die ich aus den Venen meiner Geschichte saugen muss. In meinen Augen sind beim Erzählen Effizienz und Ökonomie erste Schreiberpflicht, um ein kontinuierliches Fortschreiten der Handlung zu gewährleisten und so dem Leser eine ergebnisorientierte Lektüre zu ermöglichen, die das investierte Zeitkapital mit reicher Erkenntnisausschüttung segnet. Solch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Was bisher geschah: <a target="_blank" href="http://blog-briga.de/2006/11/i-1-hier-schmissigen-titel-einfuegen/">1.</a></em></p>
<p><img alt="I,2" id="image99" src="http://blog-briga.de/content/uploads/2006/11/i2.JPG" /></p>
<p class="MsoNormal">
<p>Aufschub, Verzug, Verzögerung sind die Gifte, die ich aus den Venen meiner Geschichte saugen muss. In meinen Augen sind beim Erzählen Effizienz und Ökonomie erste Schreiberpflicht, um ein kontinuierliches Fortschreiten der Handlung zu gewährleisten und so dem Leser eine ergebnisorientierte Lektüre zu ermöglichen, die das investierte Zeitkapital mit reicher Erkenntnisausschüttung segnet. Solch ein niedrigschwelliges Lektüreangebot soll mir eine treue Leserschaft im markrelevanten Alterssegment der 14- bis 49jährigen zuführen, um mich durch sie und ihre finanziellen Zuwendungen in den Zustand eines Leben in Muße und Wohlstand zu versetzen.</p>
<p><span id="more-98"></span></p>
<p>Unverzeihlicherweise befinde ich mich aber bereits im Rückstand. Meinem Businessplan zufolge ist das dringlichste und mindeste, was ein erstes Kapitel liefern sollte, die Beantwortung der Frage nach dem &#0187;Wer&#0171;; nämlich &#0187;Wer erzählt?&#0171; bzw. &#0187;Wer öffnet die Tür?&#0171;. Ich aber muss mir eingestehen, dass jene Frage nach wie vor so offen steht wie fragliche Tür selbst.</p>
<p class="MsoNormal">Wenn also meine Geschichte keinen Abnehmer findet, so erzählenswert sie mit Verlaub auch sein mag, kann ich mir das selbst zuschreiben. Trotzdem sie von dem handelt, was uns alle interessiert, nämlich dem Glück. Wie man es sucht, vergeblich, und wie es einen dann doch überfällt, in dem Moment, wo man am wenigsten damit gerechnet hat.</p>
<p class="MsoNormal">Einer solchen Geschichte muss der Weg ins Herz der Leser offen stehen, davon bin ich fest überzeugt. Ich darf es nur nicht schon wieder verbocken. Insofern fasse ich mir ein Herz und fange nochmal an. Screw you, holpriger Sprung in medias res! Fast hättest du das materielle Wohl meiner Familie auf alle Zeit gemeuchelt! Dabei hätte ich es wissen können. Man schaue sich nur einmal den Beginn von &#0187;Krieg und Frieden&#0171; an:</p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal">&#8250;Eh bien, mon prince, Genua und Lucca sind weiter nichts mehr als Apanagegüter der Familie Bonaparte [SchaberLaberRhabarber]&#8250;. So sprach im Juni 1805 das bekannte Hoffräulein Anna Pawlona Scherer, die Vertraute der Kaiserin Maria Fjodorowna, als sie den Fürsten Wassilij empfing, einen hohen, einflussreichen Beamten, der als erster zu ihrer Abendgesellschaft erschien.</p>
</blockquote>
<p class="MsoNormal">Und halten wir dagegen den schnörkellos schlichten Anfang der &#0187;Anna Karenina&#0171;:</p>
<blockquote><p>Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich.</p></blockquote>
<p class="MsoNormal">Ganz offensichtlich: Von &#0187;Anna Karenina&#0171; lernen, heißt Siegen lernen.</p>
<p class="MsoNormal">Ihr Beginn ist das Bayern der Literatur, der von &#0187;Krieg und Frieden&#0171;, nun ja, Niedersachsen. Womit ich nichts gegen dieses oder sonst ein Bundesland  gesagt haben möchte (außer Brandenburg, das saugt Arschhaare), schließlich soll mir Ursula von der Leyen, &#0187;die niedersächsische Zuchtstute&#0171; (<a target="_blank" href="http://www.youtube.com/watch?v=MR8MuIvYev8">Volker Pispers</a>), persönlich den Lorbeer für werterestauratives Engagement auf die parfümierten Locken drücken für das, was ich mit meinem Werk (neben Muße und Wohlstand für mich und die meinen) zu erreichen hoffe: Nichts weniger als die Aufschüttung der Schlucht, die das Wort von der Tat trennt. Meine Lebensgeschichte soll leitendes Beispiel für eine Generation entwurzelter, gestrandeter, obdachloser, hilflos umhertaumelnder Getriebener sein, die sich fragt: Was ist da noch außer Sex, Drogen und Zahnersatz?</p>
<p class="MsoNormal">Bei näherer Betrachtung nicht viel, soviel kann ich vorwegnehmen, aber an dieses Bisschen lohnt es sich zu klammern, mit aller Kraft, die wir noch haben! Dieses Buch soll meinen privaten Beitrag zum &#0187;Bündnis für Erziehung&#0171; darstellen, soll das Band sein, das die jungen Bäume bindet und ihnen so zu schönem, geradem Wachstum verhilft. Und was wäre dazu geeigneter als ein Lebensweg voller Irrwege, voller Irrtümer, voller überflüssiger Schmerzen und verpasster Ausfahrten?<br />
Nicht umsonst ist eines der ergreifendsten und welthaltigsten Märchen der Bibel der Werdegang vom Saulus zum Paulus. Doch auch wenn mein Weg durchaus Parallelen zu dem des Pharisäers aufweist, sehe ich mich dennoch eher als Jesus (im gotteslästerlichen Sinn).
</p>
<p class="MsoNormal">Der neue Anfang also, der viel verspricht und, so hoffe ich, noch mehr halten wird, ist:</p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal">Wie viele Menschen, deren Geltungsbedürfnis ihre im täglichen sozialen Umgang tatsächlich erfahrene Geltung übertrifft, zwang auch mich das schmerzliche Bewusstsein dieser Differenz ins geistige Exil.</p>
</blockquote>
<p class="MsoNormal">Ein Anfang, der mich zurückführt in eine Vergangenheit, an die ich mich nur deshalb ohne Schauern erinnern kann, weil ihr vergangenes Unglück in den grellsten Farben überstrahlt wird vom vollkommenen Glück der Gegenwart. Es fällt mir dennoch schwer, allein: Ursula von der Leyen und die Rentenkasse verlangen es! Und wer (außer Zivildienstleistenden) schleicht zur Hintertür raus, wenn an der Vordertür unser Land läutet, weil es unserer bedarf?</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal"><span class="MsoCommentReference" /><span style="font-size: 8pt"><!--[if !supportAnnotations]--></span></p>
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